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«Logistik ist mehr als nur Lastwagen»

Andreas König, Geschäftsführer der Stiftung Logistik, setzt sich als Förderer und hervorragender Netzwerker mit Leidenschaft für die Schwerpunktausstellung «Logistik erleben!» im Verkehrshaus Luzern ein.

GS1 network: Wie sieht es aus mit dem Kenntnisstand zur Logistik in der breiten Bevölkerung?
Andreas König: Man nennt «Lastwagen » und vielleicht noch «Lager» als Stichworte. Darüber hinaus ist das Wissen über Logistik sehr begrenzt. Lastwagen hat als Begriff häufig ein negatives Image. Mir geht es darum, den Leuten zu zeigen, dass der Lkw nicht das einzige Verkehrsmittel ist. Transportfirmen wechseln aus wirtschaftlichen Gründen für längere Strecken im Nachtsprung auf die Bahn. Das wissen die wenigsten. Die Firmen tun dies aus Effizienzgründen. So bringen sie mehr Ware von A nach B als mit dem Lkw.

Logistik hat logischerweise Umweltauswirkungen und die Leute sind sensibilisiert. In den letzten 30 Jahren sind die Warenströme noch globaler geworden.
Die Logistik ist in einer ausführenden Funktion. Wenn wir aus allen Ecken der Erde bestellen, dann ist auch mehr Ware weltweit unterwegs. Dann gibt es mehr Container, mehr Seefracht. In Zukunft müssen die Güterflüsse optimiert werden. Da sind aber viele Projekte im Gang.

Also kein Zielkonflikt zwischen Ökonomie und Ökologie?
Logistik ist immer von der Ökonomie und von der Ökologie getrieben. Es macht für einen Transporteur keinen Sinn, Leerfahrten zu machen. Das Fahrzeug muss voll beladen sein, sonst verliert er Geld. Gerade in der Schweiz wirkt das wegen der Schwerverkehrsabgabe (LSVA) eklatant, da Leerfahrten steuerlich viel mehr belastet sind als im Ausland.

Hochstehende Informationsmittel in der Logistik tragen aber dazu bei, den Auslastungsgrad hoch zu halten und das ideale, nicht zu grosse oder zu kleine Transportmittel einzusetzen. Der Logistiker handelt «grün», weil auch er ans Geld denken muss.

Viele wissen wenig über die Vielfalt der Berufswelt in der Logistik. Die Ausstellung ist also DIE Chance?
Die Berufsgattungen, die wir hier zeigen, können in der Schweiz ausgeübt werden. Wir zeigen Aktivitäten von der Bestellabwicklung bis zum Erhalt der Ware beim Endkunden. Das ist der Einkäufer am Anfang des Prozesses, das ist die Zollfachfrau, die Spezialisten in der Lagerung, in der Kommissionierung, in der Abpackung, im Verpackungsdesign. Aber auch Ingenieure braucht es fürs Planen von Logistikzentren. Informatiker befassen sich mit Themen wie der Warenkennzeichnung und der Rückverfolgbarkeit. Wichtig ist auch zu zeigen, dass die Logistik sehr viele Bildungsmöglichkeiten bietet von diversen Berufslehren über die Berufsmatura bis zu einem MBA Abschluss. Die Wege stehen offen für Ambitionierte – bis ins oberste Kader.

Die Fragen stellte Manuel Fischer.

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