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Vom Hype zum Alltag

Bislang suchte man eine quantitative Big-Data-Studie in der D-A-CH-Region vergebens. Das Business Application Research Center (BARC) hat jetzt eine Studie vorgestellt, die Anwendungsszenarien von Big Data in Unternehmen in den Mittelpunkt rückt.

Spätestens wenn sich die Konkurrenz durch intelligente Analysen und bessere Nutzung interner und externer Daten entscheidende Wettbewerbsvorteile sichert, gerät das eigene Unternehmen beim Thema «Big Data» unter Zugzwang. Entscheidend für das Unternehmen ist, zeitnahe und fundierte Antworten und Handlungsempfehlungen zu erhalten, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und Daten zur Verbesserung von Geschäftsprozessen und für neue Geschäftsmodelle zu verwenden.
Die Onlineumfrage zum Thema «Big Data» wurde zwischen September und Dezember 2013 in der D-A-CH-Region durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 373 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Big Data auf dem Vormarsch
Das Thema «Big Data» scheint in den Unternehmen angekommen zu sein. 18 Prozent der Befragten setzen eine Big-Data-Initiative als Pilotprojekt um, bei 12 Prozent sind Big-Data-Massnahmen bereits Bestandteil der Unternehmensprozesse. In naher Zukunft dürften bei rund einem Drittel der Unternehmen Big-Data-Projekte zum Alltag gehören. 48 Prozent der Befragten halten solche Initiativen in Zukunft für denkbar. Nur 22 Prozent sehen keine Anwendungsfälle für Big Data.
Und wo liegen die Gründe für diese Entwicklung? Drei Viertel der Unternehmen erreichen durch Big Data Analytics schnellere und detailliertere Analysemöglichkeiten, so die Studie. Big Data Analytics soll in diesem Bereich offensichtlich grosse Defizite lösen. Als weitere Herausforderung bezeichnen 58 Prozent der Befragten die steigende Datenflut respektive deren vielfältige Struktur (54 Prozent). Weitere Treiber für Big-Data-Initiativen sind: Beschleunigung von Entscheidungen (41 Prozent), besseres Kosten-Nutzen- Verhältnis für analytische Umgebung (31 Prozent), Automatisierung von Entscheidungen (21 Prozent). Lediglich zwei Prozent sehen keine Herausforderungen, die mit Big-Data-Initiativen adressiert werden können. Interessant ist auch die Betrachtung der Urheberseite. In den Unternehmen selbst sind es eine ganze Reihe unterschiedlicher Abteilungen und Bereiche, die Big-Data-Projekte lancieren.
Eine breite Allianz besteht aus IT-Abteilung (44 Prozent), dem Management (40 Prozent), Finanz & Controlling (39 Prozent) und Business Intelligence (36 Prozent). Weitere Initianten sind der Vertrieb mit 29 Prozent respektive das Marketing mit 20 Prozent. Nur gerade elf Prozent der Big-Data- Projekte werden durch die Produktion und sechs Prozent durch die Logistik ausgelöst. Auffällig an diesen Zahlen ist, dass der Impuls eher weniger aus den Fachabteilungen kommt. In Grossunternehmen sind vor allem die IT-Abteilung (knapp 60 Prozent), die Business-Intelligence-Organisation (50 Prozent) und der Vertrieb (36 Prozent) Initianten von Big-Data-Projekten. In kleineren Unternehmen bleibt es oft dem Management überlassen, sich um Big Data zu kümmern (60 Prozent).

Detaillierter, schneller und besser
Big-Data-Massnahmen sind immer häufiger Bestandteil der Unternehmensprozesse. Aufgrund der Neuheit des Themas sind Informationen über den tatsächlichen Nutzen und mögliche Probleme noch relativ spärlich. Es lohnt sich deshalb, denjenigen Unternehmen über die Schulter zu blicken, die von Big-Data-Analysen Gebrauch machen.
Generell kann festgehalten werden, dass Big-Data-Analysen vielfältige und zahlreiche Mehrwerte schaffen. Die Bandbreite reicht von analytischen Aspekten über bessere strategische Entscheidungen und Steuerung operativer Prozesse bis hin zu Kostensenkungen und Umsatzsteigerungen.
Die Analyse von Daten wird momentan als der entscheidende Nutzen von Big-Data-Initiativen gesehen, deutlich vor der Anwendung der Analysen zur Kostensenkung, zur Umsatzsteigerung oder zur Automatisierung von Prozessen. Dies kann auch als eine Frage des Reifegrades verstanden werden, so die Big-Data-Studie. Zunächst müssen sich die Unternehmen überhaupt in die Lage versetzen, aus den Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen, was bisher scheinbar noch nicht im notwendigen Umfang geschieht. Der grösste Mehrwert wird in der Verfügbarkeit von schnelleren (78 Prozent) und detaillierten (75 Prozent) Datenanalysen gesehen.

Data Scientists sind gefragt
Neben dem Mehrwert kommt auch der Problemfrage eine zentrale Bedeutung zu. Die grösste Sorge der Unternehmen bezüglich Big Data ist das fehlende fachliche Wissen (55 Prozent). Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Spezialisten in diesem Bereich. Gemäss «Harvard Business Review» gilt der Beruf des Data Scientist als «sexiest job» des 21. Jahrhunderts. Wen wundert’s? Auch das Thema Datenschutz beschäftigt die Unternehmen stark (53 Prozent), insbesondere nach Bekanntwerden der Praktiken der NSA.
Der Schutz der persönlichen Daten ist eines der drängendsten Probleme. Als weitere Hürden werden mangelndes technisches Know-how (47 Prozent), Kosten (45 Prozent) sowie das Fehlen überzeugender Einsatzszenarien (40 Prozent) aufgeführt. Die Studie kommt abschliessend zum Schluss, dass mittlerweile viele Unternehmen Big-Data-Analysen zum festen Bestandteil ihrer Unternehmensprozesse gemacht haben oder dabei sind, Pilotprojekte zu realisieren. In Anbetracht der Tatsache, dass sich das jährlich generierte Datenvolumen laut Prognosen in den kommenden sechs Jahren verzehnfachen und 40 000 Exabyte erreichen wird, erfährt das Thema Big Data Analytics eine kaum fassbare Dynamik.

Joachim Heldt

«Big Data Analytics 2014 – auf dem Weg zur datengetriebenen Wirtschaft»
Die Studie kann über folgende Adresse bezogen werden:
Business Application Research
Center BARC GmbH
Berliner Platz 7
D-97080 Würzburg
Tel. +49 931 880 65 10
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.barc.de

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