gs1-neton-header-01.jpg

Berufe, die bewegen

Berufe, die bewegen Die Logistikbranche wächst schnell und gilt als stabil, treibt innovative Technologien voran und vernetzt alle Beteiligten zu einer Wertschöpfungspartnerschaft. Aber ein Problem hat die Branche: sie braucht Nachwuchs.

(jh) Die Globalisierung und die zunehmende Vernetzung der Wertschöpfungsaktivitäten führen zu einem steigenden Stellenwert der Logistik in Europa. Der Logistikmarkt in der Schweiz erwirtschaftete im Jahr 2009 34,5 Milliarden Franken. Auf Schiene und Strasse wurden 451,2 Millionen Tonnen Güter befördert. Derzeit stehen etwa 165 800 Mitarbeitende im Dienste der Logistik.

Der Mensch im Mittelpunkt
An jeder Stelle der Wertschöpfungskette sorgen Menschen dafür, dass die Kette nicht unterbrochen wird. Sie koordinieren die Warenströme von der Produktion bis hin zu den Verkaufs-regalen oder sogar direkt zum Kunden. Dafür werden Lastwagen, Güterzüge, Schiffe oder Flugzeuge eingesetzt. Moderne Informatik-und Kommunikationsmittel gewährleisten, dass die zur Ware gehörenden Informationen jederzeit und überall verfügbar sind. Die Logistikbranche ist für die Wirtschaft von höchster Bedeutung. Jeder, der für die Branche tätig ist, gibt sein Bestes. Alle ziehen an einem Strang, damit die Hauptaufgabe der Logistik – die richtige Menge der richtigen Güter am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der erforderlichen Qualität und zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen – optimal erfüllt werden kann. Die von der Branche erbrachten Leistungen sind komplex und reichen weit über Transport-, Umschlags-und Lagerprozesse hinaus. Auch stehen heute Zusatzleistungen wie Etikettieren, Verpacken, Kommissionieren, Bestandsmanagement, Bestellungsabwicklung oder Fakturierung bis hin zur Sendungsverfolgung beim Logistikkunden im Vordergrund.

Frauen in die Logistik
So umfassend wie das Angebot, so vielfältig sind auch die Berufsbilder in der Logistik. Sie reichen vom Lageristen zur Einkäuferin, von der Zolldeklarantin zum Supply Chain Manager und führen bis hin ins Management. Das Vorurteil, dass es sich bei Logistik-berufen um schmutzige und schwere Arbeit handelt, ist dank Einsatz von Technik und Hilfsmitteln schon lange nicht mehr gegeben. Obwohl die Branche häufig als Männerwelt verkannt wird, nimmt der Frauenanteil langsam zu. Laut einer Umfrage der Europhia Consulting beträgt in Europa der Frauenanteil in der Logistik 21 Prozent.

Die Befragten sind der Meinung, dass sowohl Hochschulen als auch die Branche insgesamt mehr tun sollten, um Frauen zu ermutigen, eine Karriere in der Logistik aufzunehmen. Die Mitarbeitenden der Logistikbranche sind flexibel, stresserprobt und belastbar, denn im hektischen Tagesgeschäft kann es durchaus vorkommen, dass das eine oder andere harte Wort fällt. Auf der anderen Seite anerkennt die Branche die Leistungen, welche die Mitarbeitenden vor Ort erbringen, und setzt nicht nur auf Ausbildungskriterien. Mit dem zunehmenden Stellenwert der Logistik steigt auch der Bedarf an qualifizierten Fach-und Führungskräften. Viele Universitäten und Fachhochschulen bieten mittlerweile reine Logistikstudienlehrgänge als MAS oder MBA an. Auf den folgenden Seiten haben wir eine Übersicht über die unterschiedlichen Berufsbilder in Logistik und Supply Chain Management zusammengestellt. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie werden aber überrascht sein, wie breit gefächert die Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Logistikbranche sind.

Joachim Heldt

Nach oben