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Mit Planung & Prognose und Standards zum Unternehmenserfolg

Vernetzung, Kollaboration, Data Analytics und künstliche Intelligenz sind Schlüsselfaktoren für den Planungs- und Prognoseprozess der Zukunft. Es sind auch Schlüsselfaktoren für die digitale Zukunft der Unternehmen, denn Planung und Prognose (P&P) wird die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Die Voraussetzungen sind gut, und erstmals stehen heute leistungsfähige, branchenübergreifende Lösungen und Standards zur Verfügung, um P&P intelligent zu vernetzen.
Verkäufe budgetieren, Einkäufe planen oder Investitionen berechnen: Planung und Prognose wird bewusst oder unbewusst in jedem Unternehmen durchgeführt. Eine Bestandesaufnahme von GS1 Schweiz in 46 Schweizer Unternehmen hat gezeigt, dass der Reifegrad dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Bei rund 25 Prozent der Unternehmen sind heute keine standardisierten Abläufe umgesetzt und demzufolge ist auch kein vernetzter Prozess vorhanden. 
 
Nur in etwas über der Hälfte der Unternehmen werden Daten, Pläne und Prognosen über die Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht. Dabei sind Absatzzahlen der verkauften Produkte für die Erstellung von aussagekräftigen Prognosen und angepassten Planungen von grosser Wichtigkeit. Als grösstes Hindernis für den Datenaustausch wird von den meisten Unternehmen fehlendes Vertrauen angegeben. 
 
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass viele Unternehmen ihre P&P-Prozesse noch nicht optimal aufgesetzt haben. Mit der Einführung eines vernetzten und standardisierten P&P-Prozesses ist der Nutzen hingegen vielfältig. 
 
Vernetzung aller Pläne und Prognosen
In vielen Unternehmen wird heute ein Marketingplan, im Einkauf ein Beschaffungsplan, in der Produktion ein Produktionsplan und in der Geschäftsleitung ein Gesamtbudget erstellt. Die Pläne entstehen dabei in den einzelnen Abteilungen und dienen als Grundlage für eine Reihe von Geschäftsentscheidungen. Eine Weitergabe und bewusste Weiterentwicklung durch Aktualisierung der Pläne geschieht aber selten. Dieses Problem kann nur durch Vernetzung und Standardisierung der Prozesse gelöst werden. 
 
Im vorgestellten Modell (siehe Abbildung) werden ausgehend von der Unternehmensplanung die Finanz-/Budgetplanung sowie die Investitions- und Beschaffungsplanung erstellt. In der Unternehmensplanung sind Informationen zur Produkt-/Sortimentsplanung sowie Verkaufs- und Marketingplanung zusammengefasst. Auf Basis der Unternehmensplanung wird auf der taktischen Ebene die Absatzprognose erstellt, auf deren Grundlage die Absatzplanung erarbeitet wird. Diese wiederum dient auf der operativen Ebene als Ausgangslage für die Beschaffungs-, Produktions-, Lager- und Distributionsplanung. 
 
Damit verbunden ist auch der Einbezug von zusätzlichen Unternehmen in den Prozess. Erst durch die Vernetzung und den damit verbundenen Datenaustausch lassen sich die Pläne und Prognosen in der benötigten Qualität erstellen. Dies bedingt unternehmensübergreifende Prozesse und die Bereitschaft, zusammenzuarbeiten. 
 
Kollaboration über die Unternehmensgrenzen hinaus
Mit der zunehmenden Vernetzung verschiedener Pläne und Daten werden immer mehr Unternehmen und Personen in den Prozess einbezogen. Dementsprechend nehmen der Stellenwert und die Komplexität der Zusammenarbeit stetig zu. So erfordert die Vernetzung eine enge Abstimmung und einen regelmässigen Austausch zwischen den Beteiligten. 
 
Bedarf für die Zusammenarbeit und den Datenaustausch haben die Unternehmen vor allem bei den Lagerbestandsdaten, der Verkaufsplanung (Promotionen) und den Absatzzahlen. Dazu können regelmässig Meetings durchgeführt werden. Aufgrund der oftmals gegebenen räumlichen und geografischen Trennung der Beteiligten werden dabei softwaregestützte Tools zur Prozess- und Arbeitsunterstützung eingesetzt. 
 
