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«Ja, man kann Unmögliches möglich machen»

Interview mit Pierre Clénin, Geschäftsführer, EPAL-Nationalkomitee SchweizDie EPAL kann für 2017 ein Rekordergebnis sowohl bei der Produktion als auch bei der Reparatur von Paletten verzeichnen. Zudem wurde die Produktepalette mit den CP-Paletten 1–9 ergänzt, um neu auch die Ansprüche der Chemie abzudecken. Diese Entwicklung festigt und unterstreicht die Führungsrolle der EPAL als Paletten-Organisation im Logistikbereich. Interviewpartner Pierre Clénin ist Geschäftsführer des EPAL-Nationalkomitees Schweiz.

GS1 network: Was ist eine Paletten-Organisation?
Pierre Clénin: Die EPAL hat eine unabhängige Prüfgesellschaft zur Qualitätssicherung bei der Produktion und Reparatur. Durch das ausgeklügelte Reparaturwesen leben wir Nachhaltigkeit und haben somit ein einzigartiges System. Die Verbreitung in zahlreichen Ländern bedeutet keinen Qualitätsverlust, weil eine Organisation mit der Qualitätssicherung beauftragt ist und die EPAL Markenfälschungen konsequent vom Markt verweist. Zudem ist eine hohe Anerkennung bei Behörden, Logistikern, Verbänden und Institutionen vorhanden, weil die Produktekontrolle richtig funktioniert und die Qualitätssicherung gewährleistet wird.

Wie soll die Einzigartigkeit der EPAL-Paletten-Organisation bewahrt bleiben?
Damit die Qualität der EPAL-Palette weiterhin gewährleistet werden kann, müssen einheitliche Parameter geschaffen werden. Die Organisation hinter den EPAL-Paletten hat ein Anforderungsprofil für den offenen Tausch von EPAL-Paletten. Eine vergleichbare Lösung kann keine andere Organisation bieten, obschon zahlreiche Firmen und Organisationen mit eigenen Systemen auf den Markt drängen. Viele Systemanbieter profitieren von den Dienstleistungen der EPAL, ohne sich finanziell daran zu beteiligen. Die EPAL investiert jedes Jahr mehrere Millionen Euro für die Qualitätskontrolle bei den Lizenznehmern und deren Kunden, aber auch für das Aufdecken von Fälschungen.

Welche Modelle sehen Sie für die Zukunft?
Der Markt Schweiz sollte ein Tauschgeräte- Pool werden. Als Promotoren gelten GS1 und ASTAG, welche Rechte und Pflichten schriftlich regeln werden, wie das Tauschgeschäft EPAL/Euro- Paletten zu erfolgen hat. Damit wird ein ungeregeltes Palettenchaos verhindert und die bestehenden Regelungen der EPAL könnten einfliessen. Eine solche Vereinbarung weist Modellcharakter auf und liesse sich auf den internationalen Markt übertragen.

Warum mit der CP-Palette eine neue Palettenserie anbieten?
Nachfrage und Angebot bestimmen den Markt. Die sprichwörtliche Qualität von EPAL-Paletten führte dazu, dass die chemische Industrie das Fachwissen der EPAL nutzen will und ein eigenes System von der EPAL verlangt hat. Das neue Angebot weist die gleichen Qualitäts- und Tauschmerkmale auf wie die bisherigen EPAL-Paletten und es ist selbstredend, dass wir gerne Partner der chemischen Industrie sind.

Was können Sie zur Zukunft der EPAL-Paletten-Organisation sagen?
Einerseits sind wir sicher, dass unsere Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit wichtige Faktoren für die Zukunft sind. Es wird auch für die Logistikbranche matchentscheidend, wenn Reparatur, Mehrfachnutzung mit einhergehendem Qualitätsmanagement verbunden wird und eine Organisation diese Prozesse überwacht. Personalschulungen, Informationsmaterial und Produktekontrollen sollen weiter ausgebaut werden, damit für die Logistikbranche mehr Raum für Sicherheit entsteht.

Die Fragen stellte Walter J. Zürcher.

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