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Wege der Logistikzukunft

Es gehört in die schweizerische Logistiklandschaft: das Zürcher Logistik-Kolloquium. Dr. Peter Acél begeisterte die 53 Gäste seiner 32. Veranstaltung. Akteure führender Unternehmen wie der Migros oder des ERZ gewährten Einblick in ihre Lösungsansätze. Sie präsentierten klug genutzte Potenziale und überraschten mit erfolgsrelevanten Ideen.

Frische – auch in Zukunft
In der Migros Zürich sorgt Andrea Krapf dafür, dass in den 150 Filialen der GMZ täglich frische Ware bereit steht. Zukunftsüberlegungen brachten mehrere Visionen: Zurück zu kleineren Quartierläden? Ausbau der Heimlieferungen? Wie kommt die Ware in die Filiale, wie zum Kunden? Die Zukunftslösung geht Richtung Mehrfachlieferung im 24/7-Betrieb. Ohne Transportlogistik und LKW geht allerdings gar nichts. Tatsache ist bereits heute, dass das urbane/politische Umfeld die Zukunftsbedingungen beeinflussen wird. Trotzdem wird jetzt schon an neuen Ideen gearbeitet: Beispielsweise fahrende Lager (auf LKW-Aufliegern) in den Filialen oder der Beizug externer Dienstleister. Für Andrea Krapf ist klar: Treiber ist stets der Kunde.

Zukünftig nur das, was gebraucht wird und nicht mehr
Daniele Lardi, Unternehmensberater, Dr. Acél & Partner AG, entschlackte die Produktion der Paques BV in Friesland (NL). Unter anderem hatte die Firma kostspielige Zwischenlager an Rohwaren. Diese wurden jeweils für bis zu einer Jahresmenge bestellt. Zukünftig wird nur so viel bestellt, wie gerade verarbeitet werden kann.

  • Ein neues automatisiertes Plattenlager mit direkt integrierter Zuschneiderei und Fräserei,
  • neu gestaltete Arbeitsplätze sowie
  • der Kulturwandel zu LEAN

senken die Produkt-Durchlaufzeit. Im Teilelager liess sich der Lagerbestand von 3290 auf 1341 Positionen abbauen. Die Fertigungskapazität erfuhr eine Steigerung von 20 Prozent. Dies bei einem um 33 Prozent reduzierten Personalbestand. Zudem benötigt die Paques BV bloss noch die halbe Hallenfläche.

Zukunft der Klärschlamm-Logistik
Peter Wiederkehr, Entsorgung und Recycling Zürich, stellte das Projekt der Zürcher Klärschlamm-Logistik vor. In Zukunft sollen jährlich 100’000 t Klärschlamm aus 73 ARA zentral verwertet werden. In der ARA Werdhölzli wurde dafür eine spezielle Anlage gebaut. Der kritische Logistikschwerpunkt liegt in der Anlieferung des Schlamms, die nach eingehender Prüfung nur auf der Strasse sinnvoll ist.

Um das Transportvolumen zu reduzieren, sind die ARA angehalten, Schlamm mit einem möglichst hohen Trockensubstanz-Gehalt anzuliefern. Diese Massnahme reduziert die Transport- und Verbrennungskosten der ARA. Mögliche Anlieferungen in den Abendstunden sowie samstags führen zudem zu einer besseren Verteilung der Transporte über den ganzen Tag.

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