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Das Leiden hat sich gelohnt

Absolventen und Absolventinnen der Lehrgänge Logistikfachmann/-frau, Logistikleiter/in und Supply Chain Manager/in bei der Diplomfeier.An der Diplomfeier von GS1 Schweiz wurden Mitte Februar 124 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildungslehrgänge Logistik- fachmann/-frau, Logistikleiter/-leiterin und Supply Chain Manager ausgezeichnet.
 

An der Diplomfeier werden 103 Absolventen des Lehrgangs Logistikfachmann/- frau mit eidgenössischem Fachausweis, elf Absolventen des Lehrgangs eidgenössisch diplomierte/r Logistikleiter/ in und zehn frisch ge- backene eidgenössisch diplomierte Supply Chain Manager ausgezeichnet. Der Anlass markiert den festlichen Abschluss einer intensiven Ausbildungszeit. «Während der Ausbildung musste ich Prioritäten setzen und im Privatleben zurückstecken», erzählt Gygax. Ihre Kollegin Fankhauser nickt dazu wissend.

Hohe Erfolgsquote
Auch Thomas Bögli, Direktor der GS1 Academy, weiss, was es bedeutet, eine anspruchsvolle Weiterbildung zu absolvieren. «Sie dürfen heute mit Stolz Ihre Abschlüsse in Empfang nehmen», erklärt er in seiner Ansprache. Denn eine solche Leistung sei nicht selbstverständlich: Bei den Logistikfachleuten schlossen 64 Prozent der Prüflinge die Ausbildung erfolgreich ab, 69 Prozent waren es bei den Logistikleitern und -leiterinnen. «Von den elf Kandidaten, die zur Prüfung zum Supply Chain Manager angetreten sind, haben es zehn, respektive 90 Prozent, geschafft. Eine solch hohe Erfolgsquote haben wir noch nie erreicht, das ist ein Super- Resultat», lobt Bögli.

Durchhalten gelernt
Frank Dietrich, einer der zehn neuen Supply Chain Manager, lässt als Gastredner seine Ausbildungszeit unter dem Motto «Freuden und Leiden aus Sicht eines Absolventen» Revue passieren. «Die Weiterbildung beginnt schon mit doppeltem Leiden», resümiert er. Denn zum einen müsse man branchenfremden Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen oft zuerst erklären, was die Funktion beinhaltet. Zum anderen sei man damit konfrontiert, dass die Berufsbezeichnung häufig nicht korrekt ausgesprochen werde. Die grösste Freude habe er empfunden, als er nach den Prüfungen den Brief von GS1 Schweiz erhielt, in dem die ersten drei Worte lauteten: «Wir freuen uns …»
Dietrich fühlt sich nun mit dem erworbenen Wissen gewappnet für die Herausforderungen im Berufsalltag. Scheitere die Umsetzung des Gelernten, liege dies meist nicht an der Kompetenz, sondern an fehlendem Durchhaltevermögen. «Aber das haben wir uns auch während der Ausbildung angeeignet. Denn Bildung muss man sich erarbeiten, man kann sie nicht konsumieren. »

Erfolg geniessen
«Den Erfolg jetzt geniessen, aber danach dranbleiben»: Das ist auch der Tenor der Laudatoren bei der Überreichung der Zeugnisse aller drei Lehrgänge. Stephan Mathys, Präsident der Prüfungskommission für das Berufsbild der Logistikfachmänner und -frauen, wagt einen Blick in die Zukunft. Er malt das Bild einer digitalen Gesellschaft, in der smarte Duschköpfe den Wasserverbrauch berechnen oder ein Bett mit integriertem WLAN den Schläfer am Schnarchen hindert: «Die Welt verändert sich. Bleiben Sie darum nicht auf der faulen Haut liegen», mahnt Mathys.

Zielstrebig bleiben
Auch Guido Grütter, der die Diplome an die Absolventinnen und Absolventen der Prüfung zum Logistikleiter überreichte, empfiehlt den frisch gebackenen Experten, zielstrebig zu bleiben. Dafür zieht er das Beispiel des Autoherstellers Toyota bei, der seit Jahrzehnten Erfolg mit seinem Konzept hat. «Dabei geht es um die Zufriedenheit der Kunden, der Mitarbeitenden und ideale Produktionsprozesse. Während westliche Unternehmen Ziele wie Kostenreduktion und -optimierung anstreben, sind diese bei Toyota eine Folge des Konzepts.» Schon 1984 habe eine amerikanische Studie die Vorzüge dieser Strategie ermittelt. «Alle sehen es, keiner glaubt’s», so Grütter. Wer hingegen bereit sei, lebenslang zu lernen, bewahre sich seine Meisterhaftigkeit.

Hans Kreis, Mitglied der Prüfungskommission bei den Supply Chain Managern, plädiert dafür, öfters über den Tellerrand zu schauen: «Zum Teil braucht es unkonventionelle Lösungen. Verfolgen Sie innovative Projekte», rät er den Diplomandinnen und Diplomanden. In der Schweiz gebe es viele solcher Projekte, etwa die Entwicklung der komplett maschinell montierten Uhr «Sistem 51» von Swatch. «Mit dieser Lösung kann die Uhr weiter in der Schweiz produziert werden und der Konzern dennoch auf dem internationalen Markt bestehen.»

Glücklicher Abschluss
Es ist ein Abend voller Erfolgsgeschichten und Gewinner. Drei der Lehrgangsabsolventen ragen mit ihren Leistungen besonders heraus: Roger Diener schloss mit einer Note von 5,3 bei den Logistikfachmännern am besten ab. Lukas Mettler erreichte bei den Logistikleitern mit der Note 4,9 und Christian Hohenegger bei den Supply Chain Managern mit 5,2 das beste Resultat. Alle drei erhalten dafür Reisegutscheine von Globetrotter. Hohenegger darf zudem eine Omega Speedmaster-Uhr in Empfang nehmen. Der Logistikleiter Club Schweiz verleiht den Preis dieses Jahr dem besten Absolventen eines eidgenössischen Diplomlehrgangs. Zum Abschluss der Übergabe-Zeremonie sorgt das Trio Bravo, das der Feier mit seiner Musik eine groovige Atmosphäre verlieh, mit einer Coverversion von Pharell Williams’ «Happy» für die passende Stimmung des Abends.

Glücklich ist mit Sicherheit auch Marc Stucki, der beim anschliessenden Apéro ein Glas Prosecco geniesst: «Das ist der krönende Abschluss von zwei Jahren intensiven Lernens», freut sich der soeben ausgezeichnete Logistikleiter. Nun möchte Stucki das Gelernte festigen: «Ich habe viel Wissen erworben in Bereichen, mit denen ich nur wenige Berührungspunkte hatte. Das war sehr wertvoll für mich, ebenso wie der Austausch mit den Studienkollegen. »


Julia Konstantinidis

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