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Standards erhöhen die Effizienz im Gesundheitswesen

Bedingt durch den Kostendruck und der Forderung nach mehr Patientensicherheit erhalten globale Standards vermehrt Einzug in das Gesundheitswesen. Egal ob effizientes Tracking und Tracing, Fälschungssicherheit oder Stammdatenaustausch – die GS1 Standards stellen die notwendigen Bausteine zur Verfügung und sorgen für eine transparente Versorgungskette vom Hersteller bis zum Patienten. Am 14.9. führt GS1 Schweiz deshalb die 2. Systemtagung Healthcare in Bern durch. – Wir befragten dazu Walter Hölzle, Präsident der Stiftung Refdata.

Als unabhängige Stiftung übernimmt die Stiftung Refdata die kostengünstige, sozialverträgliche und volkswirtschaftlich relevante Referenzierung von Artikeln, Dienstleistungen, Personen und Institutionen. In der Stiftung Refdata sind alle bedeutenden Fachverbände aus dem schweizerischen Gesundheitswesen vertreten. Im Jahre 2001 wurde der Stiftung Refdata die exklusive Bewirtschaftung der Referenzierung von Artikeln und Partnern auf dem Schweizer Gesundheitsmarkt übertragen. Zur eindeutigen Identifikation wurden die international gültigen GS1 Standards gewählt. Als Präsident der Stiftung nahm Walter Hölzle wie folgt zu unseren Fragen Stellung:

Wieso soll das Schweizer Gesundheitswesen eine einheitliche Barcode-basierte Warenkennzeichnung forcieren?
Walter Hölzle: Alle reden immer von massiv steigenden Kosten im Gesundheitswesen und weniger von der hohen Qualität, die ihren Preis hat. Nach wie vor dürfen wir festhalten, dass unser Schweizer Gesundheitssystem weltweit zu den besten zählt. Das stellt gleichzeitig auch eine Verpflichtung dar, ständig daran zu arbeiten, insbesondere mit dem Ziel, mehr Effektivität und Effizienz in der täglichen Arbeit zu erreichen. Die Chancen dazu stehen aufgrund der neuen digitalen Optionen günstiger denn je. So geht es heute darum, einheitliche und international anerkannte Standards im Rahmen des Supply Chain Managements optimal zu nutzen.

Bei welchen Produkten sehen Sie hier einen Nachholbedarf?
W.H.: Generell kann man den Institutionen im Gesundheitswesen gute Noten ausstellen. Die Notwendigkeit der Standardisierung ist erkannt und es werden intensive Anstrengungen unternommen, die ganze Warenbewirtschaftung zu verbessern. Äusserst wünschenswert wäre es, wenn vermehrt noch Medical Devices analog der Medikamente einheitlich und umfassend referenziert würden.

Gibt es besonders aktive Spitäler, Gerätehersteller oder Verbrauchsmateriallieferanten, die Vorbildcharakter aufweisen? Was machen sie besonders gut?
W.H.: Als Präsident der Stiftung Refdata möchte ich nicht einzelne Stakeholder hervorheben, sondern allgemein festhalten, dass die Branche auf dem richtigen Weg ist und bereits grosse Fortschritte erzielt hat. So haben Spitäler, die schon mit einer weitgehenden Standardisierung innerhalb ihres Warenflusses arbeiten, die Qualität ihrer Leistungen steigern und die Kosten gleichzeitig optimieren können. Bereits heute werden von den Spitälern Lieferanten bevorzugt, die ihrerseits mit einheitlichen Standards arbeiten. Die Vorteile der Standardisierung sind vielseitig, sie betreffen sowohl die Seite der Beschaffung wie die der Lieferanten, der Leistungserbringer und der Versicherungen im Abrechnungsprozess.

Es wäre nun schön, wenn sich die Spitäler noch mehr untereinander über ihre erzielten Erfolge im Standardisierungsprozess austauschen würden. Eine ausgezeichnete Gelegenheit dazu bietet ja gerade die Systemtagung Healthcare von GS1 am 14. September in Bern.

Wie sehen Sie die Rolle von Refdata im Prozess der einheitlichen Warenkennzeichnung?
W.H.: Als Stiftung, in welcher alle Stakeholder und Verbände aktiv mit dabei sind, lautet das oberste Ziel, die Standardisierung auf einheitliche Weise zu fordern und zu fördern, um die Prozesse effektiver und effizienter zu gestalten und die Qualität zu erhöhen. Gleichzeitig geht es darum, unnötige Kosten aufgrund zu vieler Schnittstellen und Reibungspunkte vermeiden zu können. Die Stiftung Refdata versteht sich als Non-Profit-Organisation und verfolgt engagiert die Aufgabe, allen Kreisen eine optimale Referenzierung ihrer Produkte zur Verfügung stellen zu können.

Die Fragen stellte Hans Balmer

GS1 Systemtagung Healthcare: www.gs1.ch/sth


 

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