Menu
gs1-neton-header-09.jpg

Planvoll, on the job und mit Spass

Die jüngste Umfrage des E-Learning-Anbieters MdA Business Communications AG und der Pädagogischen Hochschule Bern empfiehlt den Unternehmen, für ihre Belegschaft einen arbeitsplatznahen Weiterbildungsplan zu erstellen, informelle Formen der Weiterbildung im Blickwinkel zu behalten sowie die individuellen Stärken von Mitarbeitenden mit ihrem Spezialwissen zu fördern. Gamifizierung ist dabei der Trend.

Weiterbildung in den Unternehmen ist ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird. Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. prägte der chinesische Philosoph Laotse den bekannten Satz: «Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.» Und es stimmt, wer sich selbst und seine Mitarbeitenden nicht weiter qualifiziert, verliert den Anschluss an die Konkurrenz. Erfolgreiche Weiterbildung sichert den langfristigen Erfolg des Unternehmens und steigert die Zufriedenheit der Belegschaft. Wir wollten es genauer wissen. Die Firma MdA Business Communications AG aus Basel hat in Zusammenarbeit mit Michele Notari, Professor an der Pädagogischen Hochschule Bern, eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie heute in den Unternehmen geschult wird. Dabei war es wichtig, das Führungspersonal zu erreichen, um zu erfahren, ob aus dessen Sicht die Ziele der Weiterbildungsmassnahmen erreicht werden. Die Rückmeldungen trafen in kürzester Zeit ein, was die Wichtigkeit dieses Themas in den Unternehmen unterstreicht.

Relevante Inhalte, ansprechende Form
Weiterbildungsangebote interessant zu gestalten, ist eine der grossen Herausforderungen. Sie müssen von den Mitarbeitenden als relevant wahrgenommen werden. Die behandelten Themen müssen anregend sein, damit die Teilnehmenden gewillt sind, einen Kurs erfolgreich abzuschliessen. Ausserdem muss die Methodik des Unterrichts den Erwartungen der Mitarbeitenden aus diversen Altersgruppen entsprechen. Rund 20 Prozent der Belegschaften gehören der Generation Y an (geboren 1981–1994), den sogenannten «Digital Natives», die gewohnt sind, mit elektronischen Hilfsmitteln wie Lernspielen, Videoinformationen, Netzwerken und Webrecherchen zu lernen. Die Umfrage lotete auch aus, wie viele Tage im Jahr – innerhalb der Arbeitszeit – Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden für deren Weiterbildung einräumen. Die Spannweite war überraschend: Es gibt Unternehmen, die weniger als einen Tag pro Jahr zur Verfügung stellen (2,3 Prozent), im andern Extremfall sind es mehr als zehn Tage (7,1 Prozent). Die Mehrheit der befragten Unternehmen (42,4 Prozent) gestehen den Mitarbeitenden drei bis fünf Tage zu. Hingegen konnte keine Korrelation zwischen dem Zeitbudget für Weiterbildung und der Unternehmensgrösse festgestellt werden. Eine Mehrheit der Teilnehmenden (71,1 Prozent) beantwortete die Frage «Existiert in Ihrem Unternehmen ein Weiterbildungsplan oder ein Weiterbildungsprogramm? » positiv. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass grössere Unternehmen einen höheren Ja-Anteil aufweisen als KMU. Die Existenz solcher Pläne sagt freilich wenig darüber aus, ob eine Art «Weiterbildungsphilosophie » in den Betrieben gelebt wird oder ob die Weiterbildungsangebote eher als lästige Pflichtübung betrachtet werden.

