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«Die Weiterbildung gibt mir Ruhe und Sicherheit»

Francisco Rodriguez arbeitet seit seiner Lehre als Chemikant in unterschiedlichen Funktionen für denselben Arbeitgeber. Auch dank der Weiterbildung zum Supply Chain Manager bei GS1 Switzerland ist ihm bewusst geworden, dass der Wechsel von der Produktion in die Logistik die richtige Entscheidung war. 

Als Francisco Rodriguez 2015 zum ersten Mal offiziell eine Funktion in der Logistik übernahm, war er bereits seit 23 Jahren beim selben Unternehmen tätig – der Bayer Crop Science Schweiz AG am Standort Muttenz, Baselland. 1992 stieg er mit einer zweijährigen Lehre als Cheminist in das Geschäft der Herstellung von chemischen Wirkstoffen ein. Die von vier auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zum Chemikanten hängte er daran an. Anschliessend arbeitete er im Schichtbetrieb in der Produktion von Wirkstoffen für Pflanzenschutzmittel.

Erste Kontakte zur Logistik
Rodriguez beschreibt sich selbst als lösungsorientiert. Diese Eigenschaft fiel auch seinen Vorgesetzten auf. Bereits drei Jahre nach dem Lehrabschluss machte der Basler mit spanischen Wurzeln einen ersten Schritt in seiner Laufbahn: Er wurde zum Stellvertreter des Schichtleiters befördert.

Nach fünf Jahren zog es ihn allerdings in den Tagbetrieb. «Dort sind die Gestaltungsmöglichkeiten besser und ich wollte mich mehr in die Arbeit einbringen », blickt der heute 44-Jährige zurück. Der Wechsel erfolgte 2004 mit einem weiteren Karriereschritt. Als Produktionsassistent war Rodriguez für die Optimierung der Herstellungsprozesse zuständig und kam zum ersten Mal auch mit logistischen Fragen in Kontakt.

Wachsendes Interesse
Während fünf Jahren sammelte er Erfahrungen in der Planung und Abstimmung unterschiedlicher Arbeitsabläufe. «Das machte mir Spass und entsprach meinen Interessen.» Sein Engagement blieb nicht unbemerkt und 2010 wurde Rodriguez zum Betriebsleiterassistenten befördert. Er war damit für eine ganze Betriebsgruppe mit 45 Mitarbeitenden verantwortlich.

Bereits ein Jahr später konnte er die Nachfolge des Betriebsleiters antreten, der sich einer neuen internen Herausforderung stellte. «Ich übernahm eine weitere Betriebsabteilung und verantwortete einen Teil der Produktion.» Die Kontakte zur Logistik wurden intensiver und sein Interesse daran wuchs. «Als Betriebsleiter musste ich darauf achten, dass rechtzeitig, gut und richtig produziert wird. Aber mich interessierte je länger, desto mehr die gesamte Supply Chain. Ich hatte zwar Einblick in diese, wollte aber mehr damit zu tun haben.»

Quereinstieg in die Logistik
Die Gelegenheit dazu erhielt Rodriguez 2015 durch Zufall. Betriebsintern wurde ein Head of Site Logistics gesucht. «Die Ausschreibung enthielt aber hohe Anforderungen im Logistikbereich, die ich nicht erfüllen konnte.» Rodriguez suchte deshalb das Gespräch mit dem Standortleiter. «Man riet mir trotz der fehlenden Qualifikationen zur Bewerbung.» Sein Mut zahlte sich aus. Die Wahl fiel auf den langjährigen Mitarbeiter, und im September 2015 startete Rodriguez seine Laufbahn in der Logistik. Mit seinem Team ist er für die Rohstoffplanung für die Produktion und den weltweiten Export der in Muttenz hergestellten Wirkstoffe zuständig.

Der Quereinstieg war dem zweifachen Familienvater geglückt. Aber ihm war bewusst, dass seine Anstellung bei seinen zukünftigen Mitarbeitenden auch für Verwunderung sorgen würde. «Einige waren irritiert, weil mir Fachwissen fehlte», erklärt Rodriguez. Er ist ein Teamplayer und als Vorgesetzter überzeugt davon, dass man die Mitarbeitenden ihren Stärken entsprechend einsetzen soll. Seine Qualitäten liegen unter anderem in der Kommunikation und der Fähigkeit, den Überblick über die unterschiedlichen Prozesse zu behalten. «Für Aufgaben, die fachliches Know-how benötigen, ist es für mich wichtig, auf kompetente Mitarbeitende zurückgreifen zu können.»

Lehrgangswechsel
Dennoch meldete sich mit der Zeit sein professioneller Ehrgeiz. Zwar hatte sich Rodriguez über die Jahre enorm viel praktisches Wissen angeeignet. Diesem wollte er nun jedoch ein theoretisches Fundament geben und informierte sich über entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten. «Nach einem Info-Anlass von GS1 Switzerland entschied ich mich, den Lehrgang zum eidgenössisch diplomierten Logistikleiter zu absolvieren, und begann im Herbst 2017 mit der Weiterbildung.»

Im ersten Teil des drei Semester dauernden Lehrgangs sind angehende Logistikleiter gemeinsam mit zukünftigen Supply Chain Managern im Unterricht. In Kontakt mit seinen Klassenkameraden merkte Rodriguez schon bald, dass die Weiterbildung zum Supply Chain Manager aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit sinnvoller wäre. «Ich suchte das Gespräch mit den Verantwortlichen von GS1 Switzerland, und gemeinsam entschieden wir, dass ein Wechsel angebracht war.»

Voller Rückhalt nötig
Bereits über 40-jährig, hatte Rodriguez zunächst grossen Respekt vor der Weiterbildung. Sehr geholfen hat ihm das Lernen in der Lerngruppe. «In schwierigen Momenten konnten wir uns gegenseitig motivieren.» Auch im Unterricht habe er den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen geschätzt, etwa bei Gruppenarbeiten: «Weil alle in unterschiedlichen Branchen tätig waren, konnten wir die Aufgaben unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Ich erlebte den Unterricht dadurch als sehr praxisnah.» Rodriguez lernte oft bis spät in die Nacht, wenn seine Familie bereits im Bett war. «Ich wusste, dass die Kinder und auch meine Frau während des Lehrgangs zu kurz kommen würden. Ohne ihren vollen Rückhalt wäre die Weiterbildung nicht möglich gewesen.»

Dank des Lehrgangs zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain Manager konnte Francisco Rodriguez sein Wissen um fehlende Puzzle-Teile vervollständigen. «Ich profitiere täglich von der Weiterbildung.» Hätte man ihn vor zehn Jahren gefragt, ob er dereinst ein Studium machen würde, hätte er verneint. «Heute empfehle ich es allen. Ich habe dadurch Ruhe und Sicherheit erlangt. Der Druck im Berufsalltag ist für mich kleiner geworden.»

Julia Konstantinidis


Zur Person
Francisco Rodriguez wurde 1976 in Sevilla in Spanien geboren und ist seit 1977 in der Region Basel zun Hause. Seit seiner Lehre als Chemikant arbeitet er für die Bayer Cropn Science Schweiz AG am Standort Muttenz in verschiedenen Funktionen, unter anderem als Betriebsleiter; seit 2019 ist er Mitglied der Standortleitung. Seit 2015 hat Rodriguez die Funktion als Head of Site Logistics inne. Von 2017 bis 2019 absolvierte er erfolgreich den Lehrgang zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain Manager von GS1 Switzerland. Rodriguez ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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