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Den Föderalismus ab- und Standards aufbauen

Die Schweiz hat ein hervorragendes Gesundheitswesen – sogar eines der besten der Welt. Aber mit 55 Milliarden Franken auch eines der teuersten. Qualität hat eben ihren Preis. Dafür erhalten alle Bürgerinnen und Bürger eine hochstehende medizinische Leistung. Wir haben freien, gleichberechtigten Zugang zu einem umfassenden medizinischen Leistungskatalog. Was der US-Präsident Barack Obama erst kürzlich und mit grosser Anstrengung und Kompromissen erreichte, gibt es bei uns seit Jahrzehnten.

Auf der organisatorischen und strukturellen Seite sieht die Lage aber nicht ganz so rosig aus. Unser klein strukturiertes Land mit 26 Gesundheitswesen in 26 Kantonen steht einer effizienten und somit einer kostengünstigen Medizin schlicht im Weg. Diese Erkenntnis gibt es nicht erst seit dem H1N1-Impfdebakel. Schon 2006 hatte die OECD in einer detaillierten Analyse des Schweizer Gesundheitswesens festgestellt, dass die föderalistische Struktur der Schweiz einer sinnvollen Organisation des Gesundheitswesens hinderlich ist.

Jeder Kanton beharrt nach wie vor auf eigenen Spitälern, ungesehen davon, dass wenige Kilometer neben der Kantonsgrenze bereits ein grosses Spital steht. Die Schweiz leistet sich 129 Krankenhäuser und 189 Spezialkliniken. Ein anderes Beispiel: Mit 7,7 Millionen Einwohnern weist die Schweiz mit 110 MRT-Anlagen eine verhältnismässig hohe Dichte auf. Im Vergleich dazu verfügt Deutschland bei über 82 Millionen Einwohnern über 543 MRT-Anlagen.

Was tun? Die Aufgabe auf der politischen Ebene ist klar. Es braucht eine gesamtschweizerische Strategie und Planung, bei der die Kantonsgrenzen keine Rolle mehr spielen dürfen. Effizienzsteigerung ist aber auch eine Aufgabe der Informations- und Kommunikationstechnologie. Hier sind die Standardisierungs-Organisationen gefragt. Die GS1 Werkzeuge stehen zur Verfügung, Anwendungs- und Prozessempfehlungen liegen vor und ein Netzwerk, das die Datenqualität gewährleistet, hat sich bewährt und durchgesetzt.

Eine flächendeckende Einführung von Standards ist möglich und machbar, und zwar zum Vorteil aller. Gut implementierte Systeme können Kosten reduzieren und die Patientensicherheit erhöhen. GS1 Schweiz steht dem Gesundheitswesen für die Unterstützung der Umsetzung zur Verfügung.

Machen wir aus etwas Gutem das Bessere! Oder anders: Geben wir einem qualitativ hochstehenden Inhalt die passende Form!

Joachim Heldt

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