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Swiss Quality punktet

Hochregallager mit Palettenplätzen.2016 war für den Intralogistikspezialisten und Systemanbieter Stöcklin Logistik ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Jahr: Erfolgreich realisierte Leuchtturmprojekte, Logistik 4.0-affine Neu- und Weiterentwicklungen auf Produktebene sowie ein neuer Mann an der Spitze der deutschen Niederlassung.

“Climb to the Top“ – lautet das Motto der Stöcklin-Unternehmensgruppe auf den diesjährigen Fachmessen. Man könnte dies als Einladung zu einem Ausflug in die durchaus reizvolle Schweizer Alpenwelt verstehen. Tatsächlich aber umschreibt diese Maxime eine Analogie. Unternehmen, die in einem herausfordernden Terrain agieren und sich behaupten müssen, sind ebenso wie Bergsteiger auf verlässliche Partner an ihrer Seite angewiesen. Sie teilen Visionen, schätzen die individuellen Stärken des Anderen und erbringen gemeinsam Spitzenleistungen. Im Fall des Schweizer Traditionsunternehmens stehen hier maximale Warenverfügbarkeit sowie ein Höchstmaß an Effizienz in den intralogistischen Prozessen im Fokus.

Branchenübergreifende Komplettlösungen
Die breite, branchenübergreifende Palette zufriedener Partner im internationalen Umfeld kann sich sehen lassen. Zu den erst jüngst als Generalunternehmer realisierten Projekten zählt beispielsweise die „Speicherbibliothek“ im schweizerischen Büron. Hierbei handelt es sich um den landesweit ersten, gemeinschaftlich genutzten Hub für die automatische Archivierung von Bibliotheksbeständen. Dreh- und Angelpunkt des erdbebensicher ausgestalteten Gebäudes ist ein automatisches Kleinteilelager (AKL) auf Basis der BOXer-Baureihe von Stöcklin mit rund 112.200 Behälterstellplätzen.

In der Pharmaindustrie überzeugte die smarte Variante des Leichtgewichts unter den Regalbediengeräten in puncto Verfügbarkeit, Durchsatzleistung, Volumennutzungsgrad und Energieeffizienz. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren entschied sich CSL Behring, einer der weltweit führenden Hersteller von Plasmaprotein-Biotherapeutika, am Standort Marburg für den Einsatz des BOXer SE und somit gegen Lagerlifte als eine mögliche Alternative. Aus Konzernsicht handelte es sich bei diesem Projekt quasi um einen Folgeauftrag. Nach nicht einmal einem Jahr Bauzeit hatte Stöcklin Logistik zuvor ein neues Logistik- und Servicezentrum an die CSL Behring AG in Bern übergeben. Über die vollautomatisierte und gemäß den strengen Regelungen der „Good Manufacturing Practice“ (GMP) bzw. „Good Distribution Practice“ (GDP) validierte Anlage hat der Pharmakonzern die „Just-in-Time“-Versorgung der Produktion mit Rohstoffen und Verbrauchsmaterialien auf eine neue, solide Grundlage gestellt.

Highlight auf Modernisierungsebene hingegen war im Jahr 2016 das Retrofit eines mehr als 40 Jahre alten, zirka 25.000 Palettenplätze umfassenden Hochregallagers der Fissler GmbH in Hoppstädten-Weiersbach. Für den für sein hochwertiges Kochgeschirr bekannten Markenhersteller aus dem Hunsrück hat Stöcklin Logistik ein Sanierungskonzept entwickelt und umgesetzt, in dessen Mittelpunkt eine deutlich erhöhte Prozess- und Arbeitssicherheit standen. Bestandteil des Lösungspakets waren darüber hinaus akribische Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs.

Gute Auftragslage
Auch für das laufende Jahr steht eine Vielzahl herausfordernder Projekte auf der Agenda. Dazu zählt eine neue „Kommissioniermaschine“ für die in Hamburg ansässige BOLTZE-Gruppe, Anbieter trendstarker und hochwertiger Wohnaccessoires und Geschenkartikel. Geliefert und installiert wird ein 16-gassiges BOXer-AKL für die Lagerung und das Handling von bis zu 300.000 Umkartons in variierenden Abmessungen sowie Tablaren und Behältern. Das System ist auf eine Auslagerleistung bis 1.600 Kartons pro Stunde ausgelegt und soll bereits Ende 2017 seinen Betrieb aufnehmen.

