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Immer auf Achse

Immer auf AchseAls frischgebackene Logistikleiterin an einem internationalen Projekt für eine weltbekannte Marke mitarbeiten zu können – für viele ein Traum. Für MarieLuise Ingold ist es Realität. Den Preis dafür, nämlich dauernd unterwegs sein zu müssen, zahlt sie gerne.

(uh) MarieLuise Ingold ist etwas ausser Atem, als sie zum Interviewtermin erscheint. «Ich bin eben erst angekommen», erklärt sie entschuldigend. Die rothaarige junge Frau mit den leuchtend blauen Augen tut dies in einem Berndeutsch, das von keinerlei Fremdeinwirkung zeugt.

Ja, klar, entgegnet sie auf die erstaunte Frage der Besucherin, sie pendle täglich zwischen Bern und ihrem Arbeitsplatz bei CocaCola HBC Schweiz im zürcherischen Brüttisellen. Normalerweise klappe das ganz gut und daure von Haus zu Haus auch nicht länger als eindreiviertel Stunden. Bloss heute habe eine Störung bei der SBB zu massiven Verspätungen geführt. MarieLuise Ingold reist gern, und so stört sie die tägliche Pendlerei nicht. Ausserdem, sagt sie, mache ihre momentane Aufgabe den langen Weg mehr als wett: Seit Jahresbeginn arbeitet sie an einem wichtigen Projekt mit, in dessen Rahmen sämtliche Prozesse in allen 28 CocaColaLändergesellschaften analysiert, standardisiert und in einheitliche SAPLösungen integriert werden, angefangen beim Einkauf, über die Produktion und die Lagerhaltung bis hin zur Distribution. «Das ist extrem spannend, denn ich erhalte Einblick in jeden einzelnen Prozess. Gleichzeitig ist es aber auch sehr herausfordernd, weil ich täglich Neues lerne und weil alle Prozesse aufeinander abgestimmt werden müssen.»

Zweitarbeitsplatz Sofia
Auch im Rahmen dieses Projekts reist MarieLuise Ingold oft, denn die Projektzentrale befindet sich in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Hier treffen sich die Teammitglieder regelmässig zu Rapporten, Schulungen und Workshops. Insgesamt verbringt sie rund zwei Wochen pro Monat in Sofia. Das Projektteam sei wie eine grosse Familie, schwärmt sie. Das Zusammentreffen mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen sei eine einmalige Gelegenheit, denn man lerne unheimlich viel voneinander.
Es erfüllt MarieLuise Ingold mit Stolz, dass sie mit ihren erst 31 Jahren Teil dieses wichtigen und in seinem Umfang für CocaCola HBC einmaligen Projekts ist.
In den Schoss gefallen ist ihr diese Stelle allerdings nicht. Vielmehr hat sie sich ganz regulär darum beworben. Verlangt wurden einerseits Erfahrung innerhalb des Unternehmens und andererseits Fachwissen im Bereich Logistik – das war ihre Chance. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits sechs Jahre für CocaCola gearbeitet. Dies hauptsächlich am Standort Bolligen bei Bern, wo sie für die nationalen und internationalen Warenverschiebungen zuständig war. Im Rahmen eines JobRotationsProgramms hatte sie auch schon ein erstes Mal Zürcher Luft geschnuppert und sich in Brüttisellen mit der Produktionsplanung auseinandergesetzt.

Bloss nicht stehen bleiben
Schon kurz nach ihrem Einstieg bei CocaCola hatte sie sich zur Logistikfachfrau weitergebildet. Dank der Tatsache, dass CocaCola ein sehr breites Logistikspektrum abdeckt, konnte sie das theoretisch Erlernte stets auch mit der Praxis verknüpfen. «Die Logistik hat mich von Anfang an fasziniert», sagt sie. Und auf die Frage, was denn diese Faszination ausmache: «Alles: die täglich neue Herausforderung, die Organisation, die Koordination und Verknüpfung der Abläufe sowie die Resultate, die am Ende sichtbar sind.» Es war für sie deshalb klar, dass sie es nicht bei der Logistikfachfrau bewenden lassen wollte, sondern «weiter machen», sprich den Lehrgang zur Logistikleiterin in Angriff nehmen würde. Wie schon bei der ersten Weiterbildung konnte sie auf die Unterstützung ihres Arbeitgebers zählen. Im vergangenen Herbst hat sie ihre Ausbildung bei GS1 abgeschlossen – als einzige Frau unter 16 Männern. «Das war kein Problem», erzählt sie lachend, «im Gegenteil, ich habe das genossen.» Allerdings kann sie nicht verstehen, weshalb der Frauenanteil in der Schweizer Logistikwelt immer noch so tief ist: «Frauen bewältigen diese Aufgaben ebenso gut wie Männer», und mit einem Augenzwinkern fügt sie an: «wenn nicht sogar besser.»

