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Logistik im Zentrum der Digitalisierung

Endlich wieder physische Veranstaltungen. Einzige Voraussetzung: Ein amtliches Covid-Zertifikat. So auch der Tenor an der gemeinsamen Tagung von GS1 Switzerland und dem Verband für temperaturgeführte Logistik (SVTL) am 2. September 2021. Das Moderatoren-Duo, Jan Eberle, GS1 Switzerland, und Georg Burckhard, SVTL, konnten knapp 80 Teilnehmer in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon begrüssen. Die Tagung rund um das Thema «Logistik im Zentrum der Digitalisierung» war informativ und abwechslungsreich.

Der Zukunftsforscher Jörg Eugster eröffnete die Tagung mit einer gelungenen Zeitreise in unsere digitale Zukunft. Laut Eugster müssen wir uns noch viel mehr mit Themen wie Internet der Dinge, Machine to Machine, 3D-Druckern, Roboter, Drohnen, künstliche Intelligenz, Spracherkennung, Übersetzung, Bots, Funkchips, Augmented und Virtual Reality auseinandersetzen. Eugsters Schlussfolgerung: der digitale Tsunami kommt – so oder so. Damit hat er Recht, denn die Digitalisierung hat bis dato schon so einiges auf den Kopf gestellt.

Selbst das Bildungssystem spürt die Auswirkungen der Digitalisierung, denn die Zusammenarbeit zwischen und Mensch und Maschine wird enger. Laut Mario Rusca, Leiter Bildungsentwicklung bei GS1 Switzerland, ist Kompetenzentwicklung vor allem in den Handlungsfeldern nötig, in denen der Mensch den digitalen Technologien überlegen ist. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung wurden denn auch die Lehrgänge auf Stufe eidg. Fachausweis und eidg. Diplom angepasst, modular aufgebaut und umgesetzt.

Selbst im Zeitalter der Digitalisierung beschäftigt das Thema elektronischer Datenaustausch noch die Gemüter. Was bald vor über 30 Jahren begann, ist noch immer aktuell. UN/DEIFACT heisst die Mutter der Nachrichtenstandards für den Austausch von elektronischen Daten in strukturierter Form. Heute wimmelt es von Standards am EDI-Himmel. Egal ob X.400, HL7, EANCOM, SOAP, API, Swift oder cXML alle übermitteln die Daten aus der Blackbox im Hintergrund von A nach B. Laut Marcel Hangartner von Descartes Stepcom AG spielt in Zukunft aber der Informationsgehalt und die Verfügbarkeit der Daten sowie die Sichtbarkeit der Prozesse eine entscheidende Rolle. Sein Fazit: Leben und erleben Sie aktiv EDI.

Um Verpackungsmaterial zu sparen und die Zustellung effizienter zu machen, setzt das Technologieunternehmen notime AG, eine Tochter der Schweizerischen Post, auf seine Kundenlösung «SameDay originalverpackt». Dabei werden Bestellungen bei der Firma Digitec Galaxus noch am gleichen Tag in der Originalverpackung an die Endkunden geliefert. Laut Philipp Antoni von notime AG liegen die Vorteile auf der Hand: Reduktion des Transportvolumens durch Verzicht auf Umverpackung und Füllmaterial und CO2-neutrale Auslieferung auf der letzten Meile. Zusätzlich fällt der Adress-Labelling-Prozess auf Seite Digitec Galaxus weg, so können die Kosten durch den effizienteren Ablauf weiter reduziert werden.

Andreas Seide von Shippeo präsentierte das Slot-Management. Das Tool ermöglicht den Zugriff auf Vorhersage und Echtzeit-Lieferinformationen. Ohne Digitalisierung wäre das undenkbar, denn auch hier führen Echtzeitdaten aus unterschiedlichen Datenquellen zur Verbesserung und Optimierung der Transportwege. Auch bei den digitalen Lösungen der Ehrhardt Partner Group EPG im Bereich des Abrechnungs- und Vertragsmanagement spielen digitale Daten eine zentrale Rolle. Wie aber mache ich die Daten sichtbar und was bedeuten die Daten für mein Unternehmen? Auf die Fragestellung gingen die Referenten Raphael Pfarrer und Raphael Brink von der AWK Group ein. Datenanalyse und maschinelles Lernen führten beim gezeigten Praxisbeispiel eines MedTech-Distributors zum Erfolg und eliminierten Schwankungen im Konsignationslager.

Die Digitalisierung stellt alle Unternehmen vor eine grosse zentrale Herausforderung. Erfolgreiche Digitalisierung beginnt im Kopf. Was will ich eigentlich und wohin soll die digitale Reise gehen? Unternehmen brauchen jetzt zukunftsgerichtete Denk- und Handlungsweisen

Impressionen der Tagung finden Sie hier.

Joachim Heldt

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