gs1-neton-header-04.jpg

«Ich kann über alle Hierarchiestufen hinweg kompetent auftreten»

Die gelernte Kauffrau Karin Ley eignete sich während 17 Jahren bei Novartis praktisches Wissen im Bereich der Logistik und des Supply Chain Managements an. 2016 wollte sie sich beruflich weiterentwickeln: Sie wechselte vom Weltkonzern zu einem KMU und entschloss sich kurz darauf, im Lehrgang zur Supply Chain Managerin von GS1 Switzerland ihre Praxiserfahrung mit Fachwissen zu festigen. 

Auch in Zeiten, in denen Corona keine Rolle spielt, ist Karin Ley mit ihrem internationalen Team oft per Video-Call verbunden. Denn die 41-Jährige organisiert, koordiniert und analysiert als Commercial Operation Manager bei der Sentec AG mit Sitz in Therwil (BL) die gesamte Supply Chain der Produkte ihrer Firma. Dabei handelt es sich um Messgeräte zur kontinuierlichen nichtinvasiven Überwachung der Lungenfunktion (Blutgasmessungen) bei Neugeborenen und Erwachsenen mittels komplexer digitaler Sensoren. Sie sind weltweit gefragt und Ley steht deshalb mit Kolleginnen und Kunden rund um den Globus immer in Kontakt.

Die Baselbieterin ist für das Forecasting der gesamten Warenlieferkette zuständig, wofür sie Zahlen analysiert und Prozesse optimiert. So evaluiert sie derzeit das Logistikkonzept des Betriebs und ist dabei, ein CRM-System einzuführen. «Für meine Arbeit ist es nötig, das Big Picture im Blick zu haben. Es gilt etwa betriebswirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen ebenso wie die Integration von IT-Systemen. So migrierten wir sämtliche Daten eines Unternehmens in Landquart, das wir 2018 akquiriert haben», erklärt Ley.  

Sie stieg 2016 als Customer Service & Distribution Specialist bei Sentec ein und ist seit Mitte des letzten Jahres in ihrer heutigen Funktion tätig. Als eidgenössisch diplomierte Supply Chain Managerin ist sie auch bestens dafür qualifiziert. Der Entschluss, diese Weiterbildung bei GS1 Switzerland in Angriff zu nehmen, war aber schon kurz nach ihrem Wechsel zu Sentec in ihr gereift.

Fülle an Wissen
Zwar arbeitete die gelernte Kauffrau seit Beginn ihres Berufslebens bei Novartis im Logistikbereich und erwarb sich so grosses Praxiswissen. «Aber nach meinem bewussten Wechsel vom Weltkonzern zu einem KMU wollte ich mich beruflich weiterentwickeln. Deshalb entschied ich mich für diesen zeitgemässen und zukunftsorientierten Lehrgang, mit dem ich mir fachliches Hintergrundwissen aneignen konnte.» Ihr Arbeitgeber habe sie im Sinne der Mitarbeiterförderung zu diesem Schritt motiviert und auch finanziell unterstützt.

Ley startete im März 2018, und rückblickend stellt sie schmunzelnd fest: «Ich ging eventuell etwas zu naiv an die Weiterbildung heran.» Denn obwohl sie diesen Lehrgang unter anderem deshalb gewählt hatte, weil er ein breites Spektrum abdeckt, überraschte sie die Fülle an Wissen, das vermittelt wurde – und auch der grosse Zeitbedarf, der nötig war, um den Lernstoff zu verinnerlichen.

Weiterbildung mit Aha-Effekt
Ley verzichtete während der Weiterbildung auf eine Reduktion ihres 100-Prozent-Pensums und lernte deshalb am Abend und an den Wochenenden. «Ich habe ausserdem viel vom Klassenunterricht profitiert. Denn die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Branchen, und so wurden zu gewissen Themen verschiedene Meinungen diskutiert.»

Zwar war es Ley ein Bedürfnis, ihre praktische Erfahrung mit theoretischem Wissen zu unterlegen. Ebenso wichtig war ihr aber auch ein starker Praxisbezug in der Weiterbildung. weshalb sie auch den Lehrgang von GS1 Switzerland einer vergleichbaren Weiterbildung an einer Universität oder Fachhochschule vorzog: «Bei GS1 Switzerland kommen die Dozenten aus dem Beruf und können das Wissen aus ihren Fachbereichen perfekt weitergeben.» Durch diese Herangehensweise sei das Puzzle aus einzelnen Wissens-Teilen für sie zu einer Gesamtansicht verschmolzen, dem «Big Picture»: «Ich hatte den einen oder anderen Aha-Effekt», meint sie lachend.

Die grösste Herausforderung während des Lehrgangs war für Ley das Verfassen der Diplomarbeit: «Da die Arbeit mit einem praktischen Projekt verbunden sein muss, war es zunächst schwierig für mich, ein passendes Thema zu finden. Dann veränderten sich die Rahmenbedingungen des Vorhabens, sodass ich in der Hälfte der Zeit noch einmal ein neues Thema suchen musste. Schliesslich schrieb ich die Arbeit anstatt in sechs in zweieinhalb Monaten», erinnert sich die Supply Chain Managerin.

Arbeitgeber profitiert auch
Im Sommer 2020 schloss Karin Ley den Lehrgang erfolgreich ab. Die Weiterbildung zur Supply Chain Managerin sei zwar nicht Bedingung gewesen, um die neue Stelle als Commercial Operation Manager anzutreten, sagt sie. «Aber das Unternehmen hat in mich investiert und möchte nun auch von meiner Weiterbildung profitieren. Deshalb hat man mich auch für diese Position vorgeschlagen.»

Die Weiterbildung habe sie sowohl beruflich wie privat weitergebracht. Deshalb sei der Karriereschritt auch für sie auf der Hand gelegen: «Ich kann heute komplexe Probleme mit anderen Methoden lösen. Durch das Wissen, das ich mir angeeignet habe, ist es mir ausserdem möglich, über alle Hierarchiestufen hinweg kompetent aufzutreten. Das schliesst mit ein, dass ich in einer Diskussion auch mal widerspreche.»  

Julia Konstantinidis

Nach oben