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Zehn Mythen rund um Multi-Channel

So mancher Mythos rund um den Onlinehandel hat sich bislang hartnäckig in den Köpfen gehalten. Eine aktuelle Untersuchung von PricewaterhouseCoopers (PwC) räumt damit auf.

(jh) 11 000 Onlinekunden auf vier Kontinenten in elf Ländern wurden zum Kaufverhalten im Netz befragt. Tablets und Smartphones haben den PC beim Onlineshopping noch lange nicht überholt, Social Media sind keine Umsatzbringer, und der niedrige Preis ist nicht der wichtigste Treiber.

Mythos 1: Social Media sind bald ein unverzichtbarer Vertriebskanal.
Die PwC-Berater halten es für eher unwahrscheinlich, dass sich Social Media für sich allein genommen zu einem wichtigen Vertriebskanal entwickeln. Zwar werden die sozialen Netzwerke immer beliebter, aber sie fördern die Shoppinglaune über alle Kanäle hinweg, nicht nur online.

Mythos 2: Ladengeschäfte werden zukünftig vielfach zu Showrooms.
Die meisten Kunden, die über mehrere Kanäle einkaufen, geben auch an, dass sie sich gerne online informieren. Doch kaufen sie die Produkte immer noch am liebsten im Ladengeschäft.

Mythos 3: Das Tablet überholt den herkömmlichen Computer als bevorzugtes Endgerät beim Onlineshopping.
Die Befragten bevorzugen eindeutig den stationären PC. Tablets und Smartphones könnten aber in den der Kaufentscheidung vorgelagerten Phasen immer wichtiger werden. Laut PwC interagieren 47 Prozent mindestens einmal wöchentlich mit Werbung auf ihren Tablets.

Mythos 4: Durch das Internet wird die Welt zu einem Dorf, und die Konsumenten werden sich immer ähnlicher.
Zwar werden laut Studie der stationäre Einzelhandel und Marken «globaler», und Kunden kaufen auch immer öfter online über Grenzen hinweg. Aber die Bandbreite der lokalen Unterschiede beim Konsumentenverhalten ist immer noch sehr gross. Es gilt weiterhin: andere Länder, andere Sitten und andere Geschmäcker.

Mythos 5: China ist das Zukunftsmodell des Onlinehandels.
China steht bei einigen Trends ganz klar an der Spitze und zählt auch als Trendsetter. Aber dennoch: China ist und bleibt in seiner Besonderheit einzigartig.

Mythos 6: Die heimischen Händler werden immer einen Heimvorteil gegenüber weltweiten Händlern haben.
Stimmt so nicht. Ausländische Händler erlangen immer mehr die Gunst der Konsumenten als favorisierte Multi- Channel-Händler. Ausschlaggebend dafür ist auch das physische Verkaufsnetz der Händler. Als Beispiele nennt die Studie MediaMarkt und H&M.

Mythos 7: Globale Internet Pure Player wie Amazon werden immer einen Grössenvorteil gegenüber heimischen Onlinehändlern haben.
Die PwC-Studie widerlegt auch diesen Mythos. Nationale E-Commerce-Händler haben ihre ganz eigenen, speziellen Vorteile und können sich gut gegenüber der Konkurrenz behaupten.

Mythos 8: Händler sind gegenüber Herstellern besser positioniert.
Stimmt nicht, sagen die PwC-Berater. Die Verbraucher kaufen direkt beim Hersteller und überspringen die Handelsstufen. Viele unterscheiden gar nicht mehr zwischen Händlern und ihren Lieblingsmarken.

Mythos 9: Der Onlinehandel kannibalisiert die Verkäufe in anderen Kanälen.
Die Konsumenten geben nachweislich mehr Geld bei ihrem bevorzugten Multi-Channeler aus und verschieben nicht einfach Käufe in einen anderen Vertriebskanal. Einer von fünf gibt mindestens 25 Prozent mehr aus.

Mythos 10: Kunden kaufen ein, wo die Preise am niedrigsten sind.
Stimmt nicht. Laut der Studie ist nicht der niedrige Preis ausschlaggebend. Die Konsumenten schätzen Qualität und innovative Marken mehr als die Geiz-ist-Geil-Mentalität.

Joachim Heldt

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