gs1-neton-header-07.jpg

SLA 2019 geht an Lidl Schweiz und Krummen Kerzers AG

Mit dem Aufbau der ersten Tankstellen für flüssiges Erdgas (LNG) und dem Einsatz der ersten LNG-LKW in der Logistik in der Schweiz gewinnen der Detailhändler Lidl Schweiz und das Transportunternehmen Krummen Kerzers den Swiss Logistics Award 2019. GS1 Switzerland vergibt den Preis jedes Jahr an zukunftsweisende Logistikleistungen.

„Goodbye Diesel – Hello LNG“ heisst das Projekt, das den ungleichen Partnern den Gewinn des begehrten Logistikpreises ermöglicht hat. Dahinter steckt das Bewusstsein, dass der Güterverkehr zu den grössten inländischen Treibhausgasverursachern gehört und der Wunsch, nicht zu warten, bis neue Technologien marktreif sind, sondern bereits heute etwas für die Umwelt zu machen. Im Rahmen der Massnahmen für die Initiative Lean & Green wollte Krummen Kerzers ohnehin auf LNG-Lastwagen umstellen und holte Lidl an Bord. Mit vereinten Kräften versuchten der Detailhändler und der Transporteur Tankstellenbetreiber für den Aufbau eines Netzes von LNG-Tankstellen zu gewinnen. Als dies nicht gelang, nahmen sie das Heft selbst in die Hand und bauten innerhalb von zehn Monaten die landesweit ersten beiden Tankstellen für LNG auf. Dabei stiessen sie auf unge-ahnte Hürden, welche die Einfuhr von LNG aufgrund von falschen Besteuerungsgrundlagen im Schweizer Zollgesetz erheblich verteuerten. Die Partner liessen sich davon aber nicht entmutigen und haben mittels eines politischen Vorstosses eine Korrektur dieses Missstandes angestossen. Gleichzeitig mit der Eröffnung der Tankstellen im Juni 2019 nahmen sie die ersten LNG-Lastwagen in Betrieb. Die beiden Tankstellen schliessen nicht nur die europäische Versorgungslücke, sondern reduzieren auch die CO2-Emissionen und Luftschadstoffe der eigenen Flotte erheblich. Betrieben werden die Tankstellen von der Firma Krummen Kerzers und stehen auch Dritten offen.

Von LNG zu LBG
Bereits im ersten Jahr rechnen die beiden Partner mit einer Einsparung von über 400 Tonnen CO2-Äquivalent. Mittelfristig möchten sie jedoch von LNG auf verflüssigtes Biogas (LBG) umsteigen, das komplett fossilfreie Transporte im Schwerverkehr ermöglicht und die CO2-Emissionen Well to Wheel um mindestens 80 Prozent reduzieren würde. Mit der bestehenden Infrastruktur wäre dies prob-lemlos möglich, wie ein Test im Sommer 2019 zeigte. Die Projektpartner arbeiten gemeinsam mit Behörden, Forschung und Industrie intensiv an einer Umsetzung, damit möglichst bald eine Um-stellung auf fossilfreien Treibstoff im Güterschwerverkehr machbar wird.

Bemerkenswerte Initiative
Die Jury des Swiss Logistics Awards (SLA) würdigt mit der Verleihung des Swiss Logistics Award einen wichtigen Beitrag der Logistik in der aktuellen Diskussion um den Umweltschutz. Die Projekt-leiter der beiden Unternehmen beeindruckten die Experten vor allem mit der Geschwindigkeit und der Konsequenz, mit der sie das Projekt umgesetzt haben. „Die privatwirtschaftliche Initiative, um in der Logistik neue Wege zu beschreiten und einen Change of Mind herbeizuführen, und dies sogar gegen behördlichen Widerstand, ist bemerkenswert“, sagt Jurypräsident Hans-Rudolf Hauri.

Der Swiss Logistics Award geht an ein Unternehmen für besondere Markt- und kundenorientierte Prozesslösungen, die mit ihrer Realisierung nachweislich einen überdurchschnittlichen Markterfolg eingeleitet haben. Der SLA ist der bedeutendste nationale Logistikpreis der Schweiz, der Gewinner und die Nominierten können an der Ausschreibung für den European Award for Logistics Excellence teilnehmen. Die Beschreibung der vier weiteren nominierten Projekte können Sie unter www.gs1network.ch nachlesen.

Impressionen der Preisverleihung

GS1 Switzerland




 

Nach oben