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Swiss Logistics Day – virtuell

Am 15. April 2021 fand zum 12. Mal der Tag der Logistik statt. Aufgrund der aktuellen Situation wurde der Aktionstag virtuell durchgeführt. Egal ob Live-Streams, Webinare oder einfach nur Videos – der virtuelle Einblick ist gelungen. Laut Veranstalter erreichte der Aktionstag rund 200’00 Menschen.

Das mit der Logistik ist so eine Sache – sie muss funktionieren, 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag. Aber wehe das online bestellte Paket trifft nicht rechtzeitig ein. Es folgen Schimpftiraden auf die Paketzusteller. «Kann doch nicht wahr sein, dass das so lange dauert!». Blickt man aber hinter die Kulissen, wird jedem schnell bewusst, dass Logistik mehr ist als einfach nur Kisten oder Paletten hin- und herzuschieben.

Der Blick hinter die Kulissen stand dieses Jahr unter dem Motto «Logistik macht’s möglich». 107 Angebote waren im Programm, an denen die interessierte Öffentlichkeit, aber auch Fachleute kostenfrei teilnehmen konnten. Die Veranstaltungen kamen überwiegend aus Deutschland und der Schweiz. Zusätzlich begleiteten viele Kampagnen im Internet den Tag der Logistik. Die Hashtags #tagderlogsitik und #tdl21 sorgten für die perfekte Reichweite. Mit der Aktion «Logistik ist da, wo ich bin» kürt GS1 Switzerland zudem den besten selbstgedrehten Videoclip mit 500 Franken. Die Abstimmung dauert noch bis zum 30. April 2021.

Virtuelle Einblicke und Berufe mit Weitblick
Viele waren dabei und ermöglichten interessante Einblicke. Bei der Schweizerischen Post ging im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Normalerweise verarbeitet die Schweizerische Post in den Paketzentren pro Tag rund 600’000 Pakete, im Frühling 2020 waren es Corona-bedingt bis zu 1 Million Pakete täglich! Allein das Paketzentrum in Frauenfeld hat an Spitzentagen im Jahre 2020 bis zu 500'000 Pakete sortiert, erklärt Titus Bütler, Leiter Paketzentrum Frauenfeld. Aneinandergereiht entspricht das einer Strecke von 250 Kilometern und reicht von Zürich nach Lausanne. Ein grosses Lob geht vor allem an die zahlreichen Mitarbeitenden in den Paketzentren der ganzen Schweiz, die dafür sorgen, dass die bestellte Sendung so schnell wie möglich sortiert und der Zustellung übergeben werden kann. Manchmal dauerte es wegen den Corona-Massnahmen halt ein, zwei Tage länger, so Bütler.

Mit dem Swiss Logistics Day will der Verein GS1 Switzerland als Organisator, unterstützt von verschiedenen Partnern, auf die Bedeutung der Logistik aufmerksam und die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Schweiz bekannter machen. Werden in den kommenden 10 bis 15 Jahren nicht genügend Nachwuchskräfte rekrutiert, müssten Massnahmen getroffen werden, um das Fehlen der Arbeitskräfte auszugleichen, beispielsweise durch vermehrte Automatisierung.

Die Schweizerische Vereinigung für die Berufsbildung in der Logistik ASFL SVBL, GS1 Switzerland und die Fachhochschule Graubünden informierte denn auch in den gutbesuchten Online-Sessions über die schweizerische Bildungslandschaft im Bereich Weiterbildung in Logistik und Supply Chain Management. Die Logistik ist ein Berufsbild mit Zukunft. Insgesamt erzielte die Branche im Jahr 2019 einen Umsatz von 40 Milliarden Franken. Rund 190'000 Menschen sind in Logistik und Supply Chain Management beschäftigt.

Der nächste Tag der Logistik ist am 21. April 2022 geplant. Bleibt zu hoffen, dass sich der Aktionstag weiter verfestigt und sich zahlreiche Unternehmen bereit erklären, einen Blick hinter die Kulissen der Logistik zu gewähren - und das hoffentlich wieder physisch vor Ort unter dem Motto «Logistik zum Anfassen».

Joachim Heldt

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