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Konsumenten wollen GS1 DataBar

Experten weisen immer wieder auf die Verschwendung von Lebensmitteln hin. Fast ein Drittel aller Lebensmittel gehen weltweit verloren. Ursachen sind die Wegwerfmentalität, aber auch Mängel bei Transport und Lagerung.

(hg) Laut einer IBM-Studie landen weltweit 25 Prozent aller Lebensmittel auf dem Müll. Das entspricht einem Warenwert von jährlich über 400 Milliarden Franken. Experten am Food-Save-Kongress waren der Meinung, dass 50 Prozent vor der Entsorgung bewahrt werden können. Bei besserer Planung und Aufbewahrung könnten diese Lebensmittel verzehrt werden. Obst und Gemüse machen mit 50 Prozent den grössten Teil der weggeworfenen Lebensmittel aus. An zweiter Stelle liegen Reste selbst gekochter Mahlzeiten oder von Fertiggerichten.

GS1 DataBar ausgezeichnet
Dank der Einführung des GS1 Systems und dem damit verbundenen Scanning konnte zwar die Effizienz gesteigert werden, was auch den Konsumenten zugutekommt, aber das Problem der Verderblichkeit bleibt bestehen. Kurz vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums oder des Verfalldatums werden die Lebensmittel preislich reduziert. Die Auszeichnung der Ware erfolgt manuell.Mit der Einführung der neuen, zusätzlichen Barcodesymbologie GS1 DataBar an der Kasse wird die Möglichkeit geschaffen, nicht nur die Artikelidentifikation in einem Barcode zu verschlüsseln, sondern auch das Mindesthaltbarkeitsdatum. Abfrageroutinen in den Kassensystemen geben einerseits den Konsumenten die Sicherheit, keine abgelaufene Ware zu kaufen, und andererseits erfolgt beim Detailhandelsunternehmen eine automatische Preisreduktion kurz vor Erreichen des Verfalldatums.

Gute Akzeptanz
GS1 Irland hat die Auswirkungen der Kennzeichnung von Frischprodukten mit der Barcodesymbologie GS1 Data- Bar auf das Kaufverhalten der Konsumenten untersucht. Die Umfrage hat das Amárach Research Institute durchgeführt. Die Mehrheit der Befragten gehen für sich und ihre Familien einkaufen, dabei liegt die Einkaufshäufigkeit bei ein- bis zweimal wöchentlich.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verfalldatum auf den Produkten wird bei Frischfleisch und Fischprodukten von 95 Prozent der Befragten kontrolliert. Bei Milchprodukten liegt der Anteil bei 94 Prozent, bei Obst und Gemüse noch bei 74 Prozent. Offensichtlich ist die Überprüfung der Haltbarkeitsdaten bei Frischprodukten gang und gäbe.
70 Prozent der Befragten begrüssen die automatische Servicewarnung und den Hinweis auf fast abgelaufene und damit preisgünstige Ware durch Scanning des GS1 DataBar am Verkaufspunkt. Ein Grossteil der Kundinnen und Kunden würden preisreduzierte Waren kaufen. Lediglich 14 Prozent der Befragten lehnen den Kauf ab.
Die Studie zeigt, dass die Einführung von GS1 DataBar als globaler Standard einem tatsächlichen Kundenbedürfnis entspricht. Mit der Symbologie können neben der Global Trade Item Number (GTIN) Zusatzinformationen wie Gewicht oder Mindesthaltbarkeitsdatum auf kleinstem Raum verschlüsselt werden. Durch seine lage- und richtungsunabhängige Lesbarkeit ist der lineare Barcode für den Einsatz am Verkaufspunkt geeignet.
Der grösste Nutzen wird bei der Kennzeichnung gewichtsvariabler Frischprodukte erwartet. Daneben sind weitere Anwendungen wie die Prüfung der Chargen-/Lotnummer, die den Verkauf zurückgerufener Produkte verhindern soll, und die Verschlüsselung von Seriennummern zur automatischen Erstellung von Garantiescheinen an der Einzelhandelskasse möglich.

Heinz Graf

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