Immer unter Strom
Wie muss man sich denn einen Tag im Leben der MarieLuise Ingold vorstellen, wenn sie nicht gerade in Sofia weilt? – Da seien zum Beispiel Istund Sollprozesse zu definieren, um die Warenverschiebungen sicherzustellen. Oder es gebe Unterlagen für die Mitarbeiterschulung auszuarbeiten und Stammdaten zu pflegen. Es bestehe durchaus ein gewisser Druck, denn es müssten stets neue Meilensteine erreicht werden. Als nächstes steht die SAPTestphase in der Projektzentrale in Sofia an. Es sei allerdings nicht so, dass jetzt alles völlig neu angegangen werde, denn man habe bei CocaCola schon bisher laufend versucht, die Abläufe zu standardisieren und zu optimieren. Ihre Diplomarbeit war denn auch dem Thema «Kontinuierliche Verbesserungsprozesse» gewidmet. Im März 2012 ist das Projekt für MarieLuise Ingold abgeschlossen.Was dann? Man ahnt es schon: Sie wird weiter reisen. Diesmal Richtung Westen, nach Süd und Mittelamerika. Und natürlich nur ferienhalber. «Projekt nach dem Projekt» nennt sie dieses Vorhaben. Und dann ist da noch ein zweites, ein berufliches, das aber noch in weiter Ferne liegt und auch nicht näher definiert ist: eine vertiefte Ausbildung in Sachen Logistik. Denn dass sie in der Logistik bleiben will, steht für sie fest. Und dass sie bei CocaCola bleiben möchte, ebenfalls: «Ich bin stolz, für dieses Unternehmen arbeiten zu dürfen.»

Ursula Homberger

 

Zur Person
Die 31jährige MarieLuise Ingold stammt aus Bern und hat in Biel die Handelsschule besucht. Nach Lehr und Wanderjahren bei der eidgenössischen Zollverwaltung und dem Logistikunternehmen UPS United Parcel Service begann sie 2005 am Standort Bolligen im Bereich Logistik für CocaCola zu arbeiten. Parallel dazu hat sie sich zur Logistikfachfrau und zur Logistikleiterin weitergebildet. MarieLuise Ingold lebt mit ihrem Partner in Bern und geniesst in der spärlichen Freizeit, die ihr nach den langen Arbeitstagen und nebst den vielen Reisen noch bleibt, ihr Zuhause, die Zeit mit Familie und Freunden, ein gutes Buch oder einfach die Momente, die sie ganz für sich hat. Immer wieder zieht es sie auch hinaus in die Natur, weil es ihr da am besten gelingt, ihren Kopf freizubekommen. Ihr liebstes Hobby ist das Reisen – weite Teile Europas hat sie bereits gesehen.

 

Fast eine halbe Milliarde Liter
zu Rapporten, Schulungen und Workshops. Insgesamt verbringt sie rund zwei Wochen pro Monat in Sofia. Das Projektteam sei wie eine grosse Familie, schwärmt sie. Das Zusammentreffen mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen sei eine einmalige Gelegenheit, denn man lerne unheimlich viel voneinander. Es erfüllt MarieLuise Ingold mit Stolz, dass sie mit ihren erst 31 Jahren Teil dieses wichtigen und in seinem Umfang für CocaCola HBC einmaligen Projekts ist.
CocaCola HBC Schweiz AG ist die Nummer eins unter den Schweizer Herstellern von Erfrischungsgetränken. Das Schweizer KMU beliefert über 75 000 Supermärkte, Kioske, Kinos, Stadien, Restaurants und Bars mit alkoholfreien Getränken. Überdies gelangen die Produkte via 6000 Getränkeautomaten direkt an die Konsumenten. CocaCola HBC Schweiz AG beschäftigt rund 1100 Mitarbeitende und füllte 2010 über 477 Mio. Liter ab (inkl. Valser Mineralwasser, das seit 2002 in ihrem Besitz ist). Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Brüttisellen ZH und weitere Produktionsstandorte in Bolligen BE und Vals GR (Valser Wasser). CocaCola HBC Schweiz AG ist eine Tochter der CocaCola Hellenic Bottling Company S.A. mit Sitz in Athen. Beide beziehen ihre Lizenz zum Abfüllen sowie die CocaColaKonzentrate von The CocaCola Company in Atlanta (USA).

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