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Pandemie offenbart Veränderungen für zukunftssichere Lieferketten

Eine aktuelle Studie im Auftrag von Orange Business Services unter internationalen Unternehmen zeigt: rund 40 Prozent der Lieferketten hielten der Pandemie nicht Stand. Die Umfrage unter 320 Unternehmen in 18 Ländern aus den Bereichen Fertigung, Transport und Logistik ergab zudem, dass sich die Einstellung zu Risiken aufgrund der Krise dramatisch verändert hat.

Rund 83 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich der Risiken in der Lieferkette wie Rohstoffengpässen, Produktionsstillständen oder Transportblockaden stärker bewusst sind als noch vor einem Jahr. Die Pandemie ist demzufolge eine Art Weckruf für die Unternehmen. Als unerlässlich für das Meistern der künftigen Herausforderungen gelten dabei besonders Schnelligkeit, Agilität und Innovation. Um das Fortbestehen zu sichern, stellt zudem für viele Unternehmen der Aufbau von Resilienz und Nachhaltigkeit in den Lieferketten durch Digitalisierung und Echtzeit-Dateneinblicke eine Priorität innerhalb der Transformationsstrategien dar. So planen 44 Prozent der Unternehmen, in den kommenden zwei Jahren Echtzeit-Dateninitiativen zu starten.

Verstärkung der Lieferkette
Laut der Umfrage haben fast acht von zehn Unternehmen die Digitalisierung ihrer Lieferkette beschleunigt. Darüber hinaus ziehen fast 50 Prozent der Befragten in den kommenden zwei Jahren eine Überarbeitung ihrer Strategien für das Risikomanagement in Betracht. Ebenfalls an Bedeutung gewinnt die Automatisierung, um die sich schnell ändernde Nachfrage zu bewältigen. So geben 42 Prozent der Unternehmen an, dass sie Automatisierung für das Risikomanagement einsetzen. Ebenso viele wollen dies in den kommenden zwei Jahren tun.   

Wie stark die Pandemie die Lieferketten beeinflusst, machen auch folgende Ergebnisse deutlich: Zwei von fünf Studienteilnehmern sagen, dass ihre Lieferkette auf dem ersten Höhepunkt der Pandemie nicht mithalten konnte. Hier werden künftig technologische Enabler wie künstliche Intelligenz (KI), Cloud, 5G und Big Data-Analytik eine grosse Rolle spielen, weil sie die Lieferketten durch verbesserte Planung und Ausführung verbessern. Das Sammeln und Teilen von Echtzeitdaten erhöht die Effizienz und Transparenz in der gesamten Lieferkette. Gleichzeitig werden dadurch die Beziehungen zwischen Lieferanten und Herstellern unterstützt, um intelligente Entscheidungen zu treffen.
 
„Der globale Gesundheitsnotstand hat Organisationen dazu gebracht, die Fragilität ihrer Ökosysteme zu akzeptieren. Kritische Lücken müssen geschlossen werden, um End-to-End-Transparenz auf globaler Ebene zu gewährleisten und das Risiko für Unternehmen und Organisationen zu minimieren. Digitale Technologien und Fähigkeiten sind der Schlüssel, damit Unternehmen und ihre Partner die Lieferkette sicher gestalten können. Digitalisierung und Datenerfassung werden auch die wichtigsten Voraussetzungen sein, um nachhaltiger zu werden und sowohl Kosten als auch die Ressourcen dieser Erde zu schonen“, sagt Kristof Symons, Executive Vice President, International, Orange Business Services.

Neuer Aufschwung für Nachhaltigkeitsprogramme
Obwohl die Pandemie das Thema Nachhaltigkeit auf der Unternehmensagenda nach unten gedrückt hat, gaben 59 Prozent der Befragten an, dass ein nicht ethisch und nachhaltig geführtes Unternehmen ein erhebliches Geschäftsrisiko darstellt, das sich auf das Endergebnis auswirkt. So sind beispielsweise intelligente Fabriken in der Lage, rund 30 Prozent der Energiekosten einzusparen.

Für die Zukunft planen 85 Prozent der befragten Unternehmen, Investitionen zu tätigen, um nachhaltiger zu werden. Dazu gehören neue Technologien zur Datenerfassung, um einen besseren Einblick in Messwerte zur Nachhaltigkeit zu erhalten sowie das Management und die Kontrolle von Faktoren wie dem Energieverbrauch. 78 Prozent der Unternehmen sehen in dem Thema Nachhaltigkeit die Chance, Produkt- und Serviceinnovationen voranzutreiben – ein entscheidender Vorteil für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.

„Die Pandemie wird irgendwann und irgendwie ein Ende finden. Aber Klimawandel, Nachhaltigkeit – diese Entwicklungen und Risiken bleiben für die nächsten Jahrzehnte bestehen“, erklärt Erwin Verstraelen, CDO und CIO im Hafen von Antwerpen. „Zum Beispiel wird der europäische Green Deal mehr Druck auf alle Beteiligten ausüben, die Herkunft von Emissionen zu identifizieren und ihren ökologischen Fussabdruck zu minimieren. Die Lieferkette ist dabei ein wichtiges Element.“

Sollten Unternehmen ihrem Anspruch gerecht werden, sind digital getriebene Programme für ein nachhaltiges Management in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich nahezu allgemeingültig.

Für die Studie „Real-time Intelligence and the Future of Supply Chains“ wurden zwischen August und Oktober 2020 insgesamt 320 Führungskräfte von weltweit tätigen Unternehmen in 18 Ländern befragt. Durchgeführt wurde die Umfrage im Auftrag von Orange Business Services von der unabhängigen Forschungsgruppe Longitude, einem Unternehmen der Financial Times.

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