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Gut und teuer, aber hinkende Prozesse

Das Schweizer Gesundheitswesen ist exzellent, aber teuer. Und sein Sparpotenzial ist beträchtlich.

(nf) Die Gründe dafür sind bekannt. Die föderalistische Struktur des Schweizer Gesundheitswesens ist ebenso kostentreibend wie die zunehmende Leistungsfähigkeit der Medizin und die demografische Entwicklung in Richtung Überalterung unserer Gesellschaft. So weit erzähle ich Ihnen nichts Neues. Doch wer genauer hinschaut, erkennt noch eine weitere Grundkonstante in der Struktur des Schweizer Gesundheitswesens: die Inkompatibilität der Prozesse. Ich meine damit die Schere zwischen medizinischem Fortschritt und der Strukturierung dieses Fortschrittes, die sich immer stärker öffnet. Während die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Medizin sich massiv und rasant entwickelt haben, sind Strukturen und Prozesse, die diese neuen Möglichkeiten hätten unterstützen und begleiten sollen, weitgehend konstant geblieben. Die Medizin ist heute in über hundert Subspezialitäten differenziert und verästelt, was zu einer Erhöhung der Schnittstellen und der Komplexität geführt hat, ohne dass diese von der Prozessentwicklung abgedeckt worden wären.
Kooperation in der medizinischen Tätigkeit ist eine Selbstverständlichkeit, nicht aber die Strukturierung der Zusammenarbeit, die nötig wäre, um die Prozesse zu optimieren und so das vorhandene Sparpotenzial besser auszuschöpfen – im Endeffekt zum Wohl der Patienten. GS1 Schweiz leistet durch Know-how und Vernetzung auf alle Seiten einen Beitrag zur Prozessoptimierung und damit zur Ausschöpfung des Sparpotenzials. Wir haben bereits verschiedene Initiativen lanciert, zum Beispiel die Machbarkeitsstudie «Spital der Zukunft» oder die Gründung der Fachgruppe «BIG – Beschaffung im Gesundheitswesen ». Informieren Sie sich auf http://www.gs1.ch/.

Nicolas Florin

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