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Standards + Intelligenz = Effizienz

Teilnehmer des 12.GS1 Forums Logistics & Supply Chain, das am 9. März in Baden stattfand.Die Wertschöpfungsketten werden globaler und die Konsumenten kritischer. Sichere Produkte und eine verlässliche Rückverfolgbarkeit sind eine wachsende Herausforderung. Das 12. GS1 Forum Logistics & Supply Chain hat sich des Themas angenommen und Ideen für die Zukunft skizziert.

«Neue Chancen dank Visibility», so lautete das Motto der Tagung. Am Start: 200 Teilnehmende, 31 Referentinnen und Referenten. Keine Frage, das Thema interessiert. Die Agenda war gut bestückt. Im Plenum und in sechs Sessions wurden die Themen Supply Chain 4.0, Echtzeitdaten und Rückverfolgbarkeit in 375 Minuten vertieft behandelt und diskutiert. Wichtigste Erkenntnis: Ohne Standards wird’s schwierig

Mars macht mobil
Ob Autoersatzteile, Spielzeug, Kosmetik oder Nahrungsmittel: Alle Hersteller sind bemüht, mithilfe von Rückverfolgungssystemen die gesetz lichen Auflagen für sichere Produkte zu erfüllen und dem Endkonsumenten grösstmögliche Transparenz zu bieten. Keine leichte Aufgabe, denn der Konsument will heute mehr wissen denn je. Rückrufaktionen sind von Handel und Industrie gefürchtet. Keiner möchte seine Konsumenten gefährden, geschweige denn einen Imageschaden hinnehmen. Aber dennoch, es passiert. Das hat der Mega-Rückruf bei Mars gezeigt. Betroffen waren die Kernmarken mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen Juni 2016 und Januar 2017. Der Grund für den Rückruf waren Kunststoffteilchen, die in den Schokoriegeln gefunden wurden. Von der Rückrufaktion waren 55 Länder betroffen, darunter auch die Schweiz. Das aktuelle Beispiel zeigt, dass die Anforderungen und Erwartungen an den Detailhandel steigen. Bei Coop geniesst das Thema Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Wertschöpfungskette einen hohen Stellenwert und ist in den Nachhaltigkeitszielen 2014–2020 des Unternehmens festgehalten. Auch bei der Wander AG ist man sich der zunehmenden Bedeutung bewusst. «Wir müssen gegenüber Test instituten nachweisen, aus welchen Regionen und von welchen Firmen wir unsere Rohstoffe beziehen», so Theo Schmid. In seinen Ausführungen zur GS1 Anwendungsempfehlung ging Raphael Pfarrer auf die Definition der Begriffe Rückverfolgbarkeit und Transparenz ein. Die Grundlage dazu liefern die GS1 Standards und das GS1 Datenmodell «Identify – Capture – Share».

Transparenz versus Überforderung
Sechs Vertiefungssessions boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über Authentizität, Interaktion mit Konsumenten, Optimierungspotenziale und innovative Technologien im Einsatz detaillierter zu informieren. Alle Sessions waren gut besucht und boten einen Einblick in die vielfältigen Herausforderungen. Die Tendenz war klar zu erkennen: Das Informationsbedürfnis der Kunden ändert sich. Es kommt aber auf die Datenmenge und die Datenqualität an. Patrick Bruderer von der Planzer Support AG hielt fest: «Schlimmer als keine Informationen sind falsche Informationen », und bei Zalando stellt man sich bereits die Frage «Was interessiert den Kunden wirklich?», wie Sebastian Mörs erklärte.

Klein, aber grosse Wirkung
Das Schlüsselwort für Fälschungssicherheit heisst Serialisierung. Dank ihr wird jedes Produkt zum Original. «Die Seriennummer in Kombination mit der Global Trade Item Number (GTIN) ist wie ein Fingerprint», erklärte Enzo Blonk vom GS1 Global Office. Das Beispiel der Schaeffler Gruppe zeigt wie’s geht. Die GTIN wird zusammen mit der Batchnummer und einer zufällig generierten Seriennummer als GS1 Data- Matrix direkt mit einem Laser in das Produkt eingebrannt. Das Unternehmen hat bereits 160 Millionen Rad- und Kugel lager im Laserverfahren mit serialisierten GTINs gekennzeichnet. Echtheitsüberprüfung, Rückverfolgbarkeit und Verknüpfung mit weiteren Produktinformationen sind so möglich. Auch PostLogistics und SBB Cargo setzen auf Digitalisierung. Die künstliche Intelligenz ermöglicht völlig neue Konzepte. PostLogistics arbeitet an Smart Logistics, Smart Tracking und Smart Ordering. Der Kurzfilm «Die Post im Jahr 2025» zeigte die Customer Journey mit passenden digitalen und physischen Leistungen. Mit von der Partie ist die virtuelle Helferin «Anna». Wie der Güterwagen der Zukunft aussieht, skizzierte Anja-Maria Sonntag. Jeder Wagen ist mittels RFID eindeutig gekennzeichnet. Sensoren messen Temperatur, Feuchtigkeit, Erschütterung und ermitteln die Position des Wagens. Die Daten werden an einen zentralen Server geschickt, ausgewertet, analysiert und aufbereitet. So gelangt die Ware schneller ans Ziel und die Kunden werden noch besser informiert. Die digitale Transformation rückt näher. ||

Joachim Heldt

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