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«Das Motto heisst: Umsetzen, umsetzen, umsetzen»

«Vollgepackt mit Aktivitäten» war das Jahr 2016 für Nicolas Florin, Geschäftsleiter von GS1 Schweiz. Besonders hervor hebt er die äusserst erfolgreichen Events, wichtige weitere Schritte bei der Standardisierung im Gesundheitswesen und den Strategieprozess 2017-2021.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf das vergangene Jahr zurück?
Das ist schwierig zusammenzufassen. 2016 war so vollgepackt mit Aktivitäten. (überlegt) Glücklich trifft es wohl am besten. Ich bin glücklich, dass der Umzug in die neuen Räumlichkeiten Ende 2015 so gut geklappt hat, und wir das vergangene Jahr auf einer guten Basis beginnen konnten. Vor allem aber bin ich sehr glücklich über den erfolgreichen Strategieprozess 2017-2021, der das gesamte Jahr 2016 wie ein roter Faden durchzogen hat.

Was machte den Prozess so erfolgreich?
Erstmals waren Vorstandsmitglieder in einem Ausschussgremium stark involviert. Sie haben den Prozess ernst genommen und Zeit sowie Engagement investiert. Jetzt zählt die Umsetzung und diese klappt nur mit dem Commitment unserer Mitglieder. Ich glaube daran, dass die neue Strategie unsere Organisation einen grossen Schritt nach vorne bringen wird.

Was sind die Hauptpfeiler der neuen Strategie?
Die Kundenorientierung von GS1 Schweiz erhält noch eine grössere Bedeutung als sie ohnehin schon hat. Wir wollen noch verstärkt die Kundenbedürfnisse unserer Hauptbranchen Konsumgüterindustrie, Gesundheitswesen, Transport und Logistik sowie neu – und diese ist noch aufzubauen – die technische Industrie abholen und uns konsequent danach ausrichten. Insbesondere die technische Industrie hat mit Industrie 4.0 und Internet of Things grössere Herausforderungen vor sich, für die GS1 Lösungen zur Verfügung hat und eine wichtige Rolle spielen kann.

Wie möchten Sie die Kundenbedürfnisse abholen?
Unsere Gremien sind sicher ein wichtiges Element dabei. Deren Struktur soll im Zuge der Umsetzung der Strategie unter Einbezug des Vorstandes analysiert werden. Wichtig ist aber auch der direkte Kontakt zu unseren Kunden und Meinungsträgern, den wir verstärkt pflegen wollen. Wir müssen uns immer wieder fragen: «Wie können wir einen Mehrwert für unsere Mitglieder und Kunden schaffen?» Das muss unser oberstes Ziel sein.

Welche weiteren Hauptpfeiler gibt es?
Mit der Nähe zu den Mitgliedern möchten wir auch die Umsetzung unserer Standards und Empfehlungen fördern. Mit jedem Nutzer wächst deren Bedeutung, wovon wiederum alle Nutzer profitieren können. Das Motto heisst somit «Umsetzen, umsetzen, umsetzen». Der dritte Hauptpfeiler ist das Thema Digitalisierung. Die Frage ist einerseits, wie wir unsere Kunden auf dem Weg zur Digitalisierung unterstützen können. Andererseits müssen wir uns auch Gedanken machen über die Bedeutung der Digitalisierung für GS1 Schweiz als Organisation und für unser Angebot. Bei den Standards betrifft dies beispielsweise nicht nur die Schweiz. Das Thema wird auf globaler Ebene diskutiert. Wir müssen aufzeigen, dass unser System auch in der digitalisierten Welt das richtige Instrument für eine effiziente und effektive Arbeit ist. GS1 Standards übersetzen im Grunde das physische Produkt in die digitale Welt. Wir müssen dafür sorgen, dass das digitale Pendant mindestens so gut ist wie das physische Produkt.

Schauen wir nochmals zurück. Was waren für Sie die Höhepunkte des Jahres 2016?
Das vergangene Jahr war das wahrscheinlich erfolgreichste Eventjahr von GS1 Schweiz. Nicht nur bezüglich der Anzahl Teilnehmer, sondern auch bezüglich der Inhalte. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten sowohl aus der Deutschschweiz als auch aus der französischen Schweiz.

Wie steht es um die Beratungsdienstleistungen, die im vergangenen Jahr kontinuierlich ausgebaut wurden?
Dieses junge Pflänzchen gedeiht sehr gut. Wir durften und dürfen verschiedene Unternehmen in anspruchsvollen Projekten begleiten. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unsere Dienstleistungen nicht nur gebraucht, sondern auch geschätzt werden.

Stichwort Standardisierung im Gesundheitswesen: Konnten Sie weitere Fortschritte erzielen in den vergangenen Monaten?
Ja, das konnten wir, insbesondere im Gremium «Beschaffung im Gesundheitswesen». Die Arbeitsgruppe hat alle notwendigen Grundpfeiler definiert und Empfehlungen erlassen. Dem Markt stehen nun alle Instrumente zur Verfügung, um die Supply Chain zwischen Hersteller und insbesondere Spitäler zu optimieren. Jetzt geht es auch hier um die Umsetzung, bei der wir ebenfalls Unterstützung bieten.

Ein weiteres Projekt im Gesundheitswesen ist das Spital der Zukunft live mit dem wir erfreulicherweise äusserst erfolgreich gestartet sind im vergangenen Jahr. Mit 24 Trägern wurden unsere Erwartungen weit übertroffen. Ich freue mich auf interessante Projekte, die wir 2017 und 2018 mit dieser starken Unterstützung lancieren und umsetzen können.

Abgeschlossen wurde das Jahr mit einem lange erwarteten Entscheid des Bundesrates: Dieser hat beschlossen, per 1.Mai 2017 das neue Lebensmittelrecht in Kraft zu setzen. Was bedeutet dies für GS1 Schweiz?
Er bestätigt uns. Bereits vor vier Jahren haben wir im Zuge der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung 1169/2011 das Thema «Trusted Source of Data» im Bereich Lebensmittel aufgegriffen und die Online-Plattform trustbox ins Leben gerufen. Unseren Mitgliedern, die von der neuen Deklarationspflicht im Online-Handel und in der Gastronomie betroffen sind, können wir nun eine optimale Lösung anbieten und sie bei der Umsetzung adäquat unterstützen. Auch für die geforderte verstärkte Rückverfolgbarkeit von Produkten können wir mit unseren Standards ideale Lösungen anbieten. Die von einer unserer Arbeitsgruppen erarbeitete detaillierte Anwendungsempfehlung für Rückverfolgbarkeit, die im Frühling 2017 publiziert wird, und das Tool fTrace runden unser Portfolio in dieser Thematik ab.

Was sind die ersten To-Dos auf Ihrer Liste für das neue Jahr?
Im Zuge der Strategie wollen wir das Produktportfolio von GS1 Schweiz überprüfen und an die Marktbedürfnisse anpassen. Ein neuer Standard, den wir in der Schweiz einführen und unsere Mitglieder bei der Umsetzung unterstützen wollen, ist GS1 SmartSearch. Mit ihm können Produkteigenschaften so klar strukturiert werden, dass sie von Suchmaschinen auf Anhieb erkannt werden. Das ist ein grosser Vorteil im Online-Handel. Sie sehen, der Kreis schliesst sich. Das Thema Digitalisierung ist omnipräsent.

Die Fragen stellte Claudia Schön.

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