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Daten, Daten, Daten

Das Datenvolumen wird in den kommenden Jahren massiv zunehmen. Grund ist die wachsende Bedeutung, die Daten für die Unternehmen haben, daher wird gesammelt und gespeichert. Auf dem Vormarsch sind auch Sensoren als Datenlieferanten. Bereits heute befinden sich die smart gewordenen Dinge gegenüber den Menschen in der Überzahl.

Die Menge an digitalen Daten wächst von Tag zu Tag, von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr. Wir sprechen heute schon von Exabyte und Zettabyte, bald schon von Yottabyte. Ein Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabytes, ein Zettabyte sind 1000 Exabytes, ein Yottabyte entspricht einer Million Exabytes. So weit alles klar?

Das Datenvolumen wächst und wächst
Laut dem US-amerikanischen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC soll die Menge an Daten, die wir in drei bis vier Jahren erstellen, vervielfältigen und speichern, etwa bei 44 Zettabytes liegen. Die Prognosen entsprechen einer Verdoppelung der Daten alle zwei Jahre oder einem jährlichen Wachstum von 40 Prozent.

Verantwortlich für diese Zunahme sind laut der Studie die Schwellenländer. Derzeit produzieren Länder wie Japan, Deutschland und die Vereinigten Staaten 60 Prozent der Daten. Bis 2020 werden es die Schwellenländer Brasilien, China, Indien, Mexiko und Russland sein, die 60 Prozent der Daten generieren. Aber auch das Internet der Dinge, die zunehmende Verbreitung von Funktechniken, intelligenten Produkten und softwarebasierten Geschäftsmodellen sorgen für das Datenwachstum.

Die Studie wirft auch einen Blick auf die Cloud-Anbindung. Während bis vor drei Jahren noch weniger als 20 Prozent der weltweiten Daten in der Cloud lagen, soll dieser Anteil bis 2020 auf 40 Prozent anwachsen. Interessant ist auch das Verhältnis, wer Daten generiert und wer dafür haftet. So gibt die Studie an, dass zwei Drittel aller Daten von Endnutzern und Angestellten erzeugt werden. Für 85 Prozent dieser Daten haften jedoch Unternehmen.

Daten sind «das Öl von morgen». Da wir aber nicht wissen, welchen Nutzen sie uns in Zukunft bringen werden, speichern wir einfach alle Daten. Das Problem ist nur, dass der digitale Datenberg schneller wächst als die verfügbare Speicherkapazität. Vor drei Jahren reichte sie noch für 33 Prozent der digitalen Daten aus. Das auf Speichersysteme spezialisierte US-Unternehmen EMC Corporation geht davon aus, dass im Jahr 2020 die verfügbare Speichermenge nur noch für 15 Prozent aller Daten reichen wird. Beruhigend ist allerdings die Tatsache, dass ein grosser Teil der Daten nicht dauerhaft gespeichert werden muss.

Das Internet der Dinge
Das Internet der Dinge umfasst Milliarden von Alltagsgegenständen, die mit Sensoren und Datenschnittstellen ausgestattet sind. Dazu gehören Laufschuhe mit Geschwindigkeitssensoren, Fitnessarmbänder, intelligente Autos, WLAN-Glühbirnen oder Smart-Tags am Container, aber auch Sensoren, welche die Verkehrsdichte oder den Reifegrad der Trauben messen. IDC schätzt, dass heute knapp 200 Milliarden Objekte mit dem Internet verbunden werden können. Davon kommunizieren aber nur rund 14 Milliarden über das Internet. Die so produzierten Daten entsprechend ungefähr zwei Prozent des weltweiten Datenbestands. 2020 werden es bereits 32 Milliarden Objekte sein, die dann zehn Prozent des weltweiten Datenbestands generieren werden.

