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Google setzt bei der Produktsuche auf die GTIN

Symbolbild - Einkaufskorb mit Barcode und ComputermausDie Angabe der Global Trade Item Number (GTIN) ist bei Google Shopping seit vergangenem Jahr für alle Markenprodukte verpflichtend – mit dem Ziel, dass ein gesuchter Artikel vom User leichter gefunden wird.

Für Google stellt die GTIN eine wichtige Grundlage für die präzise Suche von Produkten dar. Mit der verpflichtenden Angabe einer GTIN strebt das Unternehmen eine bessere und einfachere Zuordnung der zu bewerbenden Produkte an. Was genau dahintersteckt und warum die GTIN bei Google eine so wesentliche Rolle einnimmt, erklären Markus Parzer, Industry Manager für Retail Performance bei Google in Wien, und Raphael Leiteritz, Director Product Management bei Google in Zürich, im Interview.

GS1 network: Wie steht Google zu GS1?
Markus Parzer: GS1 ist ein wichtiger strategischer Partner für Google. Vor allem im Bereich Google Shopping fällt GS1 mit der Vergabe der GTIN eine Schlüsselrolle zu, da diese als eindeutiges Identifikationskriterium für die Produkte dient.

Man kennt Google ja vor allem als Suchmaschine. Was machen Sie konkret im Bereich Handel?
Parzer: Sobald ein Händler seine Produkte online zum Verkauf stellt, kommt Google Shopping als Vertriebskanal ins Spiel: zum einen als E-Commerce- Performancekanal, zum anderen aber auch als digitales Schaufenster für stationäre Händler, die eine Transformation zum Omni-Channel-Händler anstreben.

Welche Möglichkeiten bieten Sie Produzenten im Handel?
Parzer: Einerseits beobachten wir den Trend, dass immer mehr Produzenten mit eigenen Onlineshops an den Start gehen, andererseits ergibt sich durch den digitalen Wandel die Möglichkeit zur noch intensiveren Zusammenarbeit zwischen Händlern und Produzenten, die oft in einer erfolgreichen Co-Finanzierung von digitalen Marketingkampagnen resultiert. Besonders im Non- Food-Bereich sehen wir eine fortschreitende Digitalisierung der sogenannten «WKZs», die bisher vor allem im Print- Bereich Anwendung finden. Des Weiteren ist es heute wichtiger denn je, dass Produzenten ihren Händlern korrekte Produktdaten, allen voran GTINs, zur Verfügung stellen, um ihnen eine ansprechende Positionierung und Präsentation der Produkte gegenüber dem Endkunden zu ermöglichen.

Warum hat Google vergangenes Jahr die GTIN als notwendige Identifikation für Artikel bei Google Shopping eingeführt?
Raphael Leiteritz: Die GTIN ist eine wichtige Grundlage dafür, dass die Benutzer von Google genau jene Produkte finden, nach denen sie suchen. Anhand der GTIN kann Google das Produkt eines Händlers zweifelsfrei identifizieren und damit die besten Suchergebnisse liefern. Diese Präzision ermöglicht es uns auch, die Produkte noch prominenter anzuzeigen, beispielsweise auf Google, YouTube und auf Partnerseiten.

Wird die GTIN als Identifikation bei Google Shopping im Hintergrund verwendet? Wenn ja, wofür?
Leiteritz: Die GTIN dient als eindeutige Identifikation eines Produkts. Damit können wir die Treffergenauigkeit der Suchergebnisse signifikant verbessern und dadurch die Benutzer von Google besser bedienen. Darüber hinaus zeigt sich auch, dass korrekte GTINs die Performance für Händler verbessern: Wir konnten beispielsweise über 40 Prozent mehr Klicks auf manche Anzeigen beobachten und bis zu 20 Prozent höhere Conversion Rates für Händler.

Hat sich seit der notwendigen Angabe der GTIN etwas verändert respektive verbessert?
Leiteritz: Absolut – für den Endbenutzer hat sich die Qualität von Produktsuchen auf Google noch einmal verbessert und für Händler sehen wir eine deutlich bessere Business Performance der Anzeigen. Bessere Ergebnisse für Endbenutzer führen zu höherer Zufriedenheit der Benutzer, mehr Nutzung von Google und damit auch zu einem besseren Geschäftsergebnis für viele Händler.

Führen ungültige Artikelnummern (erworben auf Marktplätzen) bei Google Shopping zu Problemen, respektive sind diese überhaupt zulässig?
Leiteritz: Es ist ganz wichtig, dass Händler die korrekten GTINs angeben. Nur bei korrekten GTINs werden die Benutzer von Google die richtigen Suchtreffer erhalten und somit auch vermehrt bei den Händlern auf Google einkaufen. Im Gegenteil, falsche GTINs führen Endbenutzer in die Irre. Daher behalten wir uns vor, Produkte mit falschen GTINs komplett aus den Suchergebnissen zu entfernen.

Worin sieht Google die grössten Herausforderungen bei der Einbindung von Händlern bei Google Shopping?
Leiteritz: Grundsätzlich sind wir mit dem Feedback unserer Händler sehr zufrieden, da alle am selben Strang ziehen: Bessere Produktdaten führen zu erhöhter Nutzerzufriedenheit und damit auch zu mehr Käufen bei unseren Händlern. Wenn es vereinzelt Herausforderungen gibt, dann meistens mit der Bereitstellung der Produktdaten, da in manchen Fällen die Händler auf Information durch die Hersteller angewiesen sind. Unserer Erfahrung nach sind diese Probleme aber in der Regel in der Lieferkette lösbar.

Welche Erwartungen hat Google an eine globale Standardisierungsorganisation wie GS1, die Standards für Identifikation, Erfassung und Datenaustausch hat?
Leiteritz: Ohne GS1 gäbe es keine GTINs, und ohne GTINs würde ein grosser Ankerpunkt für korrekte Produktdaten auf Google Shopping fehlen. Wir sind GS1 sehr dankbar für die sehr gute Arbeit. Wir würden uns noch mehr Unterstützung für Händler wünschen, sodass diese einfach und schnell die korrekten Produktdaten bereitstellen können.

Wie relevant sind für Google vertrauenswürdige Produktinformationen und Abbildungen bei Google Shopping?
Leiteritz: Absolut essenziell. Ohne hervorragende Produktinformationen und Abbildungen können sich die Nutzer von Google keinen umfassenden und korrekten Eindruck von einem Produkt machen. Je besser die Daten, desto besser das Ergebnis und desto besser das Geschäft für die Händler und Marken.

Wird Google bei der Produktinformation auch die GTIN angeben?
Leiteritz: Ja, Google zeigt die GTIN unter «Details» an.

Die Fragen stellte Anja Jung.

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