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Schöni Transport: Grün dank Biodiesel und Solarstrom

Die Schöni Transport AG ist neues Mitglied der Lean & Green-Gemeinschaft. Sie will ihre CO2-Emissionen rasch und stark senken und erhält dafür den Lean & Green Award. 

Die Schöni Transport AG hat mehrere Schritte zur raschen Senkung ihrer CO2-Emissionen beschlossen und will möglichst CO2-neutral unterwegs sein. Dazu wurde im Rahmen der Initiative Lean & Green ein mehrschrittiger Aktionsplan erarbeitet.

Schon bisher strebte Schöni Transport nach einem besseren Umweltmanagement und beschaffte beispielsweise mehrere mit Flüssiggas betriebene Lkws. Mit dem nun erstellten Aktionsplan stärkt Schöni die Positionierung als nachhaltiges Unternehmen und erzielt Kostenreduktionen durch innovative Lösungen. Das Lean & Green-Label versteht man einerseits als «Orden» für die bereits erbrachten Leistungen in der Logistik. Andererseits soll es auch als Katalysator und Motivator für den Aufbau eines umfassenden Umweltmanagements dienen.

Die Schöni Transport gehört zur Schöni Holding und beschäftigt am Hauptsitz in Rothrist rund 400 Mitarbeitende. Die Flotte umfasst 230 Transportfahrzeuge und es ist eine Lagerfläche von 45 000 Quadratmetern vorhanden. Hauptgeschäftsfelder sind der nationale Transport mit Teil- und Komplettladungen, Stückgut, Kühlgut, Schüttgut und Losetransporte. Das internationale Angebot umfasst zudem die entsprechende Import- oder Exportverzollung. An Lagermöglichkeiten sind Palettenlager, Kleinteilelager, Blocklager und Hochregallager vorhanden.

Das Jahr 2019 dient als Referenzjahr für die Messung der CO2-Emissionen, von denen 89 Prozent aus der Trans-portlogistik und 11 Prozent aus der Lagerlogistik stammen. Geplant ist, den Ausstoss bis 2023 um 20 Prozent zu senken. Allerdings dürfte dieses Ziel bereits im Lauf des Jahres 2021 erreicht werden, was sich aus der mehrheitlich unmittelbaren Wirksamkeit der im Einzelnen beschlossenen Massnahmen erklärt.

1. Massnahme:
Insgesamt 123 Lkws fahren seit Februar 2020 mit 50 Prozent Biodieselanteil. Das senkt die CO2-Emissionen an dieser Stelle von 6247 auf 3729 Tonnen. Insgesamt erzielt das Unternehmen dadurch eine Reduktion um 18,4 Prozent.

2. Massnahme:
Bei drei Lkws wird seit Ende April testweise ein Biodieselanteil von 75 Prozent getankt. Dadurch sinken die Emissionen dieser Fahrzeuge von 152 auf 58 Tonnen CO2. Für das Unternehmen entspricht das einer Reduktion der CO2-Emissionen um 0,7 Prozent. Verläuft der Test nicht erfolgreich, werden die drei Fahrzeuge ab 2021 mit 50 Prozent Biodiesel fahren.

3. Massnahme:
Die total 47 Lieferwagen der Firma fahren seit Ende April mit 20 Prozent Biodiesel im Tank. Ihre Emissionen sinken von 2743 auf 2349 Tonnen CO2. Absolut gesehen emittiert Schöni Transport dadurch 2,9 Prozent weniger von diesem Treibhausgas.

4. Massnahme:
Die Schöni Transport wird eine Fotovoltaik- Anlage auf dem Dach ihres Logistikzentrums in Rothrist installieren. Sie soll 85 Prozent des Strombedarfs dieser Betriebsstätte decken. Die elektrizitätsbezogenen CO2-Emissionen sinken dadurch von bisher 831 auf künftig 125 Tonnen CO2, was auf Unternehmensebene einer Abnahme um 5 Prozent entspricht.

In der näheren Zukunft – voraussichtlich bis 2023 – will die Schöni Transport noch stärker CO2-neutral arbeiten. Dafür sind weitere Massnahmen angedacht wie beispielsweise die vollständige Umstellung der Lkw-Flotte auf flüssiges Biogas, falls dieser Energieträger dann nachhaltig verfügbar sein sollte. Eine weitere Möglichkeit wäre die Umstellung der Lkw-Flotte auf Wasserstoffantrieb, falls sich diese Technologie noch weiter am Markt durchsetzt.

Die Berechnung der CO2-Bilanz und die Überprüfung der Ziele im Rahmen der Lean & Green Initiative erfolgt zusammen mit dem Unternehmen Swiss Climate. Die für die Geschäftsleitung von Schöni Transport erstellten Reportings umfassen neben den Messgrössen der Transport- und Lagerlogistik auch geeignete Key Performance Indicators (KPI) zu den einzelnen Massnahmen.

Alexander Saheb  

Kurz erklärt: Die Initiative Lean & Green
Im Rahmen der Initiative Lean & Green senken Unternehmen ihre CO2-Emissionen in Transport und Logistik. Für einen erfolgreichen Reduktionsschritt gibt es einen Stern, mit den maximal möglichen fünf Sternen sind die Pariser Klimaziele auf Firmenebene erreicht. Die Initiative schafft nicht nur Zugang zu einer strukturierten Vorgehensweise, sie vernetzt auch die Mitglieder und ausgewählte Dienstleister für den Erfahrungsaustausch. GS1 Switzerland ist nationaler Host der Initiative, welche aktuell in 14 europäischen Ländern mit mehr als 500 Unternehmen aktiv ist, und führt jährlich themenbezogene Events durch. www.gs1.ch



 

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