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Ein Experte für Logistiklösungen

Hanspeter Harnisch: Ein Experte für LogistiklösungenHanspeter Harnisch koordiniert die Entwicklung von Software- und Hardware- Lösungen für Logistiker und ist bei GS1 Schweiz als Dozent für Distributionslogistik tätig. Das Hintergrundwissen für seine Laufbahn lieferte ihm die Weiterbildung zum Logistikleiter.

Hanspeter Harnischs Logistikrucksack hat sich über die Jahre reich gefüllt mit einem Erfahrungsschatz aus Projekten und operativen Aufgaben in diversen Branchen. «Das kommt mir bei meiner jetzigen Tätigkeit zugute», erklärt der 48-Jährige. Denn als Key Account Manager und Projektleiter bei der Firma Dataphone AG in Zürich ist er an der Entwicklung und am Verkauf von Produkten für die Logistik beteiligt – etwa an Softwarelösungen zur Warenbewirtschaftung oder für die Sendungsverfolgung. «Ich berate meine Kunden konzeptionell, definiere und optimiere Prozesse. Dabei kann ich mein Wissen aus der operativen Logistik gut einsetzen», so Harnisch.

Logistik statt Marketing
Lange sah es allerdings danach aus, als ob sich die Berufslaufbahn des gebürtigen Berner Oberländers im kaufmännischen Bereich abspielen würde. Nach einer KV-Lehre in den 1980er-Jahren bei der Merkur AG, der heutigen Valora, blieb er dem Betrieb treu. Nach Absolvierung einer Management-Trainee- Ausbildung bot sich ihm 1992 die Möglichkeit, für die Firma anderthalb Jahre in Paris zu arbeiten. Dort führte Harnisch ein ERP-System ein. Zurück in der Schweiz kehrte er 1994 bei der Kiosk AG, einer Tochterfirma der Valora, in sein angestammtes Tätigkeitsfeld als Leiter Verkauf Innendienst zurück. «Damals absolvierte ich eine anderthalbjährige Weiterbildung zum Marketingfachmann, denn ich wollte mich in diese Richtung weiterentwickeln», so Harnisch. Allerdings sei in dieser Zeit der Leiter der Warenlogistik pensioniert worden: «Mein damaliger Chef fragte mich für dessen Nachfolge an.» So stieg Harnisch 1996 statt ins Marketing in die Logistik ein.

Praxis mit Theorie festigen
Nach drei Jahren gab der Neo-Logistiker die operative Leitung der Warenlogistik ab und konzentrierte sich auf die Einführung der SAP-Lösung bei der Kiosk AG. Vier Jahre lang hatte Harnisch anschliessend eine Stabsfunktion inne, wo er sich um diverse zentrale Projekte kümmerte. Dann zog es ihn zurück ins operative Geschäft: «Ich übernahm eine Valora-eigene Transportgesellschaft, mit der wir sowohl interne als auch externe Kunden belieferten.» In Sachen Logistik hatte er in diesen Jahren vieles «on the job» gelernt. «Je länger, desto stärker verspürte ich das Bedürfnis, mir einen theoretischen Hintergrund zu erarbeiten», erklärt Harnisch. Deshalb begann er 2004 mit dem Weiterbildungslehrgang zum Logistikleiter bei GS1 Schweiz – damals nannte sich der Verband noch Schweizerische Gesellschaft für Logistik. «Ich war in einer sehr heterogenen Klasse, meine Kollegen kamen aus diversen Branchen. Das machte den Austausch mit ihnen sehr spannend.» Der Aufwand für den Schulbesuch sei nicht zu unterschätzen, weiss der erfahrene Fachmann. «Man muss während der Ausbildung Prioritäten setzen und kann sein Leben in dieser Zeit nicht wie gewohnt weiterführen.»

Netzwerk durch Weiterbildung
Der Einsatz hat sich für Harnisch gelohnt: «Diese Weiterbildung war die Initialzündung für meine Tätigkeit bei GS1 Schweiz.» Er stieg bei den mündlichen Prüfungen des Verbandes als Experte ein und ist heute während gut 20 Tagen pro Jahr als Dozent für Distributionslogistik sowie als Experte bei mündlichen und schriftlichen Prüfungen tätig. Um beim Unterrichten immer auf dem neusten Stand zu sein, bildet sich der Fachmann regelmässig in Didaktikkursen von GS1 Schweiz weiter. Diese Art der Fortbildung entspricht seinem Geschmack: «Ich bevorzuge spezifische Weiterbildungen, die ich eins zu eins im Berufsalltag umsetzen kann.» Ebenfalls sehr wichtig sei ihm der Austausch mit anderen Experten und Dozenten. Erste Networking- Erfahrungen sammelte Harnisch im Weiterbildungslehrgang zum Logistikleiter, heute ist er zudem im Logistikleiter Club Schweiz aktiv.

Für die eigene Branche tätig
Mit seinem erworbenen Fachwissen machte sich Harnisch 2006 – nach 21 Jahren bei Valora – auf zu neuen Ufern. Es folgten verschiedene Stationen in der operativen Logistik. Bevor er 2015 zu Dataphone wechselte, fungierte er etwa als Geschäftsführer bei der Frigosuisse AG und als Transportleiter bei der G. Leclerc Transport AG.
Seine aktuelle Tätigkeit als Key Account Manager und Projektleiter empfindet Hanspeter Harnisch als überaus bereichernd: «Wir arbeiten international in Deutschland, Österreich oder auch Mexiko. Unsere Kunden haben unterschiedlichste und sehr spezifische Bedürfnisse, für die jeweils eine individuelle Lösung gefunden werden muss», erklärt der Logistikexperte. Dafür müsse er nicht nur eng mit Berufskollegen zusammenarbeiten, sondern auch mit Informatikern, welche die von ihm ausgearbeiteten Lösungen programmieren: «Meine Arbeit bildet eine Schnittstelle zwischen der Logistik und der Informatik, wobei ich sozusagen die Funktion eines Dolmetschers zwischen den beiden Arbeitsfeldern einnehme.»

Julia Konstantinidis

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