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GS1 Standards können Leben retten

Das Gesundheitswesen setzt vermehrt auf das GS1 System. In den vergangenen Jahren hat intensive Arbeit, gepaart mit Überzeugungskraft und persönlichem Engagement, dazu beigetragen, dass sich immer mehr Unternehmen aus der Branche zum GS1 System bekennen und damit für mehr Sicherheit und Transparenz sorgen. 

Patientensicherheit, effiziente Prozesse und Kostenoptimierung sind im Gesundheitswesen schon lange als Erfolgsfaktoren erkannt worden. Die Anforderungen werden immer grösser – sei es aufgrund der stetig steigenden Krankenkassenprämien, der gekürzten Budgets oder gesetzlicher Anforderungen. Auch mit der Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) sollen Gesundheitsinformationen besser zugänglich und die Behandlungsqualität gesteigert werden.

Lobbying für Standards
GS1 Switzerland arbeitet seit Jahren in verschiedenen Projekten daran, die GS1 Standards im Gesundheitswesen bekannter zu machen und zu fördern. Einen wichtigen Meilenstein erreichte Christian Hay, langjähriger Berater von GS1 im Bereich Gesundheitswesen, mit der Identifizierung und Referenzierung von Artikeln und Partnern im schweizerischen Gesundheitswesen. Artikel sowie natürliche und juristische Personen werden seit fast 30 Jahren mit der Global Trade Item Number (GTIN) und der Global Location Number (GLN) eindeutig gekennzeichnet. Auch der Einsatz der Global Service Relationship Number (GSRN) als Master Patient Index im Rahmen des elektronischen Patientendossiers für die Patientenidentifikation geht auf die Initiative von Christian Hay zurück. GS1 Standards sind heute im Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken.

Mit dem Mandat «Delegate Healthcare » sicherte sich GS1 Switzerland 2003 die Zusammenarbeit mit Christian Hay. «Sein beeindruckendes Know-how über die komplexe Healthcare-Branche kombiniert mit dem Wissen zu den im Kontext stehenden anspruchsvollen GS1 Standards sorgt für eine optimale Kombination», berichtet Daniel Müller, Direktor GS1 System bei GS1 Switzerland. «Christian Hay ist der engagierteste GS1 Botschafter im Schweizer Gesundheitswesen mit hervorragenden Kontakten ins Ausland», so Daniel Müller. Seine guten Verbindungen ins Ausland macht sich auch GS1 Global zu nutzen und holt den Networker als externen Fachmann in Sachen Gesundheitswesen an Bord. Bei GS1 Switzerland geht Christian Hay per Ende 2021 in den wohlverdienten Ruhestand.
[ Hören Sie auch die Laudatio von Daniel Müller, Director GS1 System, Industry Lead Healthcare, GS1 Switzerland. ]

GS1 System als Basis
Der Einsatz der GS1 Standards ermöglicht eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, weil dadurch eine Interoperabilität der Systeme erzielt werden kann. Dennoch werden in zahlreichen IT-Systemen noch proprietäre Identifikationssysteme eingesetzt. «Das ist nicht optimal für die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen entlang der Supply Chain und des klinischen Patientenpfades und lässt die Digitalisierung nur langsam voranschreiten», erklärt Marc Schneider, Standards Expert Healthcare bei GS1 Switzerland.

Trotzdem verzeichnet der Geschäftsbereich «Gesundheitswesen» wichtige Erfolge. So hat die Fachgruppe Beschaffung im Gesundheitswesen (BiG) die Grundlagen für den standardisierten Waren-, Informations- und Geldfluss zwischen alle Beteiligten auf Basis der GS1 Standards definiert. Die Empfehlung beschreibt über die gesamten Prozesse der Supply Chain den Stamm- und Bewegungsdatenaustausch mittels standardisierter, elektronischer Geschäftsnachrichten, von der Bestellung bis zur Zahlung.

Die Ende 2020 gegründete Fachgruppe Supply Chain Management Pharma bringt Industrievertreter und Leistungserbringer an den Tisch und definiert bereits heute die Prozesse zur Umsetzung der Falsified Medicine Directive (FMD) in der Schweiz. Im Vordergrund steht zudem die Förderung von 2D-Datenträgern, weil sich dadurch eine bessere Rückverfolgbarkeit erzielen lässt und allfällige Rückrufe schneller und effizienter durchgeführt werden können.

Regulatorische Vorgaben, wie die FMD oder die europäische Medical Device Regulation (MDR), haben das Interesse der Branche am GS1 System erheblich gefördert. Marktteilnehmer erkennen die verbesserte Transparenz, die Rückverfolgbarkeit und die Erhöhung der Patientensicherheit, welche durch eine global eindeutige Objektidentifikation und Auszeichnung mittels Barcodes erzielt wird.

Umsetzen und verankern
Der Einsatz des GS1 Systems ermöglicht neue Anwendungen, wie Bedside- Scanning, eMedikation oder Closed Loop Medication, Unit Dose Dispensing oder vereinfacht klinische Studien. In der Supply Chain können Lieferanten, Transporteure oder Facility Management Partner einfach in bestehende Systeme integriert werden, was die Zusammenarbeit erheblich vereinfacht. Neue Prozesse wie beispielsweise Vendor Managed Inventory können mit GS1 effektiv und einfach umgesetzt werden.

Das Branchenmanagement «Gesundheitswesen » ist nun gefordert, die GS1 Standards entlang der Supply Chain und des klinischen Patientenpfads weiterzuentwickeln und zu verankern und die Mitglieder bezüglich Verbesserung ihres Supply Chain Managements unter Einsatz der GS1 Identifikationsschlüssel, Standards und Prozesse zu unterstützen. Egal ob Hersteller von Arzneimitteln, Medizinprodukten oder Medizintechnik: Wir unterstützen sie erfolgreich mit erprobten Standards bei der eindeutigen Produktkennzeichnung, chargengenauen Rückverfolgbarkeit und Produkteserialisierung bis hin zum automatischen Datenaustausch.

Roland Weibel

 

 

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