Das Allesnetz wird die Datenmenge vergrössern. Waren noch vor drei Jahren nur 22 Prozent aller Informationen im digitalen Universum nutzbare Daten (von denen wiederum nur fünf Prozent ausgewertet wurden), werden es im Jahr 2020 mehr als 35 Prozent sein. Alles, was Daten hergibt, wird «smart» gemacht; dies sind die neuen Schnittstellen im globalen Netz. Den Unternehmen eröffnet die Zunahme der nutzbaren Daten vollkommen neue Möglichkeiten, mit Kunden zu interagieren, Geschäftsabläufe zu optimieren und Betriebskosten zu senken. Gleichzeitig werden sie auch vor neue Herausforderungen bezüglich Management, Speicherung und Schutz dieser unterschiedlichen Daten gestellt.

IDC schätzt, dass 40 Prozent aller Daten im digitalen Universum Schutz benötigen. Das reicht von Daten mit erhöhtem Vertraulichkeitslevel bis hin zu vollständig verschlüsselten Informationen. Derzeit werden jedoch nur 20 Prozent also gerade einmal die Hälfte, tatsächlich abgesichert. Vermon Turner, Senior Vice President von IDC, glaubt, dass ganze Branchen vor umfassenden Änderungen stehen. «Das digitale Universum und das Internet der Dinge stehen in enger Wechselwirkung. Indem Sensoren mit dem Internet verbunden werden, gewinnen die von ihnen generierten Daten an Geschäftsrelevanz. Aber auch die Speicherdienste müssen deutlich stabiler werden, um das Datenvolumen zu bewältigen.»

Rasantes Wachstum im IP-Datenverkehr
Das explosive Datenwachstum spiegelt sich auch im weltweiten IP-Datenverkehr wider. Laut dem Cisco Visual Networking Index (VNI) soll er sich in den nächsten fünf Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 22 Prozent beinahe verdreifachen. Die steigende Zahl an internetfähigen Geräten, höhere Breitbandgeschwindigkeiten und stärkere Videonutzung werden den weltweiten IP-Datenverkehr in den nächsten vier Jahren auf 2 Zettabyte ansteigen lassen. Zudem wird die globale Internet-Community in diesem Zeitraum um mehr als eine Milliarde Nutzer wachsen: von drei Milliarden im Jahr 2015 auf 4,1 Milliarden bis zum Jahr 2020.

Für die explosive Zunahme des Datenübertragungsvolumens sind verschiedene Entwicklungen verantwortlich. Dazu gehören etwa Innovationen im Bereich Internet der Dinge, Videos, intelligente Stromzähler, Gesundheitssensoren oder Maschine-zu-Maschine- Kommunikation (M2M). Allein die Zahl der vernetzten Maschinen wächst weltweit fast um das Dreifache auf 12,2 Milliarden. Im Gesundheitsbereich ist global eine Steigerung um das Fünffache zu erwarten. Bis zum Jahr 2020 werden Lösungen für das vernetzte Zuhause mit 5,8 Milliarden für fast die Hälfte aller M2M-Verbindungen verantwortlich sein.

Die digitale Schweiz
Auch die Schweiz positioniert sich angesichts des exponentiellen Wachstums der digitalen Daten neu. Am 20. April 2016 hat der Bundesrat die Strategie «Digitale Schweiz» verabschiedet. Das Land soll mehr von der zunehmenden Digitalisierung profitieren und sich als innovative Volkswirtschaft noch dynamischer entwickeln. Auch die Einwohner sollen die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien in ihrem täglichen Leben kompetent und sicher nutzen können.

Bei der Umsetzung der Strategie setzt der Bundesrat auf verschiedene Schwerpunkte: die digitale Wirtschaft, Daten und digitale Inhalte und auf den Austausch der Schweiz mit dem Ausland, insbesondere im Hinblick auf den digitalen Binnenmarkt der Europäischen Union.

«Digitale Schweiz» versteht sich als Dachstrategie und soll die bestehenden Vorhaben und Initiativen besser untereinander abstimmen. Dazu dienen auch Plattformen wie die Infosocietydays, die Initiative für Smart Switzerland, das Swiss Internet Governance Forum und der Swiss Telecommunication Summit.

Joachim Heldt

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