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Logistik auf gutem Kurs

Der Schweizer Logistikmarkt ist auf ein Gesamtvolumen von 37,8 Milliarden Franken gewachsen und beschäftigt 175 000 Erwerbstätige. Die Branche übernimmt eine wichtige und nicht zu unterschätzende Rolle für die Volkswirtschaft und den Arbeitsmarkt. Sie zählt zu den stillen Gewinnern.

Bereits die siebte Auflage der Schweizer Logistikmarktstudie hat der Fachverband GS1 Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Logistikmanagement der Universität St. Gallen herausgegeben. Das Standardwerk über den Schweizer Logistikmarkt wurde durch die Autoren nicht nur aktualisiert, sondern wagt mit dem Kapitel «Logistiksysteme der Schweiz in 20 Jahren» einen Blick in die Zukunft.

Stetiges Wachstum
Laut der aktuellen Ausgabe der Studie setzt die Branche 37,8 Milliarden Franken um und verzeichnet gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 1,9 Prozent. Nach dem Krisenjahr 2009 konnte damit innerhalb von zwei Jahren das Marktvolumen von 2008 übertroffen werden. Die Beschäftigung in der Logistik nahm um 1,4 Prozent zu, im Basisjahr 2012 wurden in diesem Sektor 174 989 Erwerbstätige gezählt. Das Güteraufkommen beträgt 451 Millionen Tonnen; das entspricht einem leichten Minus von 3 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr.
Die Prognosen stehen auf Wachstum. Laut der Studie ist 2013 mit einem Anstieg des Logistikmarktvolumens von 2,6 Prozent und auf das Jahr 2014 gar mit einem Wachstum von 3,2 Prozent zu rechnen. Das Gesamtvolumen per 2014 wird auf 40 Milliarden Franken geschätzt. Damit liegt das Wachstum um 0,9 Prozentpunkte über dem prognostizierten Bruttoinlandprodukt.

Verkehrsbeschränkungen und Fachkräftemangel
Auch wenn die Branche im Bereich der Zukunftsforschung deutlich hinter dem Gesundheitswesen, der Automobil- und der Telekommunikationsbranche liegt, so gibt das Kapitel «Logistiksysteme der Schweiz in 20 Jahren » einen guten Überblick, mit welchen möglichen Szenarien die Branche in Zukunft zu rechnen hat. Die Studie führt insgesamt 13 Szenarien auf. Für drei davon rechnen die Experten mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 Prozent.
Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 54 Prozent schreiben die Fachleute lokalen Verkehrsbeschränkungen zu, die aufgrund von umwelt- und verkehrspolitischen Entwicklungen verhängt werden. Das Szenario kommt nicht von ungefähr, denn Prognosen gehen davon aus, dass der Schweizer Güterverkehr auf der Strasse bis 2020 zwischen 36 und 87 Prozent zunehmen wird.
Damit dieses steigende Güterverkehrsaufkommen in Zukunft gemeistert werden kann, wird der Ruf nach einem Masterplan Mobilität laut. Einen Fachkräftemangel in der Logistikbranche halten die Experten für am zweitwahrscheinlichsten. Er wird unter anderem auf die fehlende Attraktivität des Berufs zurückgeführt. Durch den Einsatz von ausländischen Arbeitskräften kann der Mangel laut den Experten behoben werden. Das Abstimmungsresultat zur Initiative gegen Masseneinwanderung versetzt der auf Wachstum getrimmten Branche diesbezüglich einen herben Schlag.
Platz drei der Top-Szenarien geht an die «gläserne Logistik». Zu den Hauptgründen zählen der Einsatz neuer Technologien und Lösungen, wie beispielsweise die Etablierung des Supply-Chain-Managements, sowie der zunehmende Markt-, Konkurrenz- und Kostendruck. Gegen eine gläserne Logistik sprechen das fehlende Interesse an einer engen Zusammenarbeit und das mangelnde Vertrauen untereinander.

Ausblick auf die Logistikmarktstudie 2015
In der achten Ausgabe der Logistikmarktstudie Schweiz wird ein Fokus auf Trends und Strategien im Supply Chain Management gelegt. Dabei werden unter anderem der E-Commerce in der Schweiz sowie Fragestellungen rund um die Thematik von Big Data beleuchtet.
Neben diesen und zahlreichen weiteren Neuerungen werden etablierte Aspekte, wie die Quantifizierung des Schweizer Logistikmarktvolumens, in gewohnter Manier fortgeschrieben. Die Studie ist das Nachschlagewerk für die Schweizer Logistikbranche und stellt den nationalen Logistikmarkt transparent und offen dar. Die Publikation liefert wichtige Informationen über Segmente, Standorte, Potenziale und Trends.

Joachim Heldt

Die Kurzversion der Studie können Sie hier kostenlos downloaden.
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Letzte Änderung amMontag, 24. März 2014
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