Einen weiteren Großauftrag als Generalunternehmer sicherte sich Stöcklin Logistik im Boom-Markt E-Commerce. Hier erweitert das Schweizer Handelsunternehmen BRACK.CH, einer der landesweit führenden Online-Shops, am Standort Willisau seine Logistikkapazitäten. Die Neubaumaßnahme umfasst ein automatisches Palettenlager mit rund 32.000 Stellplätzen, ein Großbehälterlager mir zirka 100.000 Stellplätzen sowie die Integration umfassender Paletten- und Gebinde-Fördertechnikstrecken. Der Abschluss dieses ambitionierten Projekts ist für 2018 terminiert.

Fit für Logistik 4.0
Über Lösungen auf Basis der bewährten und kontinuierlich weiterentwickelten BOXer-Familie und der MASTer-Baureihe für die vollautomatische Palettenlagerung hinaus, bedient Stöcklin Logistik auch die gestiegene und weiter anziehende Nachfrage nach fahrerlosen Transportsystemen (FTS). Der vermehrte Einsatz von FTS-Flotten kommt nicht von ungefähr, denn sie ermöglichen einen flexibel steuerbaren, fahrerlosen Materialtransport. Personalkosten, die insbesondere im Mehrschichtbetrieb auflaufen, werden deutlich verringert. Eine hohe Verfügbarkeit eines jeden einzelnen, auf den Namen EAGLE-ANT getauften Fahrzeugs ist über integrierte Lithium-Ionen-Technologie sichergestellt. Die Inbetriebnahme der mit innovativer Navigationstechnik ausgestatteten FTS-Flotte ist ebenso einfach wie deren Aufstockung. Ein intelligentes Traffic-Management regelt den Verkehr mehrerer FTS untereinander.

Verstärkt nachgefragt werden darüber hinaus Kanal- bzw. Kompaktlager für die mehrfachtiefe Lagerung. Interessant ist diese platzsparende, skalierbare Lösung insbesondere für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie im Bereich der energieintensiven Frische- und Tiefkühllogistik. Die Ein- und Auslagerung der Waren übernimmt das ebenfalls aus eigener Produktion stammende Stöcklin PowerShuttle, das nach FiFo (First-in-First-out) arbeitet, über Funk kommuniziert und zudem für den Einsatz bei arktisch anmutenden Umgebungstemperaturen bis -30oC geeignet ist.

Für Logistik 4.0-Readyness sorgen aber auch weitere grundlegende Neuerungen. So ist beispielsweise die Software für sämtliche Regalbediengerätegrundtypen und das Stöcklin PowerShuttle auf Basis des TIA-Portals von Siemens neu gestaltet worden. Der zentrale Vorteil liegt im automatisierten Zugriff auf die gesamte digitalisierte Automatisierung, von der Planung über das Engineering bis zum täglichen Betrieb. Ein weiterer Technologiewechsel fand auf Hardwareebene statt. Dieser ermöglicht nun auch Bildübertragungen aus dem Lagergeschehen sowie Fernwartungsarbeiten bis zur Feldebene. Sogenannte Failsafe-Steuerungen sorgen für ein Höchstmaß  an Anlagen- und Arbeitssicherheit und tragen dazu bei, den Energieverbrauch auch in Spitzen zu senken.

Neu im Portfolio ist ferner das StöcklinDMA (Data Monitoring & Alerting), ein System für die automatisierte Meldung von Störfällen und auch sich abzeichnenden Schwachstellen, das den Prinzipien der vorbeugenden Instandhaltung im Sinne von „Predictive Maintenance“ folgt. Weitere Entwicklungen, die die zentralen Grundpfeiler einer zukünftigen Industrie 4.0 – Vernetzung, Informationstransparenz, technische Assistenz und dezentrale Entscheidungen – bedienen, stehen kurz vor der Marktreife.  

Neuer Player auf dem deutschen Markt    
Investiert wird zudem in den Ausbau der Marktpräsenz in Deutschland. Unter der Ägide von Stefan Stumpf, der Anfang Oktober 2016 die Geschäftsführung der Stöcklin Logistik GmbH mit Sitz Netphen übernommen hat, soll das Vertrauen in die Marke Stöcklin weiter verstärkt werden und auch das Neukundengeschäft frischen Schwung aufnehmen. Der Diplomingenieur bringt nicht nur langjährige Vertriebs-und Führungserfahrung in die Unternehmensgruppe ein. Gefragt und geschätzt ist zudem ausgewiesenes strategisches und operatives Know-how im Supply-Chain-Engineering. Sein Erfolgsrezept beschreibt er wie folgt: „Fachliche Kompetenzen und Erfahrungen, verbunden mit ausgeprägtem konzeptionellen und unternehmerischen Denken und hoher Umsetzungskraft sind die Basis meines beruflichen Handelns und unabdingbar für langfristige Kundenzufriedenheit“.

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