Bei der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und der damit verbundenen Datenweitergabe muss auch immer das Kartellrecht beachtet werden. Dieses verbietet in bestimmten Fällen die Datenweitergabe entlang der Supply Chain. Beispielsweise dürfen keine Konkurrenzinformationen wie Umsätze oder Mengen geteilt werden. 
 
Data Analytics und künstliche Intelligenz
Während heute Pläne und Prognosen oftmals manuell erstellt und nur eingeschränkt geteilt werden, wird sich das aufgrund von Digitalisierung und Industrie 4.0 ändern. Zum einen steigen dadurch die Datenmengen stark an, zum anderen nimmt die Aussagekraft der Prognosen und Pläne stark zu. In diesem Zusammenhang ist auch öfter von Big Data zu hören. P&P baut auf Big Data auf, um bessere Datenmodelle zu bekommen. Dafür wird Data Mining betrieben. Darunter versteht man die Anwendung von Methoden und Algorithmen zur möglichst automatischen Extraktion empirischer Zusammenhänge zwischen Planungsobjekten, deren Daten in einer hierfür aufgebauten Datenbasis bereitgestellt werden.
 
Standards – Grundlage für erfolgreiche Vernetzung
Ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Vernetzung und Zusammenarbeit liegt bei der Verwendung von GS1 Standards. Nur wenn über Abteilungsund Unternehmensgrenzen hinweg dieselben Standards verwendet werden, kann ein störungsfreier Datenfluss garantiert und ein reibungsloser Prozessablauf sichergestellt werden. Dadurch lässt sich zudem die Prozessgeschwindigkeit erhöhen. Geschwindigkeit ist wichtig, um die Vorlaufzeiten tief und die Lager klein zu halten. Dabei müssen IT-Systeme allerdings auch nach diesen Standards aufgebaut sein, um Probleme bei den Schnittstellen zu reduzieren. 
 
Als Basis für aussagekräftige Pläne und Prognosen müssen die Produkte und Dienstleistungen eineindeutig ausgezeichnet sein. Nur wenn die Produkte eindeutig identifiziert und in der Supply Chain lokalisiert werden können, stehen aussagekräftige Daten zur Verfügung. Darauf aufbauend können Material- und Informationsflüsse über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg transparent und durchgängig dargestellt und analysiert werden. Beispielsweise ist für eine optimale Lagerbewirtschaftung und -planung die vollständige Kontrolle über den Warenfluss von der Bestellung bis zum Verkauf an den Kunden notwendig. 
 
GS1 Standards bilden ausserdem die Basis für die Digitalisierung der Prozesse und damit verbundene Effizienzgewinne. Bei den heute üblichen Umsatzmengen ist eine manuelle Erfassung der Warenbewegung oft nicht rationell. Ein digitales, vernetztes System hingegen, mit dem sich Bestände und Bewegungen auf allen Ebenen des Warenflusses in Echtzeit kontrollieren lassen, bietet jederzeit völlige Transparenz.
 
Simon Zäch  

 

Nutzen standardisierter Planungs- und Prognoseprozesse
Erhöhung der Umsätze
• Verhinderung von Out-of-Shelf
• Abnahme von Out-of-Stock
• Optimierte Aktionsplanung
• Bessere Planung von Auslistungen
 
Reduzierung der Kosten
• Optimierung der Produktion und Maschinenauslastung
• Bessere Personaleinsatzplanung 
• Reduktion von Verderb und Ausschuss 
• Reduzierung der Durchlaufzeiten 
 
Verkleinerung der Mittelbindung 
• Reduktion der Lagerbestände 
• Reduktion der Durchlaufzeiten 
• Verminderung des Peitscheneffekts
 
Optimierung der Unternehmensplanung 
• Qualität der Daten für Budget-/ Finanzplanung, Beschaffungsplanung und Investitionsplanung steigt 
• Besseres Verständnis des Kunden 
• Bereitstellung wichtiger Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung
 
Bessere und schnellere Erfüllung der Kundenbedürfnisse
• Steigerung der Lieferbereitschaft 
• Erfüllung der 7 R der Logistik 
• Nicht nachgefragte Produkte werden schneller ersetzt 
• Kundenbedürfnisse fliessen in die Unternehmensplanung ein 
 

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