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Unimate, Famulus und IRB6

Schon seit Menschengedenken träumen wir von Maschinen, die unsere Arbeiten unter Berücksichtigung gewisser Faktoren erledigen und uns somit entlasten.

(jh) Bereits der Philosoph Aristoteles hatte in seinem Werk «Politik» über derartige «Gehilfen» geschrieben. Funktioniert hat die Realisierung allerdings sehr lange nicht. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts kamen die ersten wirklich funktionierenden Roboter in die Fabriken, wo sie gewisse komplizierte oder gefährliche Arbeiten übernahmen.

Evolution der Roboter

Der Ursprung des Begriffs «Roboter» liegt im slawischen Wort «robota», was mit Arbeit, Fronarbeit oder Zwangsarbeit übersetzt werden kann. Geprägt wurde er von Josef Capek zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sein Bruder Karel beschrieb 1921 in seinem Theaterstück «R.U.R.» (Rossum’s Universal Robots) in Tanks gezüchtete menschenähnliche, künstliche Arbeiter.

Erst 40 Jahre später kamen die ersten greifbaren Roboter auf den Markt. Joe Engelberger und George Dovel erfanden und entwickelten den ersten ferngesteuerten Helfer. Gemeinsam gründeten sie die Firma Unimation (Universal Automation). Das amerikanische Unternehmen stellte unter dem Begriff «Unimate» die ersten Industrieroboter für Fliessbandarbeiten her. 1966 folgte bereits eine etwas mobilere Robotervariante.

Für die Robotergeschichte ist das Jahr 1973 von Bedeutung. Das Maschinenbauunternehmen KUKA entwickelte damals für die Automobilindustrie die weltweit ersten Industrieroboter mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen. Dem Helfer gaben sie den Namen «Famulus». Noch im selben Jahr entwickelte auch das schwedische Unternehmen Asea Robotics einen Roboter. Der IRB6 war vollständig elektrisch angetrieben und diente dazu, Rohre zu schleifen und zu polieren. Der elektrische Industriehelfer steht heute im Museum und Asea gehört zum ABB-Konzern mit Hauptsitz in Zürich.

Forschung und Zukunft der Robotik

Die Roboter werden nicht aussterben, ganz im Gegenteil. Die Robotertechnik schafft immer mehr und leistungsfähigere Maschinenmenschen, und die Neuerungen folgen sich in immer kürzer zeitlichen Abständen. Dabei spielen in der wissenschaftlichen Disziplin der Robotik die mechanische Modellierung, die Regelung und die elektronische Steuerung eine wichtige Rolle. Roboter werden in Zukunft zuverlässiger und vor allem noch selbstständiger arbeiten als heute.

Zwar könnte man befürchten, dass der Mensch eines Tages gänzlich durch Roboter ersetzt wird, aber für die Entwicklung, Programmierung und die Kontrolle der Maschinen wird er immer noch benötigt. Allerdings werden die Roboter immer intelligenter und führen Arbeiten auch in Branchen aus, in denen dies früher nicht denkbar gewesen wäre.

Ob das die sich selbst steuernde U-Bahn sei oder der Assistenzroboter Friend, der behinderte und ältere Personen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens unterstützt und so die Reintegration ins Berufsleben ermöglicht, die Beispiele aus der Robotik sind zahlreich. Auch sollen in Zukunft Autos unbemannt fahren können und das Ziel sicher erreichen. Und nicht nur die Qualität der Roboter wird sich erhöhen, sondern auch ihre Zahl.

Roboter schaffen Arbeitsplätze

Gemäss einer aktuellen Studie von Metra Martech im Auftrag der IFR (International Federation of Robotics) stehen derzeit eine Million Industrieroboter derzeit im Betrieb und sind für die Schaffung von nahezu drei Millionen Arbeitsplätzen unmittelbar verantwortlich. Der zunehmende Einsatz von Robotern in einigen entscheidenden Industriebereichen werde in den nächsten fünf Jahren eine Million neuer, hoch qualifizierter Arbeitsplätze auf der ganzen Welt schaffen, wie beispielsweise in der Unterhaltungselektronik, in der Ernährungsindustrie sowie in der Solar- und Windkraftproduktion.

Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass der erhöhte Robotereinsatz nicht nur neue Arbeitsplätze schafft, sondern auch Stellen in der Produktion und im Umfeld der Produktionsstandorte sichert. Das bedeutet, dass beispielsweise Restaurants, Detailhandel und Dienstleistungsunternehmen ebenfalls von diesem Effekt profitieren. «Weltweit würden drei bis fünf Millionen Arbeitsplätze nicht existieren, wenn Automation und Robotik nicht für eine kosteneffiziente Produktion gesorgt hätten», so ein weiteres Ergebnis der Studie.

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