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Lieferlogistik auf dem Prüfstand

Das effiziente Logistikkonzept mit Frisch-Service ist Garant für den Erfolg.Was steht hinter dem Erfolg der seit über 50 Jahren bekannten Produkte von Zweifel? Das Rezept liegt in der Produktqualität, dem Frisch-Service und der damit verbundenen Distributionslogistik. Wie Zweifel seine Logistik optimiert hat, um fit für die Zukunft zu sein.

(br) Der Frisch-Service ist für die Zweifel Pomy-Chips AG das entscheidende Instrument zur Differenzierung von den Mitbewerbern. Er umfasst die pünktliche Lieferung, die aktive Kundenbetreuung vor Ort, Beratung sowie die Rücknahme abgelaufener Chipstüten. «Diese Begleitung des Produkts bis an den POS ist unser Versprechen an den Kunden. Unser Produkt ist dort, wo der Kunde ist», so Mathias Adank, Delegierter des Verwaltungsrates und CEO der Zweifel Pomy-Chips AG.

Schnell und flexibel

Zweifel ist der marktführende Hersteller von Kartoffelchips in der Schweiz. Das 1958 gegründete Familienunternehmen wurde 1992 in die Zweifel Chips & Snacks Holding AG integriert. Der Kauf einer Packung Chips ist in der Regel ein Spontanentscheid (Impuls- Artikel). Dies verlangt eine grosszügige Warenverfügbarkeit über die gesamte Sortimentsbreite und stellt hohe An Anforderungen an die Versorgungskette. Ob im Laden oder im Restaurant: Es muss immer genug Ware am POS sein. Der Nachschub soll stets gewährleistet bleiben, was ein extrem rasches und flexibles Reaktionsvermögen bedingt (zum Beispiel Sonne/Regen in einem Schwimmbad).

Der Frisch-Service von Zweifel ist durch die Leistungsfähigkeit der Logistikprozesse geprägt. Detailhandel sowie Gastrobereich werden über 13 eigene Regionaldepots schweizweit mit  einen Liefer- und Regalservice bedient. 135 Zweifel-Lieferfahrzeuge sind täglich zwischen etwa 2400 Kunden und den Depots unterwegs. Total werden rund 22 000 POS beliefert, teilweise mehrmals pro Woche. Die Fahrer entscheiden vor Ort aufgrund der vorhandenen Restbestände, welche Artikel sie ergänzen. Artikel mit einem relativ nahen Verfalldatum werden gratis ersetzt (Frisch-Service).

Mehr Platz für die Logistik

Laut Pietro Realini, Direktor Produktion und Logistik bei der Zweifel Pomy- Chips AG, ist neben der modernen Produktion das besonders effiziente Logistikkonzept mit Frisch-Service ein weiterer Grundpfeiler für den Erfolg. «Die bestehenden Gebäude waren zu klein geworden, und es musste an verschiedenen Orten gearbeitet werden. Zusätzliche Fahrten zwischen den Standorten verursachten Mehrkosten. Zudem fehlte eine effiziente Möglichkeit, Paletten zu kommissionieren», erklärt Realini. Das Zentrallager von Zweifel in Spreitenbach war bereits 35 Jahre alt und erfüllte die logistischen Anforderungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht nur noch teilweise.

Die Produktion sowie das alte zentrale Durchlauf-Regallager (etwa 1700 Palettenplätze) sind in Spreitenbach ansässig. Das erweiterte Chips-Sortiment, neue Handelswaren sowie ein kontinuierliches Mengenwachstum führten zu Engpässen und Mehrfachhandling. Für die Zukunft war die Basis für einen effizienten Frisch-Service nicht mehr optimal gegeben. Zudem forderte der Handel eine schrittweise Ablösung der Rollpaletten durch standardisierte Euro-Paletten. Dies führte zum Überdenken der Logistik- und Gebäudesituation und zum Entschluss, die verschiedenen Lagerorte in Spreitenbach zusammenzufassen.

Analysiert und überarbeitet

Für die Konzeption und die Projektplanung zog Zweifel die auf Logistikberatung spezialisierte Acél & Partner AG (A&P) aus Zürich bei. Im Rahmen eines gemeinsamen Audits wurden die Prozesse und das Mengengerüst auf kurz- und mittelfristige Zeithorizonte überarbeitet. Am Hauptstandort in Spreitenbach wurden unter anderem die bauliche Erweiterung des bestehenden Gebäudes mit einem Hochregallager sowie ein Satellitenbau geprüft. «Ziel war es», so Peter Acél, «die Ablaufprozesse zu strukturieren, an zukünftige Anforderungen anzupassen und Reservekapazitäten zu schaffen. Zudem galt es, Layout und Einrichtung sowie die dazugehörige Fördertechnik zu gestalten. Dabei gehörten der Automatisierungsgrad in der Kommissionierung, die Anzahl Rampen, die Lagermethode – mit und ohne Einzelzugriff –, Hilfsmittel, die Steuerung von Lager und Kommissionierung und natürlich die Wirtschaftlichkeit der gesamten Investition zur Fragestellung.» Das neue Gesamtkonzept wurde von Zweifel und der A&P gemeinsam erarbeitet.

Gewappnet für die Zukunft

Der Arbeitsaufwand für verschiedene Zwischenlagerungsprozesse, die Kommissionierung, den raschen Warenzugriff für Auslagerung und die rechtzeitige Lieferbereitstellung wurde laut Acél aus Gründen der Wirtschaftlichkeit stärker gewichtet. Entsprechend wurde der Warenfluss optimiert. Der Ablauf gestaltete sich dadurch flexibler und transparenter. Durch die örtliche Zusammenlegung der verschiedenen Funktionsbereiche wurden Führungsstrukturen, Waren- und Informationsflüsse vereinfacht, zukunftsgerechte Kapazitätsreserven geschaffen, Bestände optimiert und operative Kosten reduziert.

Mit Erfolg: Die Absatzsteigerungen für Zweifel Chips und Snacks übertrafen in den letzten Jahren alle Erwartungen. Die prognostizierten Kapazitäten wurden bereits überschritten. Mathias Adank sieht auch künftig eine starke Logistik als wichtige Triebfeder für den Erfolg: «Die Herausforderung wird auch künftig sein, rationell in allen Bereichen zu arbeiten und unseren Kunden ein breites und tiefes Sortiment zu vertretbaren Kosten anbieten zu können.»

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