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Weshalb der Strichcode doch nicht so simpel ist

BarcodeSo simpel der Strichcode zu sein scheint, so wichtig ist seine korrekte Darstellung. Eine schlechte Strichcodequalität oder eine fehlerhafte Darstellung wirkt sich negativ auf Ihr Produkt aus. Um dies zu verhindern, nehmen die Experten von GS1 Switzerland Strichcodesymbole und 2D-Codes genau unter die Lupe und überprüfen sie auf Übereinstimmung mit den Spezifikationen des jeweiligen (Strichcode-)Symbols.

Immer wieder müssen produzierte Verpackungen vernichtet werden, da der aufgedruckte Strichcode von Scanning- Lösungen nicht korrekt gelesen werden kann. Dies kostet Zeit und Geld und sorgt allenfalls für Ärger in den Geschäftsbeziehungen. Die Gründe für nicht funktionierende Strichcodes sind vielfältig und können Breite, Höhe und Kontrast, aber auch Inhalt, Farbe, Struktur, Aufbau, Druckqualität und andere Parameter betreffen. Bei den Strichcodeprüfungen von GS1 Switzerland rapportieren die Experten vor allem folgende zwei Beanstandungen regelmässig.

1. Höhenreduktionen linearer GS1 Symbole (1D-Strichcodes) 
Viele der durch GS1 Switzerland geprüften Strichcodes wurden höhenreduziert. Das bedeutet, dass die vorgeschriebene Höhe der Striche nicht eingehalten wird. Eine Reduktion der Höhe kann Einfluss auf die richtungsunabhängige Lesbarkeit von Strichcodes haben, wie sie zum Beispiel für EAN-13-Codes an der Einzelhandelskasse vorausgesetzt wird. Bei Codearten wie dem GS1-128, der nur bidirektional (von links nach rechts oder von rechts nach links) und nicht richtungsunabhängig verarbeitet werden kann, wurde die Höhe vorgeschrieben, damit diese Codes sich auch in vollautomatisierten Umgebungen verlässlich dekodieren lassen. Die Reduktion der Strichcodehöhe hat übrigens keinen Einfluss auf die gemessene Grösse (Vergrösserungsfaktor) der Codes, obwohl die zu erreichende Höhe sich direkt vom Vergrösserungsfaktor linear ableitet. Bei den 2D-Codes hingegen spielen Höhen in diesem Zusammenhang keine Rolle, beziehungsweise der Anwender kann diese nicht beeinflussen, indem er die Höhe eines 2D-Codes selbstständig reduziert.

2. Unterschreitung der Grösse des Strichcodes (Vergrösserungsfaktor)
Fast so häufig und beliebt sind Reduktionen der Breite von Strichcodes, die den Vergrösserungsfaktor eines Codes – und somit auch die Anforderungen an die eingesetzten Druckverfahren – beeinflussen. GS1 orientiert sich beim Festlegen der Minimal- und Maximalgrössen von Strichcodes und 2D-Codes grundsätzlich an den weltweit in den Märkten implementierten Scanning-Lösungen. Das führt dazu, dass in der Regel eher grosse Codes vorgeschrieben sind, unabhängig davon, ob ein Partner in der Versorgungskette aufgrund der modernen Infrastruktur auch kleinere, im Speziellen stark in der Höhe reduzierte Strichcodes problemlos dekodieren kann.

Grundsätzliches zu Reduktionen der Grösse von Strichcodes
In der Praxis definieren die meisten Abnehmer von Produkten, im Speziellen die Einzelhändler, ergänzende Vorschriften betreffend der akzeptierten Dimensionen von Strichcodes und 2DSymbolen. Diese Vorschriften leiten sich direkt von den technischen Möglichkeiten respektive den eingesetzten Scanning-Lösungen ab und sind dementsprechend nur für den jeweiligen Partner von Gültigkeit. Abweichungen vom Standard sind somit unproblematisch, sofern man die Absatzkanäle und deren Vorschriften genau kennt. Vielfach verweisen aber vor allem weltweit tätige Handelsketten auf die GS1 Standards und definieren keine eigenen Vorschriften.

Lassen Sie Ihre Strichcodes prüfen
GS1 Switzerland bietet Ihnen als Service die Prüfung Ihrer GS1 Strichcodes und 2D-Codes an. Sowohl die Lesbarkeit als auch die Abmessungen, der Aufbau, die Beschaffenheit, die Prüfziffer des GS1 Symbols und beim Transportetikett der Aufbau werden überprüft und beurteilt. Im Anschluss erhalten Sie einen schriftlichen Prüfbericht mit den Ergebnissen, den möglichen Ursachen bei Problemen in der Lesbarkeit und gegebenenfalls Empfehlungen für die Verbesserung des Codes.

Michel Ottiker, GS1 Switzerland

Wssenswertes zur Strichcodeprüfung 
Ablauf

• Senden Sie Ihre Prüfmuster (Gut-zum-Druck-Vorlagen) an GS1 Switzerland. Falls wir die Druckqualität Ihres Strichcodes nach ISO/IEC überprüfen sollen, benötigen wir das Original per Post. Falls Sie nur den Aufbau und den Inhalt, nicht aber die Druckqualität überprüft haben wollen, genügt ein PDF in guter Auflösung. Ab elektronischen Vorlagen können grundsätzlich nur bedingt Aussagen getroffen werden, vor allem betreffend die effektiven Dimensionen und die Druckqualität. Diese Faktoren hängen stark vom gewählten Druckverfahren und dem Produktionsprozess ab. Verifikationsberichte von GS1 Switzerland werden nur anhand von Originalvorlagen erstellt.
• Das Prüfmuster wird erfasst und zur Prüfung aufbereitet.
• Das Originalprüfmuster oder der Ausdruck des PDFs wird mit einem kalibrierten (Strichcode-)Prüfgerät nach ISO/IEC 15416 bzw. ISO/IEC 15415 verifiziert.
• Bei Originalvorlagen erstellen wir einen Prüfbericht mit GS1 Parametern (anwendungsspezifische Abmessungen, Symbol und Datenstruktur) und ISO-Parametern, bei elektronischen Vorlagen erstellen wir eine Beurteilung.
• Sie erhalten die Dokumente per E-Mail.
• Die Prüfung wird statistisch erfasst und während mindestens zehn Jahren archiviert.

Dauer
• Eine Strichcodeprüfung dauert durchschnittlich pro Strichcode 30 Minuten. Den Prüfbericht erhalten Sie innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Posteingang des Prüfmusters.
Kosten einer Strichcodeprüfung
• Die Gebühr für eine Überprüfung nach ISO/IEC 15416/15415 und nach GS1 Spezifikationen von Strichcodes, 2D-Codes bzw. eines GS1 Transportetiketts beträgt pro Strichcode 100 Franken.
• Mitglieder von GS1 Switzerland profitieren von bis zu zehn kostenlosen Prüfungen pro Jahr.
Interessante Zahlen
• Im Jahr 2018 haben die Experten von GS1 Switzerland 250 Codes getestet. Davon waren 149 GS1 DataMatrix, 64 GS1-128, 29 EAN-13 und 8 ITF-14.

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