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Sicherheit und Automatisierung in der Lieferkette

Die Blockchain-Technologie bietet das Potenzial, logistische Prozesse sicherer zu machen, zu vereinfachen und stärker zu automatisieren. Es müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Blockchains funktionieren wie ein digitales Geschäftsbuch: Die beteiligten Partner legen darin die Daten jeder Transaktion ab. Dadurch sind sie für alle Partner in Echtzeit einsehbar. Alle Partner müssen jeder Transaktion zustimmen. Danach können die Daten nicht mehr verändert werden.

Nachweisbare, automatisierte Prozesse
Dank dieser Funktionsweise sehe ich für Blockchain in der Logistik vor allem drei Anwendungsgebiete. Das erste liegt im Bereich der Zusatzleistungen, vor allem in der Sendungsverfolgung oder für Qualitätsnachweise. Sieht sich beispielsweise ein Händler mit einer Lieferung verdorbener Lebensmittel konfrontiert, kann er den Schaden zur Quelle zurückverfolgen. Damit lassen sich Haftungsfragen einfacher klären. Zweitens vereinfachen Blockchains die Zusammenarbeit, denn alle Partner greifen in Echtzeit auf dieselben Daten zu. Drittens erfolgt der Datenaustausch komplett digital. Dadurch lassen sich Abläufe stärker automatisieren.

Temperaturmonitoring in Paketen
Die Schweizerische Post verwendet die Blockchain-Technologie zusammen mit der Firma modum.io AG, um die Temperatur im Innern von Paketen nachzuweisen: Auf dem gesamten Transportweg messen Sensoren die Temperatur. Die Messdaten werden in einer Blockchain abgelegt. Dadurch sind sie für die Kunden jederzeit einseh- und über prüfbar, können jedoch nicht verändert werden. Bei der Zustellung werden die Messdaten automatisiert ausgelesen und dem Versender gemeldet.

Voraussetzung: Grundvertrauen
Damit sich die Technologie in der Logistikbranche breit durchsetzen und solche Mehrwerte stiften kann, braucht es einige Voraussetzungen. Das gesamte IT-Ökosystem muss so aufgebaut sein, dass Manipulationen schon bei der Erhebung der Daten verhindert werden. Zudem braucht es kryptografische Verfahren, die Hacking verhindern. Der Aufbau solcher Ökosysteme ist kostspielig. Die Akteure werden diese Kosten gegen den Mehrwert abwägen, den Blockchains bieten. Und auch wenn alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind, setzt die Blockchain-Technologie letztlich ein gewisses Mass an Grundvertrauen in die beteiligten Geschäftspartner voraus. Denn häufig müssen den Partnern vertrauliche Daten etwa über Produkte zur Verfügung gestellt werden. Es ist noch offen, ob genügend Akteure dazu bereit sind.

Marc Hasler
Leiter Produkte- und Marktentwicklung PostLogistics
Schweizerische Post

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