gs1-neton-header-02.jpg

«Man muss auf neue Entwicklungen eingehen.»

Dank Zielstrebigkeit, vollem Einsatz im Berufsleben und der Weiterbildung zum Supply Chain Manager hat sich Stefan Meuschke in der Logistikbranche etabliert.

Stefan Meuschkes Einstieg in die Logistik verlief frostig: Nach der Rekrutenschule suchte der gelernte Koch einen Job und bewarb sich beim Lebensmittelhersteller Traitafina als Mitarbeiter im Tiefkühllager. «Als Koch schien mir die Arbeit mit Lebensmitteln naheliegend», erinnert sich Meuschke. Doch er erhielt eine Absage, weshalb er bei einem kleinen Transportunternehmen als Chauffeur anheuerte. «Dort erhielt ich zwar einen ersten Einblick in die Logistik, aber die Arbeit als Fahrer sagte mir nicht zu.» Als er wenige Monate später doch noch die Gelegenheit bekam, im Tiefkühllager von Traitafina zu arbeiten, nahm er die Stelle gerne an.

Geschäftsführung übernommen
Bereits nach kurzer Zeit habe er gemerkt, dass ihm die Warenlogistik liege. «Die Planung der Prozesse und Abläufe ist sehr spannend. Man muss vernetzt denken und sich überlegen, welche Auswirkung eine Optimierung am einen Ort auf einen anderen Bereich der Wertschöpfungskette haben könnte.» Nach drei Jahren und einem Abstecher in die Verkaufsabteilung absolvierte Meuschke beim Netzwerk für betriebswirtschaftliche Weiterbildung (NBW) den Management-Jahreskurs. Mit diesem Wissen war er anschliessend bereit, die Leitung der Tiefkühlabteilung zu übernehmen.
Traitafina hatte allerdings Pläne für diese Einheit: Sie wurde vergrössert und als Schwesterfirma TK-Logistik AG ausgelagert. Geschäftsführer des jungen Unternehmens wurde Stefan Meuschke, der heute sieben Mitarbeitende unter sich hat. «Unser Hauptgeschäft ist die Feinkommissionierung und Distribution für diverse KMU in die gesamte Schweiz an sechs Tagen pro Woche», erklärt Meuschke. Er geht seine berufliche Laufbahn zielstrebig an: «Ich nahm mir vor, mich bis zum meinem dreissigsten Altersjahr beruflich zu etablieren.» Deshalb nahm der Aargauer kurze Zeit später eine zweite Weiterbildung in Angriff.
Von Oktober 2011 bis November 2013 besuchte er den Lehrgang zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain Manager des Fachverbands für nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke, GS1 Schweiz. «Alles, was ich bis dahin über Logistik wusste, hatte ich mir selber angeeignet. Nun war es mir wichtig, eine branchenspezifische Ausbildung zu erlangen», so Meuschke. Er wollte vor allem mehr über automatisierte Abläufe lernen: «Bei der Mechanik, dem Waren- und Informationsfluss müssen die Prozesse vollautomatisch funktionieren. In der Weiterbildung lernte ich die Instrumente und deren Anwendung kennen.»

Zur Person
Stefan Meuschke ist 1982 geboren. Der gelernte Koch ist Geschäftsführer der TK-Logistik AG, einer Schwesterfirma des Lebensmittelherstellers Traitafina AG. Er lebt mit seiner Frau und der sechs Monate alten Tochter in Seengen.

