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GS1 Standards steuern den Warenfluss

GS1 Standards steuern den WarenflussAls Zulieferer des Handels in rund 80 Ländern weltweit hat sich die Emmi Gruppe entschieden, den gesamten Warenund Informationsfluss auf Basis der GS1 Standards zu kontrollieren und zu steuern. Dadurch sollen die Sicherheit der Erfassung erhöht und an vielen Stellen die Übergänge erleichtert werden.

(js) Im Bereich der Fertigprodukte setzt der Konzern schon seit längerer Zeit erfolgreich die GS1 Standards ein. Die Auszeichnung erfolgt auf den Stufen der Verbraucher, Handels und Transporteinheiten. Mit dem Grundsatzentscheid soll nun die GS1-konforme Auszeichnung über die gesamte Versorgungskette erfolgen.

Das definierte Labelling-Konzept ist für alle Lieferanten von Emmi gültig, umfasst alle Lagerstufen und reicht von der Produktion bis hin zur Distributionslogistik. Folgende Vorgaben sind als Minimalanforderungen für die Auszeichnung der Handels und Transporteinheiten definiert worden:

  • Etikettenformat
  • Etikettenlayout
  • Positionierung der Etiketten an den Transporteinheiten (gilt für artikelreine und gemischte Transporteinheiten)
  • Darstellung der Informationen im GS1128
  • GTIN13 plus Vorziffer 0 oder 9 für standardisierte bzw. variable Einheiten
  • Haltbarkeitsdatum
  • Losnummer
  • Nettogewicht bei variablen Handelseinheiten
  • Menge der enthaltenen Einheiten für Transporteinheiten
  • Serial Shipping Container Code
  • Anwendung des AIStandards

Der Serial Shipping Container Code (SSCC) und die Losnummer dienen der Rückverfolgbarkeit der Transporteinheit bzw. der Artikel; laut EUVerordnung 178/2002 sind alle Lebensmittelunternehmen zum Aufbau eines Rückverfolgbarkeitssystems verpflichtet. Die strichcodierten Informationen können somit direkt ins ERPSystem eingelesen und verarbeitet werden. Auf diese Weise sind sie zentral abgelegt und im Bedarfsfall sofort abrufbar.

Umsetzungsstand
Das Auszeichnungskonzept wurde den Fachbereichen Einkauf, Distributionslogistik und Produktion an allen Standorten vorgestellt. In Zusammenarbeit mit den einzelnen Abteilungen wurden die Massnahmen zur Umsetzung definiert. Werden die Waren nicht GS1konform angeliefert, so erfolgt die nachträgliche Auszeichnung durch Emmi zulasten des Lieferanten. Durch den Einkauf wurden die Schlüssellieferanten definiert, welche mit erster Priorität die Auszeichnung der Einheiten auf Basis der GS1 Standards umsetzen müssen. Die Vorgaben im LabellingKonzept sind einzuhalten. Der definierte Umsetzungsgrad von 99 Prozent wurde für diese erste Gruppe erreicht.
Für die Bereiche Produktion und Materiallager wurde pro Standort eine GAPAnalyse durchgeführt. Die Untersuchung hat gezeigt, welche Anforderungen aus dem LabellingKonzept erfüllt werden können und welche nicht. Mit Systemanpassungen, manueller Datenpflege und Schulungen der Mitarbeitenden können die festgestellten Lücken geschlossen werden. Die dazu benötigten Investitionen werden auf den aktuellen Rollout des neuen ERPSystems abgestimmt.

Lessons learned
Bei vielen Lieferanten fehlt das Verständnis für die geforderte logistische Auszeichnung mit GS1 Standards, vor allem bei den Handelshäusern, die nur Ware vermitteln und keine logistischen Leistungen erbringen. Hier ist viel KnowhowTransfer nötig. Daher wird Emmi auch mit einem grossen Beratungsaufwand konfrontiert. Auch die heterogene Systemlandschaft an den Produktionsstandorten erschwert ein zügiges Umsetzen der GS1 Standards. Damit die relevanten Daten, die für die Auszeichnung benötigt werden, zur Verfügung stehen, muss die Software der Wiegesysteme und der Drucker angepasst oder ersetzt werden. In manchen Fällen wird sogar die Hardware erneuert. Das GS1 System ist branchenunabhängig und funktioniert länderübergreifend. Was aber im Warenverkehr mit dem Detailhandel ohne Probleme funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch in den vorgelagerten Bereichen funktionieren. Hier ist noch einiges an Entwicklungsarbeit notwendig.

Jürg Sutter


Weitere Informationen
Emmi Schweiz AG
Milchstrasse 9
CH 3072 Ostermundigen
Tel. +41 (0)79 304 42 75
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.emmi.ch

 

Fakten und Zahlen
Emmi ist der grösste Schweizer Milchverarbeiter und eine der innovativsten PremiumMolkereien in Europa. In der Schweiz fokussiert sich Emmi auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung eines Vollsortiments an Molkereiund Frischprodukten sowie auf die Herstellung, die Reifung und den Handel hauptsächlich von Schweizer Käse. Im Ausland konzentriert sich Emmi mit Markenkonzepten und Spezialitäten auf Märkte in Europa und Nordamerika. Bei den Frischprodukten stehen Lifestyle, Convenienceund Gesundheitsprodukte im Vordergrund. Beim Käse positioniert sich Emmi als das weltweit führende Unternehmen für Schweizer Käse. Die Kunden von Emmi sind hauptsäch lich der Detailhandel, der Bereich Food Service und die Lebensmittel industrie. Im Geschäftsjahr 2008 hat Emmi ei nen Nettoumsatz von 2,7 Milliarden Franken erzielt und beschäftigte in der Schweiz und im Ausland rund 3500 Mitarbeitende (auf Vollzeitbasis).

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