Erfolgsfaktoren der Weiterbildung
Eine Kernfrage lautet: «Wie stellt man einen Trainingsplan auf, der die Belegschaft begeistert und zum Mitmachen animiert?» Laut Umfrage ist es ideal, wenn Mitarbeitenden das Lernen am Arbeitsplatz ermöglicht wird. Auch zum Aspekt «Welche Weiterbildungsform wird im Unternehmen bevorzugt? » gab es klare Aussagen, dass die Kombination von Präsenztraining und E-Learning zum Erfolg führt. Offensichtlich ist es für das Gelingen der Weiterbildungsmassnahme wichtig, bewährte Instrumente und neue Werkzeuge zusammenzustellen. Als gelungenes Beispiel sei das Gefahrgut- Training von MdA erwähnt. Hier wurde ein interaktives E-Learning- Tool aufgesetzt, das neben klassischen Frage-Antwort-Lernkontrollen auch interaktive Passagen aufweist. So kann veranschaulicht werden, wie ein Lkw richtig zu beladen ist. Wie in einem Onlinespiel lassen sich im interaktiven Teil verschiedene Varianten ausprobieren, was den Teilnehmenden offensichtlich Spass bereitet. Das Gefahrgut- Training kommt bei den Mitarbeitenden im Unternehmen sehr gut an, selbst wenn es zum Pflichtprogramm der Weiterbildung gehört.

Training on the job
Empfehlenswert ist es, die Lernziele aufzugliedern und gut vorzubereiten. Themen wie «Teamwork» kann man nur in Präsenztrainings behandeln. Es ist sinnvoll, schon im Vorfeld des Trainings vorbereitende Texte zum Thema zur Verfügung zu stellen. Die Teilnehmenden sollen sich schon vor dem Treffen auf das Thema einstimmen. So gelingt es, die für das Präsenztraining zur Verfügung stehende Zeit effektiver zu nutzen. Fazit: Die Weiterbildungspläne sollen interessant sein und die modernen Medien (E-Learning, Video) genutzt werden. Aus Gesprächen mit Weiterbildungs- Verantwortlichen weiss man, dass 80 Prozent der Budgets für ein paar Tage Präsenztraining ausgegeben werden. Dies ist ein klarer Hinweis, dass man die Mitarbeitenden für Weiterbildungszwecke aus dem Tagesgeschäft herausnehmen möchte. Allerdings ist zu bedenken, dass sich während der Präsenzkurse nur ein geringerer Teil des Lernerfolgs einstellt. Bereits wichtiger ist das informelle Lernen in der Kommunikation mit dem Vorgesetzten und nochmals viel wichtiger das «Training on the job», wo spezielle Aufgaben und berufliche Herausforderungen zu bewältigen sind. Weiterbildung kann auch über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus organisiert werden. Es ist deshalb zu prüfen, das Weiterbildungsangebot mit Partnern innerhalb derselben Supply Chain durchzuführen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass man sich über die Ziele und Anforderungen im Voraus einigt.

Fazit
Wir empfehlen, Weiterbildungspläne arbeitsplatznah zu entwickeln und dabei informelle Formen der Weiterbildung zu berücksichtigen, Spezialwissen zu fördern und die Stärken des Unternehmens im Fokus zu behalten. Das Arbeiten im Netzwerk kann zur Vorbereitung oder für Feedbackrunden nach Trainingseinheiten genutzt werden. Durch Gamifizierung können Trainingseinheiten attraktiv gestaltet werden und zum Erfolg führen. Der Markt bietet zu vielen Themen wie Compliance, Arbeitssicherheit, Ergonomie am Arbeitsplatz usw. bereits ausgefeilte und getestete Trainingseinheiten an, die nur noch auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens (Inhalte, Corporate Design) angepasst werden müssen. «Auch eine Reise von Tausend Meilen beginnt mit einem ersten Schritt.» Dieses Laotse-Zitat soll dazu ermuntern, den Weiterbildungsplan aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten oder, falls er noch nicht existiert, damit heute zu beginnen. Gemeinsam mit Fachleuten anderer Sparten gelingt es besser als alleine, die Weiterbildung im Betrieb zu koordinieren und zu planen. ||
Frank Koall und Joachim Heldt

Frank Koall und Joachim Heldt

Mehr in dieser Kategorie: « NexTrust für nachhaltige Logistik
Nach oben