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«Das ist alles Logistik? Wie spannend ist das denn!»

Supply Chain Manager Marcel Frauenknecht fühlt sich heute in Diskussionen fachlich in vielen Bereichen sattelfest.Durch die Weiterbildung zum Logistikfachmann fand Marcel Frauenknecht zur Passion für die Logistik. Als Supply Chain Manager ist er heute Experte für die gesamte Versorgungskette seines Betriebs.

Marcel Frauenknecht arbeitet in einer zukunftsträchtigen Branche. Und dies nicht nur als Supply Chain Manager – dem Beruf der Stunde. Auch die Sammlung und Wiederverwertung von PET-Flaschen hat enorm an Bedeutung gewonnen in den vergangenen zehn Jahren – so lange arbeitet Frauenknecht schon beim Verein PETRecycling Schweiz. Parallel zu dieser Aufwärtskurve hat sich der Zürcher beruflich weiterentwickelt.

Vom Lager ins Büro
Welche Möglichkeiten ihm die Logistik bietet, realisierte er zunächst nicht. «Ich habe die Lehre zum Logistik- Assistenten bei der Post gemacht und war als Pöstler tätig.» Die Zustellung von Briefen und Paketen sei nach einer gewissen Zeit aber nichts mehr für ihn gewesen, weshalb er nach dem Berufsabschluss den Lehrbetrieb verliess und eine Stelle im Lager suchte, «wo ich mich den operativen Tätigkeiten des Transportierens, Umschlagens, der Kommissionierung und des Lagerns gewidmet habe». Frauenknecht blieb diesem Berufszweig einige Jahre treu, bis der Wunsch nach einer Weiterentwicklung in ihm aufkam. «Der Gedanke, im Büro arbeiten zu wollen, war bei mir schon immer präsent, deshalb absolvierte ich die Handelsschule, um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen.»

Dieser Schritt führte dazu, dass Frauenknecht an seiner neuen Stelle als Sachbearbeiter Logistik sein erworbenes Wissen mit demjenigen aus der Erstausbildung verbinden konnte. «Mit 28 Jahren hatte ich dann wiederum das Bedürfnis, etwas Neues anzupacken», erklärt er. Einerseits suchte er sich mit dem Verein PET-Recycling Schweiz einen neuen Arbeitgeber und stieg als Sachbearbeiter dort ein. Andererseits befasste er sich mit den Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Passion für die Logistik
Obwohl sein Interesse an logistischen Prozessen damals nicht besonders gross gewesen sei, habe er sich aus pragmatischen Gründen für die Weiterbildung zum Logistikfachmann bei GS1 Switzerland entschieden. So konnte er auf dem Wissen aufbauen, das er von der Berufslehre mitbrachte. Als Frauenknecht 30 war, begann er – motiviert von seiner Partnerin – mit dem anderthalb Jahre dauernden Lehrgang. Die Passion für die Logistik kam «erst mit der Zeit und mit meinen Weiterbildungen», bekennt Frauenknecht. Im Verlauf des Lehrgangs habe er dann aber die Vielfältigkeit der Logistik kennengelernt und mehr als einmal gedacht: «Das ist alles Logistik? Wie spannend ist das denn!» Doch nicht nur die Faszination für die Logistik war geweckt, sagt er heute: «Mit der Weiterbildung kam auch das prozesshafte Denken. »

Die Zukunft gewählt
Für die Ausbildung zum Logistikfachmann hatte sich Frauenknecht vor allem im Hinblick auf seine beruflichen Möglichkeiten entschieden. Eineinhalb Jahre nach Abschluss der ersten Weiterbildung fasste er hauptsächlich aus persönlichem Interesse an der Logistik den Entschluss, einen weiteren Lehrgang bei GS1 Switzerland zu besuchen. Zur Wahl standen die Lehrgänge zum Logistikleiter oder zum Supply Chain Manager. «Die Weiterbildung zum Supply Chain Manager ist sehr generalistisch aufgebaut und fokussiert auf die Integration der gesamten Versorgungskette», erklärt Frauenknecht seine Entscheidung für Letzteren. Der Schwerpunkt auf IT-Module mache den Lehrgang zudem zu einer zukunftsträchtigen Weiterbildung. Und schliesslich hat es Frauenknecht durch seine Tätigkeit bei PET-Recycling Schweiz mit einer klassischen Supply Chain zu tun.

Starker Praxisbezug
Um das eidgenössische Diplom zu erhalten, sei eine Menge Disziplin nötig gewesen, sagt Frauenknecht, der Anfang 2021 als Lehrgangsbester abschloss. «Es ist ein anderes Leben während der Weiterbildung. Man kann sich zwar kleine Pausen erlauben, muss sich aber immer wieder selbst motivieren, um dranzubleiben », sagt der 36-Jährige, der zwischenzeitlich aufhörte, Fussball zu spielen, und stattdessen am Abend nach der Arbeit lernte. Das Verfassen der Diplomarbeit sei überdies eine Achterbahnfahrt der Gefühle gewesen. «Man ist aber am Schluss stolz, wenn man das Ergebnis in der Hand hält.» Geholfen hat ihm der starke Praxisbezug der Weiterbildung: «Die Dozenten verknüpften die Materie immer wieder mit Beispielen aus dem Berufsalltag. Dadurch habe ich den Stoff viel besser verstanden.»

Sattelfest durch neues Wissen
Simultan zu seinen Weiterbildungen stieg an Frauenknechts Arbeitsplatz die Verantwortung und auch der Lohn. «Meine Stelle wurde kontinuierlich ausgebaut, ich erhielt immer neue Aufgaben.» Heute ist er unter anderem für die Partnerbetreuung der Abholpartner im schweizweiten Sammel- und Recyclingsystem verantwortlich sowie für den Einkauf der Sammelinfrastruktur. «Zudem arbeite ich viel in Projekten, so in der Entwicklung einer mobilen Datenerfassung, der Einführung eines Business Intelligence Tools oder der Weiterentwicklung unseres Supply Chain Managements, um für die Zukunft gerüstet zu sein.» Er selbst fühlt sich dank der Weiterbildung zum Supply Chain Manager für kommende Herausforderungen gewappnet: «Durch die Breite der Weiterbildung fühle ich mich heute in vielen Bereichen sattelfest und weiss in Diskussionen, wovon die Rede ist. Nun kann ich in der Firma die wichtigen Sachen anpacken.»

Julia Konstantinidis

Zur Person
Marcel Frauenknecht ist 1986 geboren und im zürcherischen Wallisellen sowie in Dübendorf aufgewachsen. Heute lebt er in Brüttisellen. Nach der Lehre zum Logistik-Assistenten bei der Post arbeitete er einige Jahre in der Lagerlogistik, bevor er die Handelsschule besuchte. Danach war er als Sachbearbeiter Logistik tätig. 2012 stieg er in dieser Funktion beim Verein PET-Recycling Schweiz mit Sitz in Zürich-Altstetten ein. Von 2016 bis 2017 absolvierte er bei GS1 Switzerland erfolgreich den Lehrgang zum Logistikfachmann und von 2019 bis 2021 jenen zum Supply Chain Manager. Heute ist Frauenknecht für den Einkauf und die Logistik beim Verein PET-Recycling Schweiz zuständig.

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