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Galanacht im Kornhauskeller

Kizy tracking wird für die Ladungsträger-Lokalisierung über das Mobilfunknetz mit dem 20. Swiss Logistics Award ausgezeichnet, und Médecins Sans Frontières erhalten für ihren mobilen Operationssaal den Swiss Logistics Public Award.

Am 25. November wurde der Swiss Logistics Award 2015 vergeben. Die Preisverleihung hat Tradition. Seit 20 Jahren würdigt GS1 Schweiz mit der Auszeichnung kundenorientierte Prozesslösungen. Eine Erfolgsgeschichte, die Ausgezeichnetes auszeichnet.


Logistische Meisterleistung
Bereits zum dritten Mal fand die Verleihung des Swiss Logistics Award im Kornhauskeller in Bern statt. Der riesige Raum beeindruckt immer wieder, erinnert er doch mit seinen beiden Seitenschiffen an die Kirchenarchitektur. Auch wenn der Kornhauskeller im Volksmund «Chübu» (berndeutsch für Kübel) genannt wird, bildete er einen festlichen Rahmen für die 20. Preisverleihung. Musikalisch wurde der Abend durch die Berner Band An Lár eröffnet. Swiss Celtic Folk erfüllte das Kellergewölbe. An diesem Abend trafen sich Logistiker, Visionärinnen, Wissenschaftler und Politikerinnen. Mittendrin die Person, die für die ganze Organisation der Veranstaltung zuständig ist. Evelyne Bösiger hat alles im Griff. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie weiss, wann der Talkgast Dieter Baumbauer auf der Bühne zu stehen hat, wann der TED eingespielt wird und wann der Schnipselböller gezündet werden soll. Keine Frage, auch die Organisation der Preisverleihung ist eine logistische Meisterleistung.
In gewohnter Manier eröffnete Kurt Aeschbacher die Galanacht. «Alles verändert sich, aber der Swiss Logistics Award hat Tradition», begann er. «Die Digitalisierung hat neue Märkte geschaffen, aber die Herausforderung für die Logistikbranche, das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge, in der richtigen Qualität und zu den richtigen Kosten bereitzustellen, bleibt bestehen. »


Ärzte ohne Grenzen
Dass Logistik wichtig ist und Leben retten kann, beweisen Médecins Sans Frontières. Für ihren mobilen Operationssaal, der in weniger als 24 Stunden einsatzfähig ist, gewinnt die Organisation den Swiss Logistics Public Award 2015. Mit der «Rapid Deployment Surgical Unit» (RDSU) schliessen die Ärzte ohne Grenzen die Lücke zwischen der unmittelbaren Hilfe in den ersten 72 Stunden nach einer Katastrophe und der längerfristigen Hilfe, die nach sieben bis zehn Tagen anlaufen kann.
Die Chirurgieeinheit umfasst neun verschiedene Bereiche, inklusive Röntgenraum und Intensivstation. Rund 50 Verletzte können gleichzeitig behandelt und Notoperationen durchgeführt werden. Der Grossteil des Materials ist in Holzkisten verstaut, die von sechs bis acht Personen getragen werden können. So lässt sich die RDSU auch in unwegsames Gebiet transportieren. Dank einem integrierten Generator und einem System zur Wasserreinigung und -aufbewahrung kann sie während 21 Tagen autonom funktionieren. An der Konzeption der RDSU, die aus ultraleichten Komponenten und aufblasbaren Zelten besteht, waren zahlreiche Experten beteiligt. Finanziert wurde das Projekt von der Hilti Foundation.


Kizy – klein und zukunftsweisend
Der 20. Swiss Logistics Award geht an Kizy Tracking. Ein kleines Gerät bringt Transparenz in die Supply Chain. Die Jury sieht in der Lösung eine wegweisende Entwicklung. «Industrie 4.0 verlangt nach neuen Lösungen, um Rohstoffe, Halb- und Fertigfabrikate weltweit optimal disponieren zu können », sagt Jurypräsident Hans Rudolf Hauri. «Die Disposition von Gütern über alle Erdteile und zu jeder Zeit ist ein Bedarf aller Lieferanten und Produzenten. Kizy ist eine kostengünstige Lösung, die am Anfang einer Entwicklungskette steht», so Hauri.
Und so funktioniert Kizy: Der kleine Tracker setzt auf das Mobilfunknetz, um seine Position durchzugeben. Das Netz reduziert zwar die Genauigkeit der Positionsbestimmung, aber dafür auch die Kosten und den Energieverbrauch. Der Kizy Tracker erreicht im Standardmodus eine Genauigkeit von 200 bis 2000 Metern. Bei gezielter Abfrage durch den Nutzer kann die Abweichung auf rund 100 Meter gesenkt werden.
Als aktives System ermöglicht Kizy eine nahtlose Verfolgung. Die Standortinformationen können über eine Online-Tracking-Plattform eingesehen oder über eine Standardschnittstelle direkt in bestehende Systeme integriert werden. Bei einer stündlichen Positionsaktualisierung kann der Kizy Tracker für ein Jahr verwendet werden, dann muss der integrierte Akku geladen werden. Pro Tag und Ladungsträger kostet die Positionierung ab 20 Rappen. Das Gerät selbst kostet 35 Franken pro Stück.
Die vier Gründer des Start-ups sind motiviert, kreativ und vor allem haben sie eine gute, innovative Geschäftsidee. «Das ganze Team war von Anfang an von der Idee überzeugt», so Torsten Wilm, der mit sichtbar grosser Freude den Swiss Logistics Award entgegennahm.


Joachim Heldt

 

Die Gewinner der letzten 20 Jahre
• 2015 Kizy Tracking AG
• 2014 BLS Cargo AG
• 2013 SkyCell AG
• 2012 Migros / Cantaluppi & Hug AG
• 2011 Innofreight Swiss GmbH
• 2010 SBB Cargo – Projekt Xrail
• 2009 Kantonsspital St. Gallen
• 2008 SFS unimarket*
• 2007 Victorinox AG
• 2006 Logistikbasis der Armee*
• 2005 Holliger Paletten Logistik AG
• 2004 Cecchetto Espresso Systems*
• 2003 Swisscom Mobile AG
• 2002 Georg Fischer Rohrleitungssysteme AG
• 2001 Schindler AG*
• 2000 Manor AG*
• 1999 Landis & Stäfa Europe
• 1998 Tela AG
• 1997 Bossard Schrauben AG
• 1996 Omega*
* Gewinner European Award for Logistics Excellence

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