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Bekannt, aber nicht erkannt

(jh) In der Schweiz sind Naturgefahren seit jeher präsent. Laut einer Umfrage des Schweizerischen Versicherungsverbands sind knapp 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung der Meinung, dass die Naturkatastrophen zugenommen haben. Im Durchschnitt finden pro Jahr neun Personen infolge von Naturkatastrophen den Tod, und es entstehen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Durch das Hochwasser vom August 2005 entstand mit rund drei Milliarden Franken der grösste Gesamtschaden der vergangenen dreissig Jahre. Die Hauptlast entfiel dabei auf Firmen und Private. An der Infrastruktur der öffentlichen Hand ergaben sich Schäden von rund einer Milliarde Franken.

Zwar unterstützt der Staat die Wirtschaft bei schweren Krisen, sodass die Versorgungsfunktion wieder aufgenommen werden kann. Es liegt aber in der Eigenverantwortung der Unternehmen, sich auf Risiken und Störungen vorzubereiten. Laut einer Studie von GS1 Schweiz setzt sich die Mehrheit der Schweizer Firmen mit für sie bedrohlichen Krisen- und Katastrophenszenarien auseinander, kleine und mittlere Firmen haben jedoch Nachholbedarf.

Am meisten fürchten sich die Unternehmen im Krisen- oder Katastrophenfall vor einem Ausfall der Produktionsanlagen, der Energieversorgung und der IT-Infrastruktur oder dem Ausbleiben zahlreicher Mitarbeiter. Das sind für 38 Prozent die grössten Risiken. 11 Prozent nennen die direkten Auswirkungen von klassischen Katastrophen aus den Bereichen Natur und Umwelt auf die Infrastruktur der Unternehmen. Erstaunlicherweise verfolgt nur knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen die identifizierten Risiken systematisch, und bei sehr vielen Unternehmen fehlen gar Notsysteme.

Handlungsbedarf haben vor allem mittlere und kleine Unternehmen. Sie sollten baldmöglichst die eigene Krisenorganisation hinterfragen oder eine solche einrichten. Die kritischen Prozesse müssen identifiziert und definiert werden. In den vergangenen Jahren hat sich GS1 Schweiz Erfahrungen in der Krisenlogistik angeeignet. Als Kompetenzplattform für Collaboration in Wertschöpfungsnetzwerken und Standards untersucht und fördert GS1 Schweiz das optimale Funktionieren der Supply Chain in der Konsumgüterbranche und im Gesundheitswesen.

Joachim Heldt

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