Lehrgang schliesst Lücke
Für seine Ansprüche sei der Lehrgang perfekt gewesen. In der modernen Logistik gehe es darum, die gesamte Wertschöpfungskette zu betrachten und nicht nur im eigenen Betrieb Abläufe zu optimieren. «Das lohnt sich für ein Unternehmen, und die Weiterbildung schafft eine gute Ausgangslage dafür.» Die Nutzung von automatisierten Vorgängen und Instrumenten des Informationsaustauschs – speziell die Vernetzung von Datenbanken – sei nötig, um die Funktionsweise einer übergreifenden ERP-Software (Enterprise Resource Planning) zu verstehen. «Mit solchen Fragestellungen beschäftige ich mich täglich. Die Herausforderung dabei ist, die Technologie in der Praxis anzuwenden. Hier schliesst die Weiterbildung zum Supply Chain Manager eine Lücke», freut sich Meuschke.
Während der Unterrichtsmodule habe sich der Lernaufwand in Grenzen gehalten. Für die Prüfungen schloss sich Meuschke einer Lerngruppe an, was ihm für die Verarbeitung des Lernstoffs sehr half. «Das Verfassen der Diplomarbeit erforderte den grössten Einsatz, da ich bis dahin noch nie etwas Vergleichbares geschrieben hatte. Glücklicherweise erhielt ich dabei Unterstützung aus meinem privaten Umfeld», erinnert sich der Berufsmann.

Fortbildung als Pflicht
Stefan Meuschkes Plan, vollen Einsatz zu geben, solange er jung und ungebunden ist, ging auf. Im August des vergangenen Jahres wurde der 33-Jährige Vater einer Tochter. «Ich bin froh, dass ich jetzt nicht mehr mit Lernen beschäftigt bin und mich auf die Arbeit und die Familie konzentrieren kann», meint er. Dass er sich früher oder später erneut weiterbilden wird, steht für ihn jedoch bereits heute fest: «Sich laufend fortzubilden, erachte ich als Pflicht. Man muss auf neue Entwicklungen eingehen. Wenn man stehen bleibt, hat man verloren.»
Ausschlaggebend bei der Wahl der Weiterbildung sei für ihn die Anwendbarkeit in der Praxis: «Es muss etwas sein, wodurch ich meinen Job besser machen kann.» Meuschkes erste Priorität bei der Arbeit ist, dass sie ihm und seinen Mitarbeitenden Spass macht. «Wer Freude an der Arbeit hat, macht sie sauber und erledigt sie rechtzeitig», ist er überzeugt. Deshalb ist ihm nicht nur die fachliche Weiterbildung wichtig, sondern er möchte auch auf den Gebieten Führung und Motivation dazulernen.

Türöffner Weiterbildung
Während der insgesamt zwölf Jahre dauernden Anstellung bei Traitafina und anschliessend bei der Schwesterfirma TK-Logistik AG hat sich Stefan Meuschke vom Lagermitarbeiter zum Geschäftsführer weiterentwickelt. Der Lehrgang zum Supply Chain Manager hat ihm einerseits zu diesem Werdegang verholfen, ihm andererseits aber auch eine weitere Türe geöffnet. Im kommenden Sommer verlässt er den bisherigen Arbeitgeber, um die Leitung des zentralen Tiefkühllagers eines Schweizer Grossverteilers zu übernehmen.
«Ohne diese Weiterbildung hätte meine Bewerbung wohl einen wesentlich schwereren Stand gehabt», ist sich Meuschke sicher. Und auch dies ist gewiss: Obwohl mittlerweile über 30 Jahre alt, wird Stefan Meuschke auch in Zukunft Vollgas geben.

Julia Konstantinidis

Supply Chain Manager, ein Beruf mit Perspektive
Supply Chain Manager übernehmen im Supply Chain- und Demand-Management Projekt- und Führungsaufgaben. In national oder international tätigen Firmen der Konsumgüter- oder Industriebranche sind sie mit komplexen Aufgaben der über- und innerbetrieblichen Logistik betraut und leiten die Entwicklung, Einführung und Umsetzung von Konzepten für die Demand und Supply Chain. Sie koordinieren die Lieferkette vom Einkauf der Rohstoffe über die Produktion bis zum Vertrieb des fertigen Produkts und arbeiten mit allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Partnern zusammen. Der nächste Lehrgang von GS1 Schweiz startet am 25. September 2015 in Olten.